Preis für Übersetzungen bei eurolanguage Übersetungsbüro

Ein Kompass durch den Preis-Dschungel.

Autorin: Martine Paulauskas

Kunden der Übersetzungsbranche sehen sich mit den unterschiedlichsten Angeboten konfrontiert, und es ist alles andere als einfach, im Dschungel der verschiedenen Abrechnungsmodalitäten den Überblick zu behalten. Das war nicht immer der Fall.

Traditionell werden Übersetzungen im deutschen Sprachraum nach sogenannten Normzeilen des Zieltextes in Rechnung gestellt, wobei eine Normzeile 55 Zeichen inklusive Leerzeichen umfasst.

Dieses System hat sich gerade deshalb jahrzehntelang bewährt, weil es für Auftraggeber und Dienstleister gleichermaßen einfach und fair ist: Auf diese Weise bezahlt der Kunde genau das, was er bekommt, nämlich den vom Übersetzer wirklich geschriebenen Text. Nicht mehr, und nicht weniger. Es ist ein wenig wie ein Kauf am Obst- und Gemüsestand: Es wird die tatsächlich gewogene Menge bezahlt – ein alltägliches und für alle nachvollziehbares und unbestritten gerechtes Vorgehen.

In angelsächsischen Ländern wiederum wird üblicherweise nach Wörtern berechnet, und im Zuge der Globalisierung scheint sich diese Praxis auch bei uns immer häufiger durchzusetzen, nicht zuletzt weil die Wahrnehmung der Textmenge unmittelbarer und bequemer wird.
Diese Neuerung kann Vorteile bieten, ist allerdings nicht ohne Tücke.

Bei Übersetzungen in Sprachen, die Komposita ermöglichen – wie im Deutschen etwa das malerische Wort „Donaudampfschifffahrtsgesellschafts­kapitäns­mütze“ – mag sich der Kunde auf den ersten Blick über die Tatsache freuen, dass er einen ganzen Satzteil und mitunter weit mehr als eine Zeile zum Preis eines einzigen Begriffs bekommt. Doch diese erste Zufriedenheit dürfte eher von kurzer Dauer sein. Um einen angemessenen Stundensatz und ein gleichbleibendes und wirtschaftlich tragfähiges Einkommen zu erhalten, das eine qualitativ angemessene Arbeit ermöglicht, kompensieren Übersetzer diesen Umstand nicht selten durch einen grundsätzlich wesentlich höheren Preis. So kann das kleine Wort „und“ in der Folge ein kostspieliges Vergnügen werden, und der scheinbare Vorteil erweist sich schnell als Milchmädchen­rechnung.

Begleitet wird der Trend zur Berechnung nach Wörtern zudem von der Frage, ob der Ausgangstext oder der Zieltext als Grundlage der Preisberechnung dienen soll.

Befürworter der Berechnung nach dem Ausgangstext führen gern an, dass der Kunde dann einen sehr präzisen und festen Kostenvoranschlag bekommt, und ihm schlechte Überraschungen und Schwankungen des Endpreises erspart bleiben.
Tatsächlich ist dies nur eine sehr partielle und einseitige Wahrheit.

Zum einen sind erfahrene Übersetzer und Agenturen absolut in der Lage, die Länge des Zieltextes zuverlässig und seriös anzugeben, und bieten für bestimmte Projekte auch Festpreise an.

Des Weiteren wird hier – marketingwirksam, jedoch nicht ganz aufrichtig – die Tatsache ausgeblendet, dass Original und Übersetzung niemals gleich lang sind, und diese Länge je nach Sprachkombination auch themenbereichsabhängig sein kann.

Im Französischen etwa kann ein juristischer Text 20% länger sein als der entsprechende deutsche Ausgangstext. Die Berechnung nach dem ursprünglichen Text führt in diesem Fall also unvermeidlich zu einem Ungleichgewicht zwischen Preis und Leistung, das entweder bei gewissenhaften Übersetzern vorausschauend durch eine starke Preisanpassung oder schlimmstenfalls bei weniger vertrauenswürdigen Dienstleistern durch Vernachlässigung der Qualität ausgeglichen werden wird. In beiden Fällen trägt letztlich der Kunde die zusätzlichen Kosten einer nur sehr oberflächlichen vermeintlichen Transparenz.

In der Frage, ob die Berechnung einer Übersetzungsarbeit nach Zeilen oder Wörtern bzw. nach dem Ausgangs- oder dem Zieltext erfolgen soll, sollten nicht Trends und Werbeargumente, sondern immer echter Nutzen und Mehrwert für den Kunden im Vordergrund stehen.

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