Ein kleiner Kompass durch den Preis-Dschungel

Sie haben einen Text, den Sie in eine andere Sprache übersetzt brauchen. Sie suchen im Internet, schnell tun sich unzählige Anbieter auf und Sie werden mit ganz unterschiedlichen Angeboten konfrontiert. Was steckt dahinter? Im Dschungel der verschiedenen Abrechnungsmodalitäten ist es nicht leicht, sich einen objektiven Überblick zu verschaffen.

Wir zeigen Ihnen hier die verschiedenen Kalkulationsmodelle auf – die beiden Basis-Währungen heißen zunächst: Wörter oder Zeilen.

1.   Die Berechnung nach Normzeilen

Übersetzungsleistungen im deutschen Sprachraum werden im Allgemeinen nach Normzeilen in der Zielsprache in Rechnung gestellt. Dieses System hat sich gerade deshalb jahrzehntelang bewährt, weil es für Auftraggeber und Dienstleister gleichermaßen einfach und fair ist: Auf diese Weise bezahlt der Kunde genau das, was er bekommt, nämlich den vom Übersetzer wirklich geschriebenen Text. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein wenig wie der Einkauf am Obst- und Gemüsestand: Es wird die tatsächlich gewogene Menge bezahlt – ein alltägliches und für alle nachvollziehbares und unbestritten gerechtes Vorgehen.

Definition eine Normzeile in der Übersetzung

2.   Die Berechnung nach der Anzahl der Wörter im Ausgangstext

In angelsächsischen Ländern wiederum wird der Preis einer Übersetzung seit jeher nach Wörtern in der Ausgangssprache berechnet. Im Zuge der Globalisierung setzte sich in den letzten Jahren diese Praxis auch bei uns immer mehr durch, nicht zuletzt, weil die Wahrnehmung der Textmenge für den Kunden vermeintlich besser einzuschätzen ist und Englisch eine der Hauptsprachen ist, in die und aus der übersetzt wird. Der Platzhirsch sozusagen…
Diese Angleichung an das angelsächsische Berechnungsmodell ist allerdings nicht ohne Tücke.

Bei Übersetzungen in Sprachen, die lange Wortzusammensetzungen ermöglichen – wie etwa das Deutsche – ist die Berechnung nach Wörtern für den Übersetzer de facto ungerecht. Man denke an das oft strapazierte Wort „Donaudampfschifffahrtsgesellschafts­kapitäns­mütze“ – hier kommen wir auf 48 Anschläge, die nur als ein einziges Wort zur Berechnung kämen. Auch viele juristische Fachwörter wie zum Beispiel ‚Einkommenssteuerdurchführungsverordnung‘ haben eine bemerkenswerte Länge und sind in ihrer Kompaktheit dennoch treffender als wenn man schreiben würde: die Verordnung zur Durchführung der Einkommenssteuer – was final für die Berechnung aber 6 Wörter und nach obiger Berechnung mehr Geld in der Kasse des Übersetzers bedeuten würde.

Und die Verwirrung wird noch größer, denn zu all dem wird unterschieden in:

3.   Ausgangs- oder Zielsprache als Berechnungsgrundlage?

Jede Sprache hat ihre Eigenheiten, wie oben die Mütze des Donaukapitäns schon bewiesen hat. Grundsätzlich werden zum Beispiel Texte, die aus dem Deutschen oder Englischen in eine romanische Sprache übertragen werden, immer – egal um welches Fachgebiet es sich handelt – um vieles länger, manchmal bis hin zu 20 %. Die Berechnung auf der Basis des Ausgangstextes führt in diesem Fall unvermeidlich zu einem Ungleichgewicht zwischen Leistung und Vergütung des Übersetzers, wohingegen die Berechnung auf der Basis des Zieltextes der tatsächlichen Leistung des Übersetzers entspricht.

4.   Beglaubigte Übersetzung – hier wird wieder anders berechnet

Bei einer beglaubigten Übersetzung gelten die oben genannten Berechnungen nach Wörtern oder Zeilen NICHT. Die Stempel der Ausstellungsbehörde im genauen Wortlaut werden angeführt, die Formatierung des Ausgangsdokumentes wird nachgebaut, teilweise müssen Handschriften entziffert werden. Der beeidete Übersetzer haftet für die Richtigkeit seiner Übersetzung mit der Beglaubigungsformel und seiner Unterschrift. Grundsätzlich muss hier jedes Wort auf die sprichwörtliche Goldwaage gelegt werden, denn es handelt sich um eine Übersetzung, die ein rechtsgültiges Dokument zur Vorlage bei Behörden ist.

In der Frage, ob die Berechnung von Übersetzungsdienstleistungen nach Zeilen oder Wörtern bzw. nach dem Ausgangs- oder dem Zieltext erfolgen soll, dürfen nicht Trends und Werbeargumente, sondern immer nur echter Nutzen und Mehrwert für den Kunden im Vordergrund stehen. Eine gute Übersetzungsagentur mit langjähriger Erfahrung zahlt ihren professionellen Fachübersetzern ein angemessenes Honorar, adäquat zu ihrer Qualifikation und Spezialisierung und zum Schwierigkeitsgrad des zu übersetzenden Textes – denn der Rechercheaufwand spielt bei der Vergütung ebenso eine Rolle. Die Übersetzung einer detaillierten technischen Bedienungsanleitung eines Drehofenbrenners zum Beispiel erfordert mehr Recherche- und Zeitaufwand als die Übersetzung allgemeiner Grußworte. Auch Listen einzelner Wörter, die in ihrem fachspezifischen Kontext erst durch Rückfragen abgeklärt werden müssen, können nicht streng nach dem „1 Wort kostet so und so viel“ Modus kalkuliert werden. Insofern kann die Berechnung nach Normzeilen ebenso wie die Berechnung nach Wörtern nur ein Anhaltspunkt sein, der angesichts des zu übersetzenden Textes immer modifiziert werden muss. Eine gute Übersetzungsagentur differenziert daher ihr Angebot an den Kunden genau nach Sprachkombination, Textsorte/Schwierigkeitsgrad und Dringlichkeit. Bekommen Sie als Antwort auf die Anfrage für die Übersetzung Ihrer anspruchsvollen Texte ein sofortiges, automatisiertes Angebot, das auf rein mathematischer Multiplikation beruht – egal ob Zeilen oder Wörter – lässt das darauf schließen, dass diese so wichtigen Parameter nicht miteinbezogen wurden. Gute Übersetzungen sind keine Massenware, sondern das Ergebnis sorgfältiger Arbeit eines gut ausgebildeten, talentierten, erfahrenen Übersetzers.

Von eurolanguage Fachübersetzungen werden Sie keinen 08/15 Kostenvoranschlag per Mausklick bekommen. Aber Preis und Leistung stimmt, das ist unser Versprechen, ob Wörter, Zeilen, Ziel- oder Ausgangstext.

*Der besseren Lesbarkeit halber wurde in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Selbstverständlich sind alle Geschlechter einbezogen.

