Schutzmasken und Desinfektionsmittel können wir unseren Kunden natürlich nicht verkaufen.
Was wir jedoch tun können ist, Firmen und Privatleuten gerade jetzt, wo sie mit enormen Problemen zu kämpfen haben, mit unseren Sprachdienstleistungen eine schnelle, effektive Hilfe bei ihrer Kommunikation zu ermöglichen. Gerade in der Krise zeigt sich, was Dienstleistung wirklich bedeutet.

Unser Express-Übersetzungs-Service sichert schnelle und zielgerichtete Unterstützung von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen:

  • bei medizinische Fachübersetzungen
  • bei ihrer Korrespondenz mit Geschäftspartnern in besonders betroffenen Gebieten
  • bei jeglichen Telefonaten und Videocalls durch unsere Übersetzer und Dolmetscher (zum Beispiel via https://zoom.us)
  • für Krankenhäuser/niedergelassene Ärzte/sanitäre Einrichtungen bei der Übersetzung von Hygienebestimmungen und allgemeinen Verhaltensregeln
  • für Touristikunternehmen bei der Überarbeitung von Reiseunterlagen und Zusatzinformationen, Stornobedingungen
  • für Veranstalter bei deren Änderungsverlautbarungen von Messe- und Kongressprogrammen
  • für international tätige Firmen bei der Erstellung von Memos und Newsletters zur Information ihrer Mitarbeiter

und vieles mehr.

Aus gegebenem Anlass bieten wir unseren EXPRESS-Service für Übersetzungen in allen Sprachen bis Ende April zu besonders reduzierten Konditionen und OHNE Aufpreis an. 

Auch der Schutz unserer Privatkunden liegt uns ganz besonders am Herzen

Auch bei dieser Epidemie steht das Leben nicht ganz still. Es sind Dinge und auch Behördengänge zu erledigen. Wir wissen das. Auch für uns geht die Arbeit vom Homeoffice aus weiter.

Wer jetzt in dieser Zeit der Coronakrise Urkunden oder andere wichtige Dokumente bei eurolanguage beglaubigt übersetzen lässt, muss sich nicht persönlich zu uns bemühen. Wir übermitteln Ihre beglaubigten Übersetzungen ausschließlich per Post. Sie müssen sie nicht selbst abholen und können so das Risiko einer Ansteckung unterwegs in den Öffentlichen Verkehrsmitteln reduzieren.

In dieser Krisensituation setzten wir uns auch gerne außerhalb der üblichen Bürozeiten für Sie ein. Unterstützung für Sie dann und dort, wann und wo sie nötig ist.

Was hatte ich mir nur dabei gedacht?

Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Sprachstudium war ich nicht nur aller elterlichen Sorge trotzend und mit der Zuversicht, die allein der Jugend eigen ist, ziemlich ohne Plan B nach Wien gezogen, sondern hielt nun, an jenem kalten verregneten 6. März 1995, nach einer langen Warterei im Vorzimmer des Magistrats, meinen Gewerbeschein in Händen. 700 Schilling in Stempelmarken, das entsprach ca. 100,- DM, hatte er gekostet. Sicher, es war ein gewagtes, vielleicht sogar nicht ganz überlegtes Unterfangen, aber wenn ich heute zurückblicke, sehe ich in dieser Anekdote in erster Linie das, was eurolanguage Fachübersetzungen bis heute auszeichnen sollte und was ich in den jungen Gründern und ihren Start-ups erkenne: bedingungslose Leidenschaft und Enthusiasmus.

Ein wenig Zufall und viel Leichtigkeit

Zugegeben – alles war damals anders.

In der Dienstleistungsbranche herrschte Aufbruchstimmung. Vielmehr noch: Dienstleistung war „das ganz große Ding“ dieser Jahre, regelrecht ein Modewort, und auch wenn es heute sicher lächerlich klingt, Dienstleister zu sein war gewissermaßen „cool“ und hatte eine beinah glamouröse Aura. Es zeigte, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hatte, dass man sich bewusst für die neue Richtung entschied, die sich in der Wirtschaft als zukunftsträchtig und gewinnbringend abzeichnete. Service sollte nicht mehr eine leere Worthülse sein, der Kunde sollte endlich wirklich König werden; ihm zu dienen und alles, aber auch alles für ihn tun zu wollen, sich Tag und Nacht für ihn einzusetzen, schien Ehre und Gebot zugleich. Teil an dem Hype zu haben, machte einen so wahnsinnig stolz. Die junge Romanistin, die in der Wiener Linzerstraße ihren ersten Firmensitz haben sollte, dachte da nicht anders. Wie Sie vermutlich gerade, muss auch ich in diesem Augenblick darüber schmunzeln.

Hindernisse gab es kaum, Vorschriften nur wenige. Von DSGVO, Impressumspflicht, UWG, UrhG, Abmahnungen und Co. war nicht die Rede. Diese Aussicht, durch das eigene Geschäft auch das eigene Leben frei gestalten zu können, war allgegenwärtig und fühlte sich leicht und gut an.

