Übersetzungsbüro eurolanguage legt Wert auf den Kontext

KONTEXT – warum ist er so wichtig?

„Wir brauchen mehr Kontext!“

Diesen Satz, der direkt einer amerikanischen Comedy-Serie entsprungen zu sein scheint, hat jeder Übersetzungskunde in seiner Zusammenarbeit mit Freelancern oder Übersetzungsagenturen sicher schon mehr als ein Mal gehört. Doch was genau ist dieser Kontext, nach dem immer wieder so eindringlich verlangt wird – und wie lässt sich diese mitunter so vehement vorgetragene Bitte denn von vornherein umgehen?

Vor einer allgemeinen Definition steht eine nicht zu umgehende Tatsache:

Ohne Kontext gibt es keine gute Übersetzung

Kontext ist für die Arbeit des Übersetzers mindestens so wichtig wie Fachterminologie und stilistisches Können. Kontext ist das, was er wissen muss, um ein Übersetzungsprojekt zielführend zu bearbeiten. Zusammenhänge zu erkennen, zu nutzen und wiederzugeben, ist für einen gelungenen und wirksamen Zieltext unerlässlich.

Kontext ist die Summe der Facetten, die die Übersetzungsarbeit ausmachen.

Kontext ist Inhalt

Selbstverständlich sind Inhalt und Umfang des Textes dabei ein wichtiger Aspekt. Werden lediglich ein Abschnitt oder einige Sätze aus einem ursprünglich längeren Text zur Übersetzung übergeben, können wichtige Elemente, die sich in der unmittelbaren räumlichen Umgebung dieser Passage befinden, schmerzlich fehlen. Dies gilt nicht zuletzt, wenn Pronomen schwer oder nicht zugeordnet werden können oder Begriffe durch die so „abgeschnittenen“ Fakten mehrere Deutungen bzw. Übersetzungen zulassen. Rückfragen werden unvermeidlich, was die Deadline unnötig gefährden kann. Zudem können unerspürte Missverständnisse nie ganz ausgeschlossen werden, was wiederum ohne Verschulden des Übersetzers die Qualität der Übersetzung in Frage stellen kann.

Übersetzungskontext ist Entstehungsgeschichte und Hintergrund

Schriftwechsel, Memos, Besprechungsunterlagen, Verhandlungsprotokolle, Kostenvoranschläge, juristische Schriftsätze – um nur einige typische Unterlagen des täglichen Geschäfts zu erwähnen –, entstehen als Kettenglieder innerhalb eines eigenständigen, oft längeren und zuweilen komplexen Kommunikationsvorgangs und können nur durch den Bezug auf den bisherigen mündlichen und schriftlichen Austausch in seiner Gesamtheit wirklich einwandfrei verstanden werden. Mit anderen Worten: Wer weiß, worum es geht, weiß ja, worum es geht … aber genau dieses Wissen muss für eine perfekte und schlüssige Übersetzung aller Details und die Wahl des angemessenen Duktus dem Übersetzer auch übermittelt werden – denn hellsehen kann er bei aller Qualifikation bedauerlicherweise nicht.

Die Textabsicht ist ein essentieller Bestandteil des Kontextes

Ebenso ist es unbedingt erforderlich, dem Übersetzer im Vorfeld mitzuteilen, an wen sich der Zieltext wenden soll und gegebenenfalls warum. Nur so kann er seiner Übersetzung die gebotene Tonart, die adäquate Sprachebene, die geeignete Semantik geben und die richtige Fachterminologie einsetzen. Der Übersetzer muss wissen, in welchem Zusammenhang und wann der Text von wem und in welchem Land gelesen werden soll und welche Wirkung damit erzielt werden soll.
So kann es beispielsweise durchaus entscheidend sein, ob die Beschreibung eines technischen Geräts sich an einen industriellen Nutzer wendet oder für den Laien und Heimwerker gedacht ist, oder ob ein Anschreiben bei gleicher Sachlage textpsychologisch im Zweifelsfall eher leicht drohend oder vorerst beziehungserhaltend ausfallen soll, was sich aufgrund geschäftskultureller Unterschiede, also der Gepflogenheiten und der zu erwarteten Lesart im Zielland, nicht notwendigerweise aus dem Ausgangstext ergibt.

Auch der optische Kontext ist wichtig

Für den Übersetzer wichtige Hinweise über den Text und seine Verwendung können auch Format und Erscheinungsbild liefern. Es ist aus stilistischer, grammatikalischer und typographischer Sicht sehr relevant, ob eine Zeile als Überschrift, Bildbeschriftung oder Teil einer Aufzählung erscheinen soll. Die Struktur eines Textes, Hervorhebungen, Schrifttypen geben darüber Auskunft, wie der Auftraggeber seinen Text gesehen und empfunden wissen möchte, was wiederum die Arbeit des Übersetzers qualitativ unterstützt. Die Unterscheidung zwischen Print- und Online-Texten hat einen ebenfalls nicht zu unterschätzenden Einfluss auf wichtige Entscheidungen, die der Übersetzer für eine optimale, erfolgbringende und effiziente Übersetzung treffen muss.

Übersetzungsarbeit ist immer eine situative Arbeit.

Sie erfordert gleichermaßen diplomatisches Geschick, interkulturelle und emotionale Kompetenz, sehr konkrete und detaillierte Fachkenntnisse. Alle diese Skills aber können nur dann optimal im Dienste des Kunden eingesetzt werden, wenn dem Übersetzer alle Informationen zur Verfügung stehen, die er für seine dezidierten feinsinnigen Abwägungen und Entscheidungen braucht – wenn ihm also der gesamte Kontext des Übersetzungsauftrags bekannt ist.