Valentinstag – lass‘ Blumen sprechen…

Entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht, der Valentinstag polarisiert. Die einen sehen in ihm einen weiteren unerfreulichen, überflüssigen Auswuchs hemmungsloser Kommerzialisierung und kritikloser Übernahme amerikanischer Gebräuche, die anderen sehnen ihn geradezu herbei: Sie zelebrieren am Valentinstag ‚herzerlgeschwängert‘ ihre Zweisamkeit. Liebe liegt in der Luft, Karten werden verschickt, Pralinen verschenkt. Auch ist dies der Tag, um endlich der ersten großen Liebe die bislang schüchtern verborgene Zuneigung einzugestehen. Und bei all dem spielen Blumen eine große Rolle, sie haben am Valentinstag ihren großen Auftritt. Und sie sprechen ihre eigene Sprache.

Botschaften in Worte kleiden – erst recht, wenn es um Gefühle geht – fällt nicht jedem leicht. Nicht kitschig sollte es sein, auf gar keinen Fall peinlich. Angemessen, souverän, stilsicher, geschmeidig und genau so formuliert, wie die Angesprochene es sich wünscht.

Diese Zielvorgaben sind uns Übersetzer*innen wohlbekannt, sind doch Inhalt, Stil und die Einbeziehung der Erwartungshaltung der Zielgruppe unser tägliches Credo.

Die Sprache der Blumen…

Am Valentinstag übernehmen Blumen die Kommunikation:  Rote Rosen sprechen stolz von Liebe und Leidenschaft, kleine Frühlingsblumensträußchen überspielen zurückhaltende Schüchternheit, voluminöse Blumensträuße flehen um eine zweite Chance, zarte Primeln sagen unverfänglich ‚morgen ist auch noch ein Tag‘. Die Assoziationen scheinen klar bestimmt. Ganz anders jedoch verhält es sich mit ‚blumiger Sprache‘.

Ein „blumiger“ Text? Blumige Sprache, was ist damit gemeint?

Als erstes fällt uns natürlich Poesie ein: Dichtung wird mitunter als blumig bezeichnet, wenn sie sich besonders adjektiv- und assoziationsreich und damit opulent und bildhaft gibt.

Aber auch Texte, die keinerlei literarischen Anspruch haben, können als „blumig“, ja „kitschig blumig“ empfunden werden. Gemeint ist zumeist, dass sie, wie ein zu schweres pudriges Parfüm eben, schwülstig und überladen wirken. Hier gilt es zwischen objektiver Textrezeption und subjektiver Textbeurteilung zu unterscheiden.

Affektiertheit und Manieriertheit können ein gewolltes Stilmittel und Stilabsicht sein – in einigen Fach- und Textbereichen durchaus angebracht. In der geschäftlichen Korrespondenz wiederum muss der textpsychologische Faktor hinterfragt werden: Eine manierierte Ausdrucksweise kann als Einschüchterung und demonstrative, ja theatralische Überheblichkeit eingesetzt werden und muss dann auch als Teil der Botschaft in der Zielsprache sorgsam erhalten bleiben.

In der privaten Korrespondenz kann eine gezierte Sprache schlicht Ausdruck der Persönlichkeit des Autors sein und somit ein Stück Authentizität, persönliches Statement oder ein wichtiges Charaktermerkmal darstellen.

Selbstverständlich kann ein gewundener und umständlicher Stil auch ein Symptom stilistischen Unvermögens sein!

Oft jedoch sind „blumige“ Texte einfach floskelüberladene oder jargonhafte Texte, bei denen die Diskrepanz zwischen einem übermäßig komplizierten Schreibstil und einem quantitativ und qualitativ recht übersichtlichen Inhalt allzu auffällig ist. Handelt es sich um Texte, die sich unnötig künstlicher Sprache bedienen, ist es ein Stilmangel. Oder es ist der gezielte, wenn auch ungeschickte Versuch, einer sehr dünnen Materie etwas mehr Konsistenz zu verleihen.

Blumige Sprache in der Übersetzungsarbeit

Ist ein Ausgangstext sehr gekünstelt und metaphorisch überladen, stellt das für Übersetzer*innen eine große Herausforderung dar. Eine blumenreiche und affektierte Ausdrucksweise muss stilistisch gekonnt umgesetzt werden, wenn diese in privaten, literarischen Texten, Korrespondenz oder auch Marketingtexten als Stilmittel eingesetzt ist.

Eine gute Übersetzungsagentur kennt ihre Übersetzer*innen genau und weiß, wer für die Übersetzung solcher eher schwierigen und zeitaufwändigen Texte geeignet ist und sie bevorzugt mit viel Kreativität übernimmt. Auch in der Zielsprache muss die Sprachebene erhalten bleiben, der Text flüssig und verständlich sein, auch wenn der Ausgangstext gekünstelt und umständlich, ja blumig verfasst ist. Oftmals ist es notwendig, mit dem Kunden Rücksprache zu halten und über die Möglichkeit einer Komplettredaktion des Ausgangstextes zu sprechen. Dies vor allem dann, wenn eine jargonbetonte Corporate Language die Übertragung der Corporate Identity in bestimmte Zielländer unmöglich macht, weil diese Sprachebene abschreckend und somit kontraproduktiv wäre.

Fingerspitzengefühl ist das Zauberwort, bei der Auswahl Ihrer Blumengeschenke zum Valentinstag ebenso wie bei der Übertragung blumiger Worte in eine andere Sprache.

Wir wünschen einen schönen Valentinstag!

Übrigens übersetzen wir auch gern Ihre Liebesbriefe, denn Liebe kennt keine (Sprach)Grenzen.

Heirats- und Geburtsurkunden übersetzen wir auch ;-)

Foto: Martina Schmid

Sprache im Allgemeinen und speziell die Interaktion von Sprechern verschiedener Sprachen war von Beginn an ein Gebiet, auf das die, damals schlicht als „Informatik“ bezeichnete Wissenschaft, ein ganz besonderes Augenmerk legte. Die unglaublich verlockende Vorstellung, eine Maschine könnte irgendwann einmal das menschliche Denken perfekt imitieren und sich autonom verständigen, faszinierte die Denker vom ersten Tag an. Sie war Utopie und Ansporn zugleich. Und ja, heute ist der Traum in vielen Bereichen Wirklichkeit geworden, der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist das Zauberwort der Neuzeit. Was bedeutet er für das internationale Business? Schwer zu überblicken? Mit diesem kleinen Abriss möchten wir unseren Kunden helfen, Tatsachen von Vermutungen und Gerüchten –Pardon: Fake News natürlich! – zu unterscheiden.