Der Bedarf an Übersetzungen war zudem enorm. Die EWG war im Grunde kürzlich erst zur EG geworden, und aus den neuen Bestimmungen, Regelwerken und Verpflichtungen, die sich aus dieser Umgestaltung ergaben, erwuchs für die Übersetzungsbranche ein weit geöffneter Horizont unendlicher Möglichkeiten.

Eine Prise Glück

Die ersten Aufträge ließen nicht lange auf sich warten: Ein guter Studienfreund hatte meine neu gegründete Übersetzungsagentur empfohlen (es hieß noch nicht „Networking“ oder „Empfehlungsmarketing“ …), und so gewann ich schnell erste, erfreulicherweise sehr gute Kunden. Mit einigen von ihnen arbeite ich tatsächlich heute noch zusammen, was mich an diesem Jubiläumstag mit großer Dankbarkeit und ein wenig Rührung erfüllt.

Rasant ging es weiter

Mein Startkapital bestand aus einem bescheidenen Sparbuch, das eigentlich für den Erwerb eines gebrauchten Kleinwagens gedacht war. Aber mit einem Auto kann man nicht übersetzen und auch keine Aufträge verwalten, und nur das hatte ich im Sinn. Ich investierte also kurzerhand den gesamten Betrag in einen „Zauberkasten“, einen gebrauchten Computer mit einem aus heutiger Sicht lächerlich winzigen Speicher.

Nun blickte mir das kleine viereckige Apple-Gesichtchen lächelnd von einem kleinen Bildschirmchen entgegen, und ich konnte tatsächlich anders als mit der Schreibmaschine ganze Zeilen und Textabschnitte korrigieren, komplett löschen, neu formatieren und mehrfach ausdrucken … Der Kleine machte mich so stolz und euphorisch, wie der ursprünglich geplante VW-Käfer es niemals vermocht hätte.

Bald kam das Internet. Wurden unsere Übersetzungsarbeiten bislang per Schneckenpost oder Fax ausgeliefert, so änderte sich auf einmal alles: Es begann die zeitnahe, direkte Kommunikation mit den Kunden. Die Taktung wechselte von SLOW auf ULTRASPEED. Dienstleistung war nunmehr weniger Inhalt als zeitliche Dimension: Die Aufträge wurden nicht mehr „bis Ende dieser Woche, Anfang nächster Woche“ erwartet, sondern „heute um 14:30 Uhr“, auf die Minute genau.

Auf in Richtung Zukunft

Internationalisierung, Globalisierung, Kommunikation ohne Grenzen – dazu haben Übersetzer/innen im zurückliegenden Vierteljahrhundert einen wesentlichen und großartigen Beitrag geleistet.

Und heute?

Die Branche befindet sich (wieder einmal) im Wandel: CAT-Tools haben uns die Arbeit erleichtert, Künstliche Intelligenz und neuronale Übersetzungssoftware werden als das nächste „ganz große Ding“ gehandelt. Solange aber maschinelle Übersetzungen Komik, Ironie und Humor nicht treffend wiedergeben, juristische Texte nicht rechtssicher in eine andere Sprache übertragen können, idiomatische Ausdrücke gar nicht erst verstehen und interkulturelle Kompetenz für sie ein buntes Fragezeichen bleibt, wird es das Übersetzungsbüro eurolanguage geben.

Einige ganz persönliche Zeilen

Zur Schau getragene Emotionalität ist meine Sache nicht. An einem solchen Tag aber, an dem sich doch Nostalgie und private Erinnerungen mit geschäftlicher Bilanz ein wenig vermischen, bitte ich um Nachsicht, wenn ich eine Ausnahme mache.

Ihnen allen gebührt für diesen langen Weg mein Dank: Ihnen, meinen Kunden, natürlich, aber auch den vielen Übersetzern/innen aus und in allen Ecken der Welt. Ohne Ihre Kompetenz, Ihre Zuverlässigkeit und Ihre Loyalität gäbe es eurolanguage nicht. Ich verlange von Ihnen allen sehr viel, und manches Mal mag ich überkritisch sein, aber ich hoffe, Ihnen allen dennoch eine gute Auftraggeberin und Kollegin zu sein.

Nein, ich hatte mir wirklich nicht viel dabei gedacht an jenem 6. März 1995 und mich einfach kopflos in ein Abenteuer gestürzt. Dass es allerdings so spannend und erfüllend werden würde, hätte ich mir niemals träumen lassen. Und ich würde nichts ändern wollen. In diesem Sinne:

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Warum eine „falsche“ Übersetzung manchmal genau die richtige ist und die „richtige“ Übersetzung durchaus schlecht sein kann.

In der Übersetzungsbranche hat sich in den letzten Jahren vieles verändert: Die dem Übersetzer* zur Verfügung stehenden Werkzeuge – die sogenannten CAT-Tools – wurden entscheidend weiterentwickelt, online-Übersetzungsprogramme wie Google Translate oder Deepl machen rasante Fortschritte. Zudem sind die Anforderungen und Bedürfnisse der international orientierten Kunden in Zeiten der Digitalisierung 4.0 gestiegen: Produkte und Dienstleistungen sollen per Mausklick in den unterschiedlichen Sprachen verfügbar sein und auf dem internationalen Parkett einen rundum guten Eindruck vermitteln. Neben all diesen Entwicklungen bleibt eine Frage aber zu allen Zeiten präsent, ja brisant:

Wann ist eine Übersetzung „gut“? Wie lässt sich die Qualität einer Übersetzung bemessen?

Dies sind vielschichtige Fragen, die nicht selten zu widersprüchlichen Antworten führen können. Allein das Etikett „falsch“ ist nicht als solches nicht eindeutig.

Schwierigkeit Nr. 1 bei der Beurteilung von Übersetzungen: Kritik präzise formulieren

Übersetzungsqualität ist Textqualität

Es klingt banal: Eine Übersetzung ist immer in erster Linie ein Text. Und Texte werden subjektiv wahrgenommen. Was einem Leser gefällt, muss anderen nicht gefallen. Diese Erkenntnis, derer sich die Gegner der Literaturkritik gern bedienen, könnte schnell zu dem Eindruck führen, dass es müßig ist, nach einer allgemeingültigen Methode zu suchen, um die Arbeit des Übersetzers bewerten zu können. Dem steht allerdings die Tatsache gegenüber, dass die Klassiker der Weltliteratur es trotz unterschiedlichen Geschmacks dennoch geschafft haben, einen Konsens zu erzielen: Sie gelten in der mehrheitlichen Vorstellung als „gute Texte“. Doch diese Formulierung enthüllt zugleich die Unmöglichkeit eines sachlichen und quantifizierbaren Urteils, denn sie bleibt fakten- und zahlenfrei. Wir können dafür keine Instrumente verwenden, keine Skala anlegen, keine Vergleiche mit einem geeichten System oder einem Sollwert anstellen.

Unscharfe Kritikpunkte schaffen Verwirrung

Daraus ergibt sich auch die Schwierigkeit, Probleme mit einer Übersetzung in Worte zu fassen. Unternehmen mit Niederlassungen im Ausland bekommen oft ein sehr vages negatives Feedback: Der Text lese sich holprig; so würde ein Muttersprachler niemals schreiben; man könne mit dem Text nichts anfangen; die Übersetzung sei allgemein schlecht.
Für den Auftraggeber ist es dann kaum möglich, zu begreifen, was genau geändert werden müsste, er weiß nicht, warum die Übersetzung als misslungen wahrgenommen wird. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich mit einer Reklamation an die Übersetzungsagentur oder den Übersetzer zu wenden. Doch selbst dann kann die Antwort komplex sein.

Schwierigkeit Nr. 2 bei der Beurteilung von Übersetzungen: Kritik verstehen

 Gute Übersetzungsagentur vs. schlechte Übersetzungsagentur

Natürlich kann es vorkommen, dass schlicht auf eine nicht ganz so seriöse Übersetzungsagentur zurückgegriffen wurde, die wenig Erfahrung in der Auswahl der geeigneten Übersetzer hat, die Personalressourcen für ein bestimmtes Themengebiet nicht hat, aus Kostengründen auf die Beschäftigung von Muttersprachlern oder recherchewilligen Mitarbeitern verzichtet oder sich schlimmstenfalls lediglich einer gängigen Übersetzungssoftware bedient und das Ergebnis weder prüft noch redigiert. Dies soll hier nicht unser Thema sein.

Wenn aber eine hochwertige Übersetzungsagentur und ein professioneller Muttersprachler beauftragt wurden, ist eine Übersetzung, die im Zielland als nicht zufriedenstellend angesehen wird, in den seltensten Fällen wirklich „falsch“ (auf diesen Begriff gehen wir im nächsten Teil dieses Artikels genauer ein), und die Probleme liegen an anderer Stelle.

Ursachen für „falsche“ Übersetzungen

1. Interkulturelle Differenzen: Der Ausgangstext passt nicht zum Zielland

Die Globalisierung hat sich mit atemberaubender Geschwindigkeit von einem theoretisch-politischen Konstrukt zu einem der wichtigsten gelebten Faktoren des wirtschaftlichen Handelns entwickelt. Vergessen wird dabei oft, dass die allgegenwärtige Präsenz von Fastfood-Filialen im Stadtbild und das immer einheitlichere Markenangebot bis in die kleinsten Ecken der Welt die regionaltypischen Denkweisen und Gewohnheiten, die geschäftlichen Gepflogenheiten und Mentalitätsunterschiede nicht von heute auf morgen „weggebügelt“ haben. Das kollektive Bewusstsein, die gemeinsame Vorstellungswelt einzelner Kulturen bleiben  nicht erheblich weniger als früher an Grenzen gebunden, auch wenn diese eher geographisch-kultureller und nicht notwendigerweise politischer Natur sind.