Künstliche Intelligenz und Übersetzung – von gestern bis heute

Sprachen als Spiel- und Übungsplatz der 60er und 70er Jahre

Als in Japan das erste sprechende „Elektronengehirn“, das brav grüßen und auf ein paar Grundfragen scheinbar selbständig antworten konnte, enthüllt wurde, keimte in der Presse bereits die Überlegung auf, ob in absehbarer Zeit Roboter als Dolmetscher fungieren könnten, und die Antwort der Ingenieure war ein klares optimistisches „Ja“. Gerade Übersetzer vermochten dies nicht zu glauben, zu komplex seien Sprachstrukturen und -nuancen, zu wichtig die interkulturelle Kompetenz, als dass eine Maschine sie beherrschen könne. Auch das Versprechen, mit immer größeren Computern immer mehr Daten und somit Wortschatz und Grammatik implementieren zu können, wusste die Skepsis nicht ganz zu vertreiben. Zumindest herrschte in unserer Branche darüber Konsens, dass es, wenn überhaupt jemals, nicht ganz so bald sein könne.

Von den netten Spielzeugen der 80er Jahre zu den Übersetzungshilfen der 90er

Angesichts der freundlichen kleinen weißen zweibeinigen Blechfreunde mit den lustigen blauen Augen, die auf Industriemessen mit hölzernen Sätzen und erheblicher Sprechverzögerung eher durch ihre Niedlichkeit punkteten, schien das Thema jedoch nicht im engen Sinne vorrangig.
Mitte der 90er Jahre allerdings kamen erste Programme auf, die für die Übersetzer zunächst eine große Arbeitserleichterung darstellen sollten. „CAT-Tools“ in Form von Translation Memory-Software schienen das Gebot der Stunde.

Wie das Übersetzungswerkzeug im neuen Jahrtausend zum double-edged tool wurde

Ein zweischneidiges Schwert spaltete von nun an nach und nach die Übersetzergemeinde – demographisch und kaufmännisch. Während die Mehrheit der Übersetzer darüber erfreut war, sich nicht mehr nur auf das eigene Gedächtnis verlassen zu müssen und dadurch Zeit zu gewinnen, die sie bisher für die Suche in ihrem Archiv nach bestimmten Textabschnitten, internen Firmenfachterminologien oder Formulierungen aufgewendet hatten, blickten einige mit Zurückhaltung und Misstrauen auf die neuen Arbeitshelfer. Tatsächlich sind die Pflege der Datenbanken oder die Vorbereitung von Dateiformaten auf den zweiten Blick nicht viel weniger zeitraubend als die bisherigen Prozesse; bereits übertragene Sätze können je nach Kontext nicht blind übernommen werden, wie die Werbung es versprach, sondern müssen ohnehin per Hand angepasst und redigiert werden; die benötigten materiellen und finanziellen Ressourcen sind erheblich. Erfahrene Übersetzer vor allem monierten, dass dadurch die Qualität von Übersetzungen zu sinken drohe, wenn nicht eine sehr beachtliche Mehrarbeit investiert würde, für die kein geldwerter Ausgleich angeboten würde.

Licht und Schatten: CAT-Tools im Dienste der Internationalisierung und Globalisierung

Wie immer im Leben haben Medaillen und Werkzeuge immer zwei Seiten.

CAT-Tools sind ein Segen für den Übersetzungskunden im B2B

Für Geschäftskunden sind CAT-Tools ein Segen: Sie bekommen ihre Übersetzungen schneller; sie können sicher sein, dass ihre Fachterminologie in allen Texten beachtet und systematisch verwendet wurde; sie sparen Geld, denn zu einem früheren Zeitpunkt bereits bearbeitete Textteile werden rechnungsmindernd berücksichtigt; sie können ihre Übersetzungsbudgets besser steuern, da die Berechnung oft nach der Wortzahl des Ausgangstextes erfolgt und Kostenvoranschläge in vielen Fällen überflüssig macht. Es ist Dienstleistung in Vollendung.

Es ist nicht alles Gold …

Vereinfacht ausgedrückt: Die Vorstellung auf der Bühne der Übersetzung wirkt müheloser und ist sehr viel kundenorientierter, effizienter und perfekter geworden. Dies ist nicht zu bestreiten, und Künstliche Intelligenz hat daran einen großen Anteil.
Wie im Theater oder im Ballett auch steckt hinter dieser Leichtigkeit allerdings eine große Menge sehr harter Arbeit … die hinter den Kulissen geschieht, sie wird nicht gesehen, und somit auch nicht (mehr) entlohnt wird. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Übersetzungshonorare im deutschen Sprachraum in den letzten zehn Jahren halbiert haben. Die Übersetzer müssen also, um ihre Existenz zu sichern, mehr Kunden finden und Aufträge annehmen, während ihre Leistung immer kleiner geredet wird.
Diese brancheninterne Situation bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass der Kunde mehr denn je wirklich sicher sein muss, dass er es mit einem zuverlässigen, kompromisslos seriösen Übersetzungspartner zu tun hat, der bereit ist, trotz nicht mehr uneingeschränkt blühender Arbeitslandschaft höchste Qualität zu liefern. Ein Übersetzer, der nicht die Meinung vertritt, er müsse nur das tun, wofür er tatsächlich bezahlt würde, sondern von sich aus willens ist, zusammen mit dem Kunden die sogenannte Extrameile zu gehen, der sich dem Erfolg des Kunden verpflichtet fühlt.

In unserem nächsten Blogartikel im Februar werden wir Ihnen daher genau erklären, woran Sie eine gute Übersetzungsagentur und ein seriöses Geschäftsgebaren in der Übersetzungsbranche erkennen können.

Bei allen Vor- und Nachteilen: Natürlich tragen CAT-Tools auf sehr wirksame Weise zur Internationalisierung und zur Globalisierung bei, denn sie unterstützen einen in Corporate Language und Corporate Wording einheitlichen internationalen Auftritt. Damit sind sie allerdings nicht mehr allein.

Internationalisierung auf Knopfdruck – ein Traum der 2010er Jahre?

Automatische Übersetzung und neuronale automatische Übersetzung sind die neuen Stichwörter der letzten Jahre und lassen das Thema CAT-Tools beinahe obsolet erscheinen: Ist es möglich, ganz ohne Übersetzer auszukommen? Auf allgemein (sogar mitunter kostenfrei) verfügbare Software zurückzugreifen und Texte ganz ohne den Menschen zu übersetzen? Kann KI Sprachstrukturen mittlerweile so gut erkennen und in eine andere Sprache übertragen, dass MI entbehrlich ist?
Eine Antwort auf diese Frage kann nur seriös sein, wenn sie absolut objektiv ist – und wir haben sie an anderer Stelle in diesem Blog gegeben.

Grenzen der KI im internationalen Geschäft: Suchmaschinen verweigern die Globalisierung

Alle Kontinente sind einen Tastenklick entfernt

Das Internet als Netzwerk verbindet uns mit der ganzen Welt. Die Grenzen unserer Mikrokosmen und Universen scheinen verschwunden. Europa feiert nicht nur Thanksgiving und Halloween, sondern auch Black Friday und Cyberweek. Unsere Geschäftspartner müssen sich nicht mehr zu uns bemühen, Videokonferenzen ermöglichen die simultane Unterzeichnung von Verträgen über Tausende von Kilometern hinweg. Ob dies eher kritisch oder als beispielloser Fortschritt zu betrachten ist, spielt keine Rolle: Es ist die Realität, in der wir leben.
Doch wie international ist diese Realität wirklich? Wie nah sind unsere Geschäftspartner wirklich?