Für dieses Problem kann es zwei Lösungswege geben.

Eine Übersetzung im eigentlichen Sinn, also die Übertragung des Ausgangstextes in die Fremdsprache unter Einhaltung der Tonalität, der Textabsicht und -details, ist nicht immer die beste Wahl. Transcreation kann sinnvoller sein, wenn zwar der essentielle Inhalt vermittelt werden soll, aber alle anderen Merkmale, die den kulturellen Ursprung des Textes erkennen lassen, angeglichen oder sogar komplett verändert werden müssen.
Zuweilen ist auch dieser Schritt ungenügend. Ist die Textvorlage mit zu vielen Gegebenheiten im Zielland und in der Zielsprache nicht vereinbar, erfordert dies eine enge Zusammenarbeit zwischen den Übersetzungspartnern: Der Kunde muss bereit sein, auf das Urteil, die Erfahrung, die Fachkenntnisse des Übersetzers zu vertrauen, seine Einwände und Vorschläge ernstzunehmen. Eine gute Übersetzungsagentur macht von vornherein auf vorhersehbare Schwierigkeiten aufmerksam und bietet von sich aus die entsprechende Unterstützung an. Ist der Kunde einer solchen sprachlichen Feinjustierung nicht aufgeschlossen, ist auch der beste Übersetzer machtlos, und der Text wird im Zielland unvermeidlich einen schlechten Eindruck hinterlassen.

2. Unternehmensinterne Fachterminologie

Auch interne Prozesse können dazu führen, dass Übersetzungen ihren Zweck nicht erfüllen. Hat das Unternehmen eine festgelegte und in den jeweiligen Ländern eingespielte und verankerte Fachterminologie und einen eigenen Sprachstil (Corporate Wording/Corporate Language) entwickelt, müssen diese Elemente dem Übersetzer von Anfang an und vollständig zur Verfügung gestellt werden. Die Übersetzung wird im Zielland andernfalls als Stilbruch, bei abweichendem Fachvokabular als „falsch“ betrachtet werden, auch wenn die Terminologie allgemein anerkannt ist und für andere Unternehmen bedenkenlos verwendet werden dürfte.

Ebenso gefährlich kann das „Recycling“ sein. Übersetzte Website-Texte sollten nicht für Imagebroschüren oder Prospekte eingesetzt werden. Dies gilt umso mehr in Ländern, in denen Formalien eine große Rolle spielen: Der Leser erwartet, dass zu jedem Format Texte anderer Tonalität der Situation entsprechend angeboten werden, und spürt instinktiv, dass der Text fehl am Platz ist – in der geäußerten unscharfen Kritik: „schlecht“. Deshalb ist es wichtig, dass bei jedem Auftrag auch ein Kontext angegeben wird: Nur so können Übersetzungsagentur und Übersetzer den Kunden effektiv beraten und ihn darauf aufmerksam machen, für den Fall, dass Text und Zweck im Zielland nicht harmonieren können.

3. Die Dinge wurden leider zu wörtlich genommen

Die lustigen Fotos aus Speisekarten und Hotelbeschilderungen, die uns in den Sozialen Netzwerken immer wieder zum Schmunzeln bringen, sind Beispiele für Fälle, in denen es nicht schwer ist, eine falsche Übersetzung zweifelsfrei zu identifizieren. Kaiserschmarrn als Emperor’s Nonsense zu übersetzen ist köstlich, jedoch eindeutig falsch.

Natürlich lassen wir auch an dieser Stelle die Gelegenheit nicht aus, anzumerken, dass ein menschlicher und professioneller Übersetzer solche Fehler nicht machen würde. Sie sind meistens das Produkt unredigierter maschineller Übersetzungen … oder das Werk eines Anfängers, der sein Text-und Sprachveständnis maßlos überschätzt.

Theorie und Praxis: Wenn eine „falsche“ Übersetzung manchmal genau die richtige ist

Tückisch kann die Diskrepanz zwischen Regeln und Leben sein, zwischen puristischer Sprachauffassung und tatsächlichem Sprachgebrauch. Grundsätzlich fühlen sich Übersetzer zwei Göttern verpflichtet: einerseits der grammatikalischen Genauigkeit, der einwandfreien Sprache, andererseits dem, was im Zielland wirklich gesagt und geschrieben wird. Daraus kann ein unangenehmes Dilemma erwachsen.

richtig oder falsch, das ist die Frage - Übersetzungsbüro eurolanguage

Zum einen entwickeln sich Regelwerke und Sprachgebrauch nicht synchron.

Ein Beispiel: Während im Deutschen das Wort „wegen“ aus grammatikalischer Sicht ausschließlich mit dem Genitiv verwendet werden dürfte, hat sich in der Umgangssprache der Fehler „wegen dem …“ so lange unmerklich eingeschliffen, dass er mittlerweile im Mündlichen geduldet und sogar in einigen festen Ausdrücken und in journalistischen Texten als salonfähig anerkannt wird.

Sprachpurismus, die grammatikalisch richtige Formulierung, kann von Fall zu Fall komplett an der Zielgruppe vorbei gehen, ja für diese geradezu falsch klingen.

Des Weiteren kann Purismus dann kontraproduktiv sein, wenn die richtige Verwendung eines Wortes, eines Genus oder einer Schreibweise zwar von Grammatiken und Wörterbüchern normativ unumstritten sanktioniert ist, jedoch nur 2 % der gebildeten Bevölkerung dieses wissen und anzuwenden vermögen.

Soll der Übersetzer die hochsprachlich korrekte Verwendung wählen, die in den Nachschlagewerken verbrieft ist, aber dennoch so nicht verwendet wird, oder soll er sich nach dem sprachlichen Usus richten, der von 98 % seiner Landsleute gepflegt wird?

Analog stellt sich die Frage bei Rechtschreibregeln, bei denen eine „falsche“ Rechtschreibung als sinnverändernd begrenzt akzeptiert ist. Im Französischen zum Beispiel gilt die Orthographie „de tous temps“ (zu allen Zeiten) parallel zum einzig korrekten „de tout temps“ bedingt, da Semantiker einen geschichtlich gewachsenen leichten Bedeutungsunterschied einräumen: „de tous temps“ dürfe dann geschrieben werden, wenn „zu allen Epochen“ gemeint sei, während „de tout temps“ in Abgrenzung dazu eher als „schon immer“ aufgefasst werden dürfe. Einige Linguisten argumentieren sogar, dass diese Unterscheidung nicht nur sein dürfe, sondern sein solle.

Im Deutschen stellt sich ein vergleichbares Problem (wenn es auch weit weniger leidenschaftlich diskutiert wird) in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsdebatte bei dem Ausdruck „Null Emissionen“, der angesichts der Zahl „Null Emission“ heißen müsste. Oder das Luftdruckgewehr, das eigentlich ein Druckluftgewehr sein müsste.

In vielen Fällen ist der Dialog mit dem Kunden der goldene Weg: Der Kunde entscheidet, was seine Intention besser trifft: praxisferne Korrektheit oder tatsächlicher Sprachgebrauch.

Eine gute Übersetzung ist selbstverständlich frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern – auch wenn, wie gezeigt wurde, hier Ausnahmen notwendig sein können – und hilft dem Kunden, im Zielland einen perfekten Eindruck zu hinterlassen und folglich zu überzeugen. Dies ist die Definition.

Im echten Leben aber ist eine gute Übersetzung vor allem eins: unsichtbar. Sie ist ein Text, der ganz selbstverständlich klingt…

Übersetzungsbüro und Kunden arbeiten zusammen

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Beitrag das generische Maskulinum verwendet. Selbstverständlich sind alle Geschlechter miteingeschlossen.

 

Ein kleiner Kompass durch den Preis-Dschungel

Sie haben einen Text, den Sie in eine andere Sprache übersetzt brauchen. Sie suchen im Internet, schnell tun sich unzählige Anbieter auf und Sie werden mit ganz unterschiedlichen Angeboten konfrontiert. Was steckt dahinter? Im Dschungel der verschiedenen Abrechnungsmodalitäten ist es nicht leicht, sich einen objektiven Überblick zu verschaffen.

Wir zeigen Ihnen hier die verschiedenen Kalkulationsmodelle auf – die beiden Basis-Währungen heißen zunächst: Wörter oder Zeilen.

1.   Die Berechnung nach Normzeilen

Übersetzungsleistungen im deutschen Sprachraum werden im Allgemeinen nach Normzeilen in der Zielsprache in Rechnung gestellt. Dieses System hat sich gerade deshalb jahrzehntelang bewährt, weil es für Auftraggeber und Dienstleister gleichermaßen einfach und fair ist: Auf diese Weise bezahlt der Kunde genau das, was er bekommt, nämlich den vom Übersetzer wirklich geschriebenen Text. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein wenig wie der Einkauf am Obst- und Gemüsestand: Es wird die tatsächlich gewogene Menge bezahlt – ein alltägliches und für alle nachvollziehbares und unbestritten gerechtes Vorgehen.