Ernüchternde Erkenntnis: KI versteht die Globalisierung nicht

Im internationalen Geschäft – und dies betrifft gleichermaßen das B2B und das B2C – zeigt sich, dass wir nicht annähernd so weit gekommen sind, wie wir es glauben möchten. Einige Fakten machen deutlich, dass KI Internationalisierung und Globalisierung weniger fördert als behindert.

Regionale Werkzeuge täuschen die große weite Welt vor

Suchmaschinen etwa sind entgegen der geläufigen Meinung keineswegs global ausgerichtet. Die in Europa bekannteste von ihnen ist in Asien oder Russland kein Wirtschaftsfaktor, was die Automatisierung von SEO-Arbeit zunichtemachen kann.

Des Weiteren zeigen die sogenannten „Filterblasen“, wie regelrecht provinziell Künstliche Intelligenz sein kann: Grundsätzlich werden bei der organischen Suche nur Ergebnisse aus der eigenen geografischen Zone angezeigt, auch wenn die Frage in einer Fremdsprache formuliert und in Anführungsstriche gesetzt wird. Um dies zu umgehen, müssen sowohl die Zielsprache als auch das Zielland unter „Einstellungen“ speziell angekreuzt werden.
Bei diesem Schritt wiederum sind die Optionen begrenzt. Es ist nicht möglich, nach Zulieferern in allen französischsprachigen Ländern oder im gesamten hispanischen Bereich zu suchen oder mehrere Länder gleichzeitig auszuwählen. Diese Parameter müssen außerdem nach einem Sitzungsabbruch (also Schließen der Suchmaschine) neu eingegeben werden. Suchmaschinen gehen davon aus, dass der Nutzer etwas in seiner Nähe finden möchte. Die Welt da draußen bleibt für sie offenbar fern und fremd.

Social Media – liken und versinken

Gleiches ist beispielsweise auf Twitter zu beobachten. Wurde zwei oder drei Konten etwa von englischen Kulturinstitutionen gefolgt, schlägt Twitter in der Spalte „Wem folgen?“ konsequent ausschließlich Nutzer aus Großbritannien vor. Auf die Idee, dass das Interesse vielleicht dem Thema in aller Welt und nicht dem geographischen Bereich gilt, kommt das System keine Sekunde – Internationalisierung und Globalisierung … Fehlanzeige.

Andere Denkmuster sind nicht vorgesehen, und hier enthüllt KI genau die Unflexibilität und den Gespürmangel, die sie zum heutigen Stand der Technik je nach Textkategorie und Anspruch noch immer zum Übersetzer dritter, vierter und fünfter Klasse degradiert.

Künstliche Intelligenz spielt in der Globalisierung dahingehend eine Rolle, dass sie den Business-Akteuren mitunter eine schnellere, effizientere und stimmigere Umsetzung der Internationalisierungsstrategie eröffnen kann. Sie bleibt allerdings ein Werkzeug, das die Menschenhand noch braucht, und ist noch sehr weit davon entfernt, uns die Welt objektiv und kulturell angemessen zu Füßen zu legen oder Internationalität selbst und autonom zu gestalten.
Ob Chancen oder Grenzen überwiegen, könnte Gegenstand langer Diskussionen sein.

Gerne laden wir Sie dazu ein, uns Ihre Meinung zu diesem Artikel und zu den zwei Seiten der KI im internationalen Geschäft zukommen zu lassen, die wir gern unter Einhaltung eines strengen und nach Ihren Vorstellungen steuerbaren Datenschutzes in diesem Blog veröffentlichen, wenn Sie es wünschen.

Foto: @canva

 

Eine professionelle Internationalisierung des Webauftritts ist für eine erfolgreiche Entwicklung des Auslandsgeschäfts unerlässlich – dessen sind sich alle Unternehmen bewusst. Allerdings wird dabei zu oft vergessen, dass eine deutsche Website in den meisten Fällen in erster Linie für deutschsprachige Kunden geschrieben und gestaltet wurde. Inhalte, aber auch die Seitenstruktur, Sprachebene, Claims, optische Gestaltung und relevante Keywords wurden für die deutsche Zielgruppe und ihre Suchgewohnheiten gewählt. Im Ausland „funktionieren“ sie also nur bedingt, mitunter gar nicht, d.h. sie generieren kein Geschäft. Die Lösung sind suchmaschinenoptimierte Übersetzungen.

Warum SEO im Übersetzungsbereich ein Thema ist oder sein sollte

Sprachkulturelle Kompetenz ist erst der Anfang

Eine gute Übersetzung Ihrer Website sollte selbstverständlich sprachlich und stilistisch einwandfrei sein. Das bedeutet, dass sie nicht nur in grammatikalischem Sinne fehlerfrei zu sein hat, sondern auch, dass sie sich so lesen muss, als sei sie im Zielland geschrieben worden. Dies wiederum geht über den rein sprachlichen Aspekt weit hinaus: Interkulturelle Kompetenz ist eine ganzheitliche Fähigkeit, die text- und sprachpsychologische Kenntnisse mit landes- und marketingkundlichen Komponenten verbindet. Übersetzer* müssen gerade für die Übersetzung von Websites eine Vielzahl von Fertigkeiten und ein umfassendes Hintergrundwissen aufweisen.

Lokalisierung ohne internationale SEO ist wie ein Bogen ohne Pfeile

Mit dem Jahrtausendwechsel kam in der Übersetzungsbranche der Begriff „Lokalisierung“ auf, der eine weitere Stufe der sprachkulturellen Textarbeit bezeichnen sollte. Multilinguale Websites sollten so auch technisch und in der Struktur mit den Erwartungen in den Zielländern in Einklang gebracht werden. Navigationselementen wie Menus, Formularfeldern, Suchoptionen und automatischen Formularen wurde dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt, auf dass sie den Gesamteindruck des virtuellen Auftritts bis ins letzte Detail abrundeten.
In der heutigen Zeit aber genügt diese optische Perfektion nicht allein: Der Internetauftritt muss im Zielland auch gefunden werden, sonst war der schönste Text und die schönste Website schlichtweg umsonst.

Unterschiedliche Länder – unterschiedliche Suchmaschinen

In Deutschland und auch in Österreich ist die Lage klar: Ein suchmaschinenoptimierter Text bedeutet in erster Linie ein für Google optimierter Text. Auch wenn Google als weltweiter Marktführer angesehen wird und diese Tendenz in der Tat europaweit zu beobachten ist, sind auch hier feine Unterschiede zu berücksichtigen. In der Schweiz zum Beispiel wird auch via Hulbee gesucht, in den romanischen Ländern und in Japan etwa wird Yahoo nach wie vor häufig genutzt, und in Frankreich zum Beispiel bieten die zwei größten Provider ein eigenes System. Im angelsächsischen Raum ist Bing eine beliebte Alternative. In Russland sucht man mit Yandex, in China mit Baidu, in anderen Teilen Asiens mit Naver. Nur wenn der Sprachdienstleister*, der sich mit der Internationalisierung Ihrer Website befasst, mit den entsprechenden Algorithmen vertraut ist und permanent und systematisch den neuesten Entwicklungen folgt, kann Ihr Internetauftritt in den Zielländern den gewünschten Erfolg erzielen.