Definition eine Normzeile in der Übersetzung

2.   Die Berechnung nach der Anzahl der Wörter im Ausgangstext

In angelsächsischen Ländern wiederum wird der Preis einer Übersetzung seit jeher nach Wörtern in der Ausgangssprache berechnet. Im Zuge der Globalisierung setzte sich in den letzten Jahren diese Praxis auch bei uns immer mehr durch, nicht zuletzt, weil die Wahrnehmung der Textmenge für den Kunden vermeintlich besser einzuschätzen ist und Englisch eine der Hauptsprachen ist, in die und aus der übersetzt wird. Der Platzhirsch sozusagen…
Diese Angleichung an das angelsächsische Berechnungsmodell ist allerdings nicht ohne Tücke.

Bei Übersetzungen in Sprachen, die lange Wortzusammensetzungen ermöglichen – wie etwa das Deutsche – ist die Berechnung nach Wörtern für den Übersetzer de facto ungerecht. Man denke an das oft strapazierte Wort „Donaudampfschifffahrtsgesellschafts­kapitäns­mütze“ – hier kommen wir auf 48 Anschläge, die nur als ein einziges Wort zur Berechnung kämen. Auch viele juristische Fachwörter wie zum Beispiel ‚Einkommenssteuerdurchführungsverordnung‘ haben eine bemerkenswerte Länge und sind in ihrer Kompaktheit dennoch treffender als wenn man schreiben würde: die Verordnung zur Durchführung der Einkommenssteuer – was final für die Berechnung aber 6 Wörter und nach obiger Berechnung mehr Geld in der Kasse des Übersetzers bedeuten würde.

Und die Verwirrung wird noch größer, denn zu all dem wird unterschieden in:

3.   Ausgangs- oder Zielsprache als Berechnungsgrundlage?

Jede Sprache hat ihre Eigenheiten, wie oben die Mütze des Donaukapitäns schon bewiesen hat. Grundsätzlich werden zum Beispiel Texte, die aus dem Deutschen oder Englischen in eine romanische Sprache übertragen werden, immer – egal um welches Fachgebiet es sich handelt – um vieles länger, manchmal bis hin zu 20 %. Die Berechnung auf der Basis des Ausgangstextes führt in diesem Fall unvermeidlich zu einem Ungleichgewicht zwischen Leistung und Vergütung des Übersetzers, wohingegen die Berechnung auf der Basis des Zieltextes der tatsächlichen Leistung des Übersetzers entspricht.

4.   Beglaubigte Übersetzung – hier wird wieder anders berechnet

Bei einer beglaubigten Übersetzung gelten die oben genannten Berechnungen nach Wörtern oder Zeilen NICHT. Die Stempel der Ausstellungsbehörde im genauen Wortlaut werden angeführt, die Formatierung des Ausgangsdokumentes wird nachgebaut, teilweise müssen Handschriften entziffert werden. Der beeidete Übersetzer haftet für die Richtigkeit seiner Übersetzung mit der Beglaubigungsformel und seiner Unterschrift. Grundsätzlich muss hier jedes Wort auf die sprichwörtliche Goldwaage gelegt werden, denn es handelt sich um eine Übersetzung, die ein rechtsgültiges Dokument zur Vorlage bei Behörden ist.

In der Frage, ob die Berechnung von Übersetzungsdienstleistungen nach Zeilen oder Wörtern bzw. nach dem Ausgangs- oder dem Zieltext erfolgen soll, dürfen nicht Trends und Werbeargumente, sondern immer nur echter Nutzen und Mehrwert für den Kunden im Vordergrund stehen. Eine gute Übersetzungsagentur mit langjähriger Erfahrung zahlt ihren professionellen Fachübersetzern ein angemessenes Honorar, adäquat zu ihrer Qualifikation und Spezialisierung und zum Schwierigkeitsgrad des zu übersetzenden Textes – denn der Rechercheaufwand spielt bei der Vergütung ebenso eine Rolle. Die Übersetzung einer detaillierten technischen Bedienungsanleitung eines Drehofenbrenners zum Beispiel erfordert mehr Recherche- und Zeitaufwand als die Übersetzung allgemeiner Grußworte. Auch Listen einzelner Wörter, die in ihrem fachspezifischen Kontext erst durch Rückfragen abgeklärt werden müssen, können nicht streng nach dem „1 Wort kostet so und so viel“ Modus kalkuliert werden. Insofern kann die Berechnung nach Normzeilen ebenso wie die Berechnung nach Wörtern nur ein Anhaltspunkt sein, der angesichts des zu übersetzenden Textes immer modifiziert werden muss. Eine gute Übersetzungsagentur differenziert daher ihr Angebot an den Kunden genau nach Sprachkombination, Textsorte/Schwierigkeitsgrad und Dringlichkeit. Bekommen Sie als Antwort auf die Anfrage für die Übersetzung Ihrer anspruchsvollen Texte ein sofortiges, automatisiertes Angebot, das auf rein mathematischer Multiplikation beruht – egal ob Zeilen oder Wörter – lässt das darauf schließen, dass diese so wichtigen Parameter nicht miteinbezogen wurden. Gute Übersetzungen sind keine Massenware, sondern das Ergebnis sorgfältiger Arbeit eines gut ausgebildeten, talentierten, erfahrenen Übersetzers.

Von eurolanguage Fachübersetzungen werden Sie keinen 08/15 Kostenvoranschlag per Mausklick bekommen. Aber Preis und Leistung stimmt, das ist unser Versprechen, ob Wörter, Zeilen, Ziel- oder Ausgangstext.

*Der besseren Lesbarkeit halber wurde in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Selbstverständlich sind alle Geschlechter einbezogen.

Valentinstag – lass‘ Blumen sprechen…

Entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht, der Valentinstag polarisiert. Die einen sehen in ihm einen weiteren unerfreulichen, überflüssigen Auswuchs hemmungsloser Kommerzialisierung und kritikloser Übernahme amerikanischer Gebräuche, die anderen sehnen ihn geradezu herbei: Sie zelebrieren am Valentinstag ‚herzerlgeschwängert‘ ihre Zweisamkeit. Liebe liegt in der Luft, Karten werden verschickt, Pralinen verschenkt. Auch ist dies der Tag, um endlich der ersten großen Liebe die bislang schüchtern verborgene Zuneigung einzugestehen. Und bei all dem spielen Blumen eine große Rolle, sie haben am Valentinstag ihren großen Auftritt. Und sie sprechen ihre eigene Sprache.

Botschaften in Worte kleiden – erst recht, wenn es um Gefühle geht – fällt nicht jedem leicht. Nicht kitschig sollte es sein, auf gar keinen Fall peinlich. Angemessen, souverän, stilsicher, geschmeidig und genau so formuliert, wie die Angesprochene es sich wünscht.

Diese Zielvorgaben sind uns Übersetzer*innen wohlbekannt, sind doch Inhalt, Stil und die Einbeziehung der Erwartungshaltung der Zielgruppe unser tägliches Credo.

Die Sprache der Blumen…

Am Valentinstag übernehmen Blumen die Kommunikation:  Rote Rosen sprechen stolz von Liebe und Leidenschaft, kleine Frühlingsblumensträußchen überspielen zurückhaltende Schüchternheit, voluminöse Blumensträuße flehen um eine zweite Chance, zarte Primeln sagen unverfänglich ‚morgen ist auch noch ein Tag‘. Die Assoziationen scheinen klar bestimmt. Ganz anders jedoch verhält es sich mit ‚blumiger Sprache‘.

Ein „blumiger“ Text? Blumige Sprache, was ist damit gemeint?

Als erstes fällt uns natürlich Poesie ein: Dichtung wird mitunter als blumig bezeichnet, wenn sie sich besonders adjektiv- und assoziationsreich und damit opulent und bildhaft gibt.

Aber auch Texte, die keinerlei literarischen Anspruch haben, können als „blumig“, ja „kitschig blumig“ empfunden werden. Gemeint ist zumeist, dass sie, wie ein zu schweres pudriges Parfüm eben, schwülstig und überladen wirken. Hier gilt es zwischen objektiver Textrezeption und subjektiver Textbeurteilung zu unterscheiden.

Affektiertheit und Manieriertheit können ein gewolltes Stilmittel und Stilabsicht sein – in einigen Fach- und Textbereichen durchaus angebracht. In der geschäftlichen Korrespondenz wiederum muss der textpsychologische Faktor hinterfragt werden: Eine manierierte Ausdrucksweise kann als Einschüchterung und demonstrative, ja theatralische Überheblichkeit eingesetzt werden und muss dann auch als Teil der Botschaft in der Zielsprache sorgsam erhalten bleiben.

In der privaten Korrespondenz kann eine gezierte Sprache schlicht Ausdruck der Persönlichkeit des Autors sein und somit ein Stück Authentizität, persönliches Statement oder ein wichtiges Charaktermerkmal darstellen.

Selbstverständlich kann ein gewundener und umständlicher Stil auch ein Symptom stilistischen Unvermögens sein!

Oft jedoch sind „blumige“ Texte einfach floskelüberladene oder jargonhafte Texte, bei denen die Diskrepanz zwischen einem übermäßig komplizierten Schreibstil und einem quantitativ und qualitativ recht übersichtlichen Inhalt allzu auffällig ist. Handelt es sich um Texte, die sich unnötig künstlicher Sprache bedienen, ist es ein Stilmangel. Oder es ist der gezielte, wenn auch ungeschickte Versuch, einer sehr dünnen Materie etwas mehr Konsistenz zu verleihen.

Blumige Sprache in der Übersetzungsarbeit

Ist ein Ausgangstext sehr gekünstelt und metaphorisch überladen, stellt das für Übersetzer*innen eine große Herausforderung dar. Eine blumenreiche und affektierte Ausdrucksweise muss stilistisch gekonnt umgesetzt werden, wenn diese in privaten, literarischen Texten, Korrespondenz oder auch Marketingtexten als Stilmittel eingesetzt ist.