Überprüfen Sie einfach, wie/ob Ihre Website in den oben erwähnten Suchmaschinen gelistet ist.

SEO-Übersetzungen in der Praxis

Mit dem richtigen Übersetzer* fängt es an

Übersetzer*, die mit der suchmaschinenoptimierten Übertragung Ihrer Website betraut werden, sind mehr als Fachübersetzer* mit einschlägiger Erfahrung im Marketing. Sie müssen sich für SEO interessieren, den strategischen Wandel in den verschiedenen Branchen genauestens verfolgen und unaufhörlich lesen, um Kunden- und Suchverhalten in Echtzeit wahrzunehmen. Sie sind mit dieser Problematik (auf)gewachsen und betrachten sie als Teil ihrer Übersetzungstätigkeit, nicht als Fremdkörper und Zusatzaufgabe. Sie leben idealerweise im Zielland, und für sie gehört dieser Themenbereich zu den selbstverständlichen Aspekten einer Website-Übersetzung.

Beratung als essentieller Teil eines SEO-Übersetzungsauftrags

Ihre Zielgruppe im Ausland wird nicht notwendigerweise mit Ihren Kunden im Inland vergleichbar sein. Es kann sein, dass sie sich nur durch geschäftskulturelle Eigenschaften unterscheiden. Es kann aber auch sein, dass Sie selbst für Ihr Geschäft in einem bestimmten Land präzise Vorstellungen und Ziele haben. Eine Projektabwicklung im Dialog zwischen Übersetzungsagentur und Kunden ist hier unerlässlich, um konkrete Rahmenbedingungen und Vorgaben abstecken zu können.

Die richtigen Keywords im Zielland

Mentalitäten, Geschäftspraktiken und Verbraucherverhalten sind bei aller Globalisierung von Land zu Land verschieden. Dies hat natürlich Einfluss sowohl auf die ungeschriebenen Gesetze in der Selbstdarstellung von Unternehmen, als auch auf die Suchgewohnheiten der Nutzer. Keywords, die im deutschen Sprachraum zum Erfolg führen, können in einem anderen Land vollkommen wirkungslos bleiben. Dies zu berücksichtigen ist für Ihren internationalen Erfolg unentbehrlich.

Was internationalisierte Gestaltung und SEO bedeuten

Unter Umständen muss die Anpassung Ihrer Website sehr weit gehen, und es kann vorkommen, dass Überschriften und Menus vollständig umstrukturiert und neu erdacht werden müssen. Suchmaschinen und Besucher müssen die Landmarken vorfinden können, die für sie jeweils gebräuchlich sind und hier erwartet werden. Die Arbeit des SEO-Fachübersetzers* beschränkt sich dabei nicht auf die sichtbaren Elemente Ihrer Website. Auch die Metadaten, die Snippets, ihr Format und ihre Länge müssen berücksichtigt werden.

Umfangreiche Recherchen

SEO-Erfolg ist neben einer gründlichen Keyword-Analyse auch Ausdruck von Authority und somit von Textqualität, Inhaltsmehrwert und Einzigartigkeit. Was auf Ihrer Original-Website sorgfältig umgesetzt und optimiert wurde, muss auch für Ihre internationalen Auftritte gewährleistet werden. Dies erfordert einen ausführlichen „Background-Check“, der die Entwicklung Ihrer ganz persönlichen Branche bzw. Nische und Ihrer unmittelbaren Konkurrenz im Zielland mit einschließt.

Sprachkulturelle Unterschiede als Bestandteil der SEO-Arbeit

In und an diesem Punkt schließt sich der Kreis zwischen dem traditionellen Hintergrund des Übersetzers* und den Erfordernissen der Online-Auffindbarkeit. So ist etwa nicht nur relevant, sondern entscheidend, ob Ihre Zielgruppen im englischen Sprachraum australisches, südafrikanisches, britisches, amerikanisches oder indisches Englisch lesen wollen, ob Ihre französischsprachigen Wunschkunden in Belgien, Frankreich, Kanada, Afrika oder der Schweiz ansässig sind. Dies einzubeziehen, ist auch Teil unserer Arbeit – ein sehr vertrauter Teil sogar, denn daran hat sich in den letzten 100 Jahren nichts geändert.

SEO-Übersetzungen sind im B2B und im B2C gleichermaßen ein essentieller Faktor des Erfolgs auf internationaler Ebene. Suchmaschinenoptimierte Internationalisierung ist hier die natürliche Fortführung und dabei eine neue, für uns Übersetzer* absolut spannende Dimension der eigentlichen Übersetzungsarbeit, wie sie noch vor einigen Jahren praktiziert wurde. Sie zeigt auch, dass die Tätigkeit des Übersetzens allen Unkenrufen zum Trotz agil und am Puls der Zeit bleibt.

Sprechen Sie mit uns – wir beraten Sie gerne:

Fotos: www.unsplash.com

*Aus Gründen den besseren Lesbarkeit wurde in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Selbstverständlich sind alle Geschlechter eingeschlossen.

Ob wir einen Newsletter abonnieren, Zugang zu einem Download-Bereich bekommen, an einem Gewinnspiel* teilnehmen oder über ein Kontaktformular Rückfragen zu einem Produkt stellen möchten – bereits seit Jahren ist uns auf vielen Internet-Seiten das Pop-up, das uns auffordert, unser Menschsein gefälligst nachzuweisen, sehr vertraut. Es folgen entweder eine kurze Zeile voller verzerrter Zahlen und Buchstaben, oder etliche unscharfe Bildchen, auf denen wir mit zugekniffenen Augen nach Ampeln, Verkehrsschildern, Rasenflächen, Geschäftsfassaden oder Fahrzeugen suchen müssen. Es ist lästig, kostet Zeit, und ist je nach Tagesform und Sehvermögen nicht immer unbedingt einfach.

eurolanguage Fachübersetzungen keine Maschinenübersetzung

Wenn es um unsere Arbeit geht, können wir Übersetzer über eine solche Frage allerdings nur müde lächeln. Für uns gibt es nichts Leichteres, als zu beweisen, dass wir keine Maschinen sind. Allen Fortschritten und Varianten von Maschinenübersetzungen zum Trotz sind die mit automatischen Routinen erstellten fremdsprachlichen Texte nämlich deutlich und auf den ersten Blick von dem Ergebnis einer ganzheitlichen und professionellen Dienstleistung zu unterscheiden.

Der Grund: Wie Maschinen das „Übersetzen“ lernen

Um zu begreifen, warum, ist es hilfreich, zu wissen, wie maschinelle Übersetzung überhaupt funktioniert.
Stellen Sie sich vor, Sie würden ein großes zweisprachiges Wörterbuch mit etwa 200.000 Stichwörtern in der Hand halten. Sie finden darin nicht nur einzelne Wörter, sondern auch geläufige Redewendungen und Beispielsätze. Nehmen wir weiter an, Sie wären in der Lage, innerhalb von wenigen Stunden dieses Wörterbuch in allen Einzelheiten auswendig zu lernen. Könnten Sie diese Fremdsprache dann wirklich wie ein Muttersprachler verstehen und sprechen?
Natürlich nicht. Sie hätten eine sehr breitgefächerte Grundlage dazu, aber es würden Ihnen noch weitere Fähigkeiten und Kenntnisse fehlen. Denn Wörterbücher spiegeln nur eine Seite dessen wider, was Sprache ist: Sie sind nicht lebendig, sie können Nuancen und Sprachgefühl nur sehr begrenzt vermitteln.

Dieses Auswendiglernen von Wort- und Satzpaarungen, die ein wenig an Vokabelhefte aus der Schulzeit erinnern, ist die Basis der maschinellen Übersetzung.
In einem zweiten Schritt wird das, was wir im alltäglichen Sprachgebrauch „Grammatik“ nennen, in Form von Regeln und Algorithmen hinzugefügt. So erkennt die Maschine zum Beispiel nach dem „wenn X, dann Y“-Prinzip, wie ein Verb in der 2. Person Plural auszusehen hat.
Hinzu kommen statistische Analysen von bereits übersetzten Textpaaren, durch die die Maschine versucht, typische Muster und Verbindungen zwischen Sätzen zu erkennen und nachzuahmen. Dies soll dazu beitragen, dass die später produzierten Texte sich weniger hölzern, also flüssiger und natürlicher anhören.

Gefährlich gute Übersetzungsmaschinen: Es ist nicht alles Gold …

Gerade in diesem Aspekt liegt eines der größten Probleme maschinellen Übersetzens: Nur weil ein Text sich gut anhört und flüssig erscheint, muss er noch lange nicht richtig sein. Der Unterschied zwischen Sein und Schein kann sogar zu verheerenden Verwicklungen führen.

Missverständnisse auf Wortebene und bei idiomatischen Redewendungen

Wörter mit mehreren Bedeutungen können hier zu mitunter lustigen, für eine seriöse internationale Kommunikation jedoch sehr heiklen Missverständnissen führen, die schlimmstenfalls mit einem erheblichen Imageverlust einhergehen können. Möchten Sie Ihre Kunden etwa zu einem Workshop in den Truthahn einladen, oder doch lieber in die Türkei?

eurolanguage Fachübersetzungen in Handarbeit und mit Hingabe

Und würden Sie sich eher als Weinamateur oder Weindilettant bezeichnen? Das Internet ist geradezu voll von unterhaltsamen Memes und Urlaubsfotos zu diesem Thema.

Dass die KI Fortschritte macht, bedeutet leider nicht, dass solche Verwechslungen ausgeschlossen sind. Sehr kurze Texte, die der Maschine keinerlei Querverbindungen ermöglichen, sind genauso gefährdet wie stilistisch verschachtelte Sätze. Insbesondere, wenn Sie die Zielsprache, in die übersetzt werden muss, selbst überhaupt nicht beherrschen und das Ergebnis nicht überprüfen können, kann dies katastrophale Folgen haben.

Der Grund für Fehlleistungen dieser Art ist einfach: Die Maschine ist bei Begriffen mit unterschiedlichen möglichen Übersetzungen nicht fähig, zu erkennen, was gemeint ist, erst recht nicht, wenn sie von der restlichen Textumgebung keine weiteren Kontextangaben bekommt. Bei Einzeilern wie Slogans und Titeln fällt dies besonders auf. Am fiktiven Beispiel „Die lustige Seefahrt – Ein Schwank in drei Aufzügen“ lässt sich die Schwierigkeit der Aufgabe aufzeigen: Ein Schwank kann ein Theaterstück sein, oder aber eine Bewegung bei Seegang, ein Aufzug kann ein Lift oder auch ein Akt sein. Die Maschine ist von der „Zweideutigkeit“ endgültig überfordert und wählt nach dem Zufallsprinzip bzw. der häufigsten Wortverwendung. Eine Maschine kann nur wiedergeben, aber nicht frei entscheiden.

Die größte Gefahr: Scheinrichtigkeit

Im Falle des Truthahns ist der Fehler für einen durchschnittlich gebildeten Menschen mit rudimentären Kenntnissen des Englischen meistens schnell ersichtlich.
Übersetzungen, die auf den ersten Blick richtig klingen, dennoch falsch sind, sind ein weitaus schwerwiegenderes Problem maschineller Übersetzungen.
Individuelle und hochwertige Texte, die dem von der Maschine Gelernten nicht entsprechen, können ohne Weiteres unbemerkt zu einem angenehm zu lesenden Ergebnis in der Zielsprache werden, inhaltlich aber missverstanden worden sein. Wir haben einen Satz aus diesem Blogartikel verschiedenen Übersetzungsmaschinen anvertraut. Hier die Ergebnisse für die französische Sprache:

Um die Ecke denken ist ihre Sache nicht:

Au coin de la rue, penser n’est pas leur truc (Deepl)

Penser au coin de la rue n’est pas son truc (Google Translate)

Penser au coin de la rue n’est pas leur truc (Microsoft Translator).

Dass diese Sätze nicht idiomatisch sind, ist für den Laien nicht notwendigerweise ersichtlich … und doch sind diese Übersetzungen schlichtweg nicht zu gebrauchen.

Warum der menschliche Übersetzer gegen die Maschine gewinnt

Endlich versus unendlich

Schachcomputer schlagen kaltlächelnd die größten Schachmeister, und dies wird oft und gern als Symptom und Ausdruck maschineller Intelligenz gewertet und kommentiert. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Dies zeigt genau, in welchen Bereichen Maschinen dem Menschen überlegen sind: in der schnellen systematischen, aber auch sturen Berechnung, Auswertung und Kombinierung von Millionen oder Milliarden mathematischer feststehender Datenmengen.

Machine translation Google translate

Sprache ist aber keine Mathematik, nicht einmal im engen Sinne des Wortes immer logisch, und selbst „Milliarden“ von Zugoptionen sind eine letztlich endliche Größe. Sprachliche Kombinationsmöglichkeiten wiederum sind volumenmäßig nicht nur groß, sie sind unendlichund so vielfältig und komplex wie die Menschen selbst.

Maschinen können Impliziertes nicht erkennen

Computer sind per se komikresistent, ironieblind, humorfrei und unflexibel.

Um die Ecke denken ist ihre Sache nicht. Metaphern können sie nicht erfassen, geschweige denn adaptieren. Was zwischen den Zeilen gesagt wird und mitunter in der Geschäftskorrespondenz oder in der Diplomatie von entscheidender Bedeutung sein kann, bleibt also auf der Strecke. Dies kann in Kategorien von Kundenerhalt oder Torpedierung einer Geschäftsbeziehung durchaus Zünglein an der Waage sein.
Ebenso können Computer Begriffe und ihre Verwendung bis zu einem gewissen Grad lernen, jedoch ihren Inhalt nicht einschätzen. Nicht nur Nuancen verschwinden dabei: So gravierende Realitätsabgrenzungen wie diejenige zwischen Gewährleistung und Garantie werden nicht ordnungsgemäß abgebildet.

FIFO: Wissen versus Wahrscheinlichkeit

Maschinen verarbeiten die Informationen, die ihnen gegeben werden, in einer bestimmten Reihenfolge: entweder derjenigen, die ihnen vorgegeben wird, oder derjenigen, die am einfachsten strukturiert ist und durchschnittlich am häufigsten vorkommt. Sie handeln sozusagen nach dem, was am wahrscheinlichsten ist, und nach dem FIFO-Prinzip. Kontext und Ausnahmen können sie inhaltlich nicht berücksichtigen. Ist die Grammatik für das Verständnis eines Satzes nicht alleine maßgeblich, erreicht maschinelle Übersetzung ihre Grenzen, und dies gilt auch für vermeintlich einfache Sprachpaarungen. So übersetzt Google Translate: „Das Ei isst die Frau“ tatsächlich mit „The egg eats the woman“.

Maschinen haben keinen sprachkulturellen Hintergrund

Übersetzungsmaschinen wissen nicht, was eine Zielgruppe ist, oder welche Werte in einem bestimmten Land wichtig sind, und kennen die Kommunikationsgepflogenheiten einzelner Branchen nicht. Sprachebenen sind ihnen fremd, sie sind nicht in der Lage, stilistische Eigenheiten herauszulesen und zu übertragen.
Soll ein Text frech und leichtfüßig wirken, seriös und gediegen? Die Maschine kann in solchen Typologien nicht denken. Sie erkennt Segmente und Cluster und sucht in ihrem Gedächtnis lediglich nach eintrainierten oder ähnlichen Mustern. Die feinen Nuancen zwischen Synonymen sind für sie austauschbar, und sie setzt sie wahllos nach dem Zufallsprinzip ein. Ob wir mit „schaffen“ eher „to create“, „to make“, „to develop“, „to produce“ oder etwas anderes meinen, ist ihr ziemlich gleichgültig. Deepl bietet für solche Fälle eine Funktion, bei der der Nutzer diese Wahl selbst treffen muss, und begnügt sich im Bewusstsein der eigenen Unzulänglichkeit damit, alle jeweiligen Synonyme vorzuschlagen, wenn man mit der Maus auf das fragliche Wort fährt – für Nicht-Muttersprachler eher eine Scheinlösung und ein „Ene mene muh“-Spielchen …

Raten versus Rückfragen

Ist eine Stelle im Ausgangstext einer Übersetzung nicht eindeutig zu verstehen, sind mehrere Interpretationen möglich, fragen wir Übersetzer bei unseren Kunden zurück. Dies stellt sicher, dass der Auftraggeber das bekommt, was er wirklich will und gemeint hat. Maschinen fragen nicht nach, sie raten im Grunde. Hat sich im Original ein Fehler eingeschlichen, wird er mitübersetzt, während er einem menschlichen Übersetzer nicht entgehen würde.

Es wäre ein Leichtes, in Schadenfreude zu verfallen und selbstgerecht festzustellen, was maschinelle Übersetzungen nicht können. Aber haben wir das nötig? Nein, sicher nicht. Uns genügt es, zu wissen, dass wir die Captcha-Frage gar nicht erst beantworten müssen. Es stimmt, dass die maschinelle Übersetzung in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat – wie die KI ganz allgemein in vielen Bereichen. Die Qualität ihrer Arbeit ist jedoch noch lange nicht mit einer professionellen Leistung zu vergleichen. Und das sieht man auf den ersten Blick.

Fotos: @unsplash und Martina Schmid/eurolanguage

 Wie Übersetzer das Essen auf den Tisch bringen

Ob Ihr Blick zur Zeit öfter zweifelnd zwischen Kalender und Spiegel wandert und Sie angesichts der frisch eröffneten Badesaison eher zum „Team Diät“ tendieren; ob Sie im Gegenteil das ganze Jahr über auf Ihre Ernährung achten und mit dem „Team Gesundheit“ sympathisieren; ob Sie sich nichts verbieten lassen wollen, solange es gut schmeckt, und bekennendes Mitglied im „Team Genuss“ sind; ob Sie immer wieder Neues ausprobieren möchten und dem „Team Cook-it-Yourself“ beigetreten sind – Sie alle werden festgestellt haben, dass das Thema Essen immer allgegenwärtiger wird. Die neuen Medien sind daran nicht ganz unschuldig. Food Porn umgibt uns unentwegt, und selbst, wer sich noch nie fürs Kochen begeistert oder interessiert hat, kann sich den Bildern kaum entziehen.

Auch wir Übersetzer sind Teil des großen Hypes und haben gerade hier den unterschiedlichsten Branchen eine unersetzliche fachliche Unterstützung zu bieten.

Kochen im Alltag des 21. Jahrhunderts

Betrachten wir gemeinsam einen ganz normalen Sommertag. Herrliche Wetter kündigt sich schon früh an, die Fenster sind weit aufgerissen, um die Morgenkühle hereinzulassen. Der Frühstückskaffee dampft noch im Becher, als der Finger sich schon fleißig zum ersten Mal in Richtung Social Media wischt. Auf Instagram hat die BFF gestern Abend die verführerische Inszenierung eines neuen Rhabarberauflaufs gepostet. Rüber zu Facebook? Hier stellt ein großer Hersteller von Fertig-Cappuccino aus dem Kühlregal mit einem kunstvoll gestalteten Bild eines alkoholfreien Kaffeecocktails eine originelle Idee gegen das kleine Tief in der Mittagspause vor. Auf dem Weg zur Arbeit grinsen unzählige Erdbeertorten-Varianten von Kochmagazinen aus die Passanten an. Im Büro kreisen die Ventilatoren um die Tastaturen… und die Gedanken um den Urlaub: Lieber Moussaka in Griechenland buchen, oder doch Empanadas in der Heimat der Quinoa? Nach Feierabend kommen Freunde zum Grillen vorbei. Aber doch nicht mit schnöden Steaks! Gesundes Gemüse muss es sein, und ein richtig überraschender Salat ist auch dabei.

Übersetzungen für Food Blogger - eurolanguage WienDas sind wir uns und unserem Image schuldig. Wenn endlich alle weg sind und sich die Sonne längst verabschiedet hat, wird kurz durchs Fernsehprogramm gezappt. Sieh an, ein Verkaufskanal nutzt die Zusammenarbeit mit einer Kochzeitschrift, um Pfannen und sonstige Küchenutensilien wortreich an den Mann – oder doch die Frau? – zu bringen. Low Carb-Brot glänzt im Hintergrund neben Vorratsdosen. Im nächsten Sender gibt es Schokolade und Kuchen satt. Zwei Kanäle nach rechts läuft die zehnte Wiederholung einer Promi-Koch-Show, und ein paar Tasten nach links talken Politiker über Schulkantinen-Essen. Die Flucht auf Twitter hilft auch nicht wirklich weiter: Gerade ist Zucker-Bashing angesagt …

Übersetzer richten an…

In all diesen Augenblicken, die Sie vielleicht teils bewusst, teils nur unbewusst registriert haben, waren wir Übersetzer ständig an Ihrer Seite. Wir haben die französischen Kochbücher übersetzt, die Sie zu Quiche und Ziegenkäse-Salat inspiriert haben. Wir haben die Spülanleitung für das Kochgeschirr aus dem Polnischen übertragen, die Speisekarte Ihrer bevorzugten Tapas-Bar in verständliches Deutsch gebracht, die Verträge für die Castingkandidaten, die um die Chance kämpfen, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, ins Englische oder Portugiesische überführt. Dank unserer Arbeit wissen Sie nun, wie man die Crêpière und den Guglhupf-Maker bedient und reinigt, die Sie online bestellt haben. Die Messer, mit denen Sie gerade das Sushi schneiden, wären ohne unsere Übersetzungen von Auftragsunterlagen und Zollpapieren kaum aus Japan importiert worden. Auch die Zutatenliste Ihrer Curry-Mischung würde für Sie ein indisches Geheimnis bleiben, wenn es uns nicht gäbe. Wir sind es ebenso, die dafür sorgen, dass Pak Choi und Süßkartoffeln die internationalen Hürden bis in Ihren Supermarkt meistern. Und wir können noch mehr.

Kochen ist internationales Marketing – und davon verstehen wir eine Menge

Um sich ein gesundes Einkommen mit Kochen zu sichern, muss man nicht unbedingt Sternekoch sein.
Blogger haben als Influencer diese Disziplin perfektioniert, und auch ihre Welt wird immer internationaler. Neben dem eher traditionellen Interesse für die französische und italienische Küche widmen sich immer mehr Hobby- und halbprofessionelle Köche „exotischeren“ Genusswelten:

Sushi Japanese translations by eurolanguage ViennaEs gibt Kochblogs zur japanischen Küche, aber auch die gesundheitlichen Aspekte der Kochkunst werden nicht vernachlässigt.  Skandinavische und mediterrane Ernährungsmodelle sollen neben „Veggie“ und „Low Carb“ die Quadratur des Tellers liefern. Parallel dazu sind Blogs besonders erfolgreich, wenn sie sich spezialisieren: Brotblogs, Tortenblogs, Street Food-Blogs und andere Nischen-Themen zeigen neue Wege im harten Konkurrenzkampf.
Dieser Ansatz ist uns Übersetzern nicht fremd. Auch in unserer Branche ist Spezialisierung inhaltlich und wirtschaftlich unerlässlich.

Gerade deshalb sind wir in der Lage, Influencern und Start-ups, die sich nicht nur thematisch, sondern auch in ihrem Geschäftsmodell international positionieren möchten, bei einer angemessenen Anpassung ihres Brandings sinnvoll zu helfen. Wir übersetzen Websites und Blogartikel, Rezepte, Korrespondenz mit Fans und Kritikern und beraten sie, wenn sie Entscheidungen über die weiteren Schritte ihrer Internationalisierung fällen müssen. Dabei verlieren wir Kostenfaktor und Wirtschaftlichkeit niemals aus den Augen.

Food & Beverage: Größtes Wachstumssegment der verarbeitenden Industrie

Übersetzungen für die Lebensmittelindustrie eurolanguage ÜberestzungsbüroLebensmittel sind nicht nur Genuss und Vergnügen. Sie sind auch, hinter den Kulissen, mit einer Reihe von Gesetzen, Hygienevorschriften und Normen verbunden, die die Sicherheit der Verbraucher gewährleisten sollen. Verpackungsmaschinen, lebensmittelechte Materialien, Getränkeautomaten, Zusatzstoffe sind nur einige der Dinge, die in der industriellen Lebensmittelverarbeitung eine zentrale Rolle spielen. Diesbezügliche Vorgaben und Richtlinien gehen durch die Hände von Fachübersetzern, bevor sie ins jeweilige nationale Recht übertragen und als Anwendungsanlage gültig werden. Dabei ist es wichtig, dass der Übersetzer sowohl die rechtlichen Implikationen zielsicher interpretiert als auch das notwendige chemische Hintergrundwissen mitbringt. Er muss sich zudem aktiv und sehr regelmäßig über Audit-Prozeduren, neue Entwicklungen zu Reach-Verordnung und FDA-Vorgaben und ihre terminologischen Auswirkungen informieren, und sprachlich und fachlich die komplexe Palette der sich überschneidenden Themenbereiche souverän bedienen können. Auch hier tragen wir Übersetzer dazu bei, sicherzustellen, dass gesundes, ja unbedenkliches Essen auf den Tisch kommt.

Agrarwirtschaft zwischen Forschung und Logistik

Weizenfeld - eurolanguage Übersetzungen für die Agrarwirtschaft

Der stetige und mitunter erschreckend rasche Zuwachs der Weltbevölkerung führt zu einer immer hektischeren Suche nach neuen Versorgungsmöglichkeiten. Ernährungsengpässe in der Zukunft scheinen angesichts der nicht aufzuhaltenden Zahlen und der durch den Klimawandel bedingten Unberechenbarkeit von Ernten und Züchtungserfolgen kaum zu vermeiden. Interdisziplinäre Teams arbeiten international an der Lösung einer der wohl schwierigsten Herausforderungen, mit denen die Menschheit je konfrontiert wurde. Ihre Kommunikation erfolgt entgegen einer verbreiteten Annahme nicht zwangsläufig von vornherein nur in englischer Sprache. Hochspezialisierte Übersetzer sind hier gefragt, die sowohl in der Lage sind, kommunikativ und diplomatisch zweckgerecht zu vermitteln, als auch die notwendigen inhaltlichen Fachkenntnisse beherrschen.

Kochen kann nicht jeder, auch wenn jeder es gerne können möchte und sich schon viele daran versucht haben … und übersetzen auch nicht. Dass wir Übersetzer etwas vom Kochen verstehen, haben wir in diesem Blog übrigens schon andernorts unter Beweis gestellt. Vor allem aber verstehen wir die Belange, Bedürfnisse, Sorgen und Anforderungen dieser besonderen Branchen – nicht zuletzt, weil wir sie selbst leben. Ein perfektes Ergebnis ist auch bei uns mit vielen, mitunter hektischen Stunden hinter sehr heißen Kulissen verbunden und zeigt leider nicht, wie viele unsichtbare Anstrengungen, Übung, Fleiß und Gewissenhaftigkeit nötig waren, um zur absoluten Meisterschaft zu gelangen. Wir sorgen dafür, dass in Ihrem internationalen Auftritt nur die Qualität Ihrer Produkte und die Selbstverständlichkeit Ihre Kommunikation im Vordergrund stehen und nichts vom Glanz Ihrer Arbeiten ablenkt. Aus Leidenschaft für den sprachlichen und kulinarischen guten Geschmack …

Wann dürfen wir für Sie aufkochen? Schicken Sie uns ein E-mail: office@eurolanguage.net

Fotos: @unsplash.com

We say thank you! Gracias! Danke sehr! Merci beaucoup!