Eine gute Übersetzungsagentur kennt ihre Übersetzer*innen genau und weiß, wer für die Übersetzung solcher eher schwierigen und zeitaufwändigen Texte geeignet ist und sie bevorzugt mit viel Kreativität übernimmt. Auch in der Zielsprache muss die Sprachebene erhalten bleiben, der Text flüssig und verständlich sein, auch wenn der Ausgangstext gekünstelt und umständlich, ja blumig verfasst ist. Oftmals ist es notwendig, mit dem Kunden Rücksprache zu halten und über die Möglichkeit einer Komplettredaktion des Ausgangstextes zu sprechen. Dies vor allem dann, wenn eine jargonbetonte Corporate Language die Übertragung der Corporate Identity in bestimmte Zielländer unmöglich macht, weil diese Sprachebene abschreckend und somit kontraproduktiv wäre.

Fingerspitzengefühl ist das Zauberwort, bei der Auswahl Ihrer Blumengeschenke zum Valentinstag ebenso wie bei der Übertragung blumiger Worte in eine andere Sprache.

Wir wünschen einen schönen Valentinstag!

Übrigens übersetzen wir auch gern Ihre Liebesbriefe, denn Liebe kennt keine (Sprach)Grenzen.

Heirats- und Geburtsurkunden übersetzen wir auch ;-)

Foto: Martina Schmid

Sprache im Allgemeinen und speziell die Interaktion von Sprechern verschiedener Sprachen war von Beginn an ein Gebiet, auf das die, damals schlicht als „Informatik“ bezeichnete Wissenschaft, ein ganz besonderes Augenmerk legte. Die unglaublich verlockende Vorstellung, eine Maschine könnte irgendwann einmal das menschliche Denken perfekt imitieren und sich autonom verständigen, faszinierte die Denker vom ersten Tag an. Sie war Utopie und Ansporn zugleich. Und ja, heute ist der Traum in vielen Bereichen Wirklichkeit geworden, der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist das Zauberwort der Neuzeit. Was bedeutet er für das internationale Business? Schwer zu überblicken? Mit diesem kleinen Abriss möchten wir unseren Kunden helfen, Tatsachen von Vermutungen und Gerüchten –Pardon: Fake News natürlich! – zu unterscheiden.

Künstliche Intelligenz und Übersetzung – von gestern bis heute

Sprachen als Spiel- und Übungsplatz der 60er und 70er Jahre

Als in Japan das erste sprechende „Elektronengehirn“, das brav grüßen und auf ein paar Grundfragen scheinbar selbständig antworten konnte, enthüllt wurde, keimte in der Presse bereits die Überlegung auf, ob in absehbarer Zeit Roboter als Dolmetscher fungieren könnten, und die Antwort der Ingenieure war ein klares optimistisches „Ja“. Gerade Übersetzer vermochten dies nicht zu glauben, zu komplex seien Sprachstrukturen und -nuancen, zu wichtig die interkulturelle Kompetenz, als dass eine Maschine sie beherrschen könne. Auch das Versprechen, mit immer größeren Computern immer mehr Daten und somit Wortschatz und Grammatik implementieren zu können, wusste die Skepsis nicht ganz zu vertreiben. Zumindest herrschte in unserer Branche darüber Konsens, dass es, wenn überhaupt jemals, nicht ganz so bald sein könne.

Von den netten Spielzeugen der 80er Jahre zu den Übersetzungshilfen der 90er

Angesichts der freundlichen kleinen weißen zweibeinigen Blechfreunde mit den lustigen blauen Augen, die auf Industriemessen mit hölzernen Sätzen und erheblicher Sprechverzögerung eher durch ihre Niedlichkeit punkteten, schien das Thema jedoch nicht im engen Sinne vorrangig.
Mitte der 90er Jahre allerdings kamen erste Programme auf, die für die Übersetzer zunächst eine große Arbeitserleichterung darstellen sollten. „CAT-Tools“ in Form von Translation Memory-Software schienen das Gebot der Stunde.

Wie das Übersetzungswerkzeug im neuen Jahrtausend zum double-edged tool wurde

Ein zweischneidiges Schwert spaltete von nun an nach und nach die Übersetzergemeinde – demographisch und kaufmännisch. Während die Mehrheit der Übersetzer darüber erfreut war, sich nicht mehr nur auf das eigene Gedächtnis verlassen zu müssen und dadurch Zeit zu gewinnen, die sie bisher für die Suche in ihrem Archiv nach bestimmten Textabschnitten, internen Firmenfachterminologien oder Formulierungen aufgewendet hatten, blickten einige mit Zurückhaltung und Misstrauen auf die neuen Arbeitshelfer. Tatsächlich sind die Pflege der Datenbanken oder die Vorbereitung von Dateiformaten auf den zweiten Blick nicht viel weniger zeitraubend als die bisherigen Prozesse; bereits übertragene Sätze können je nach Kontext nicht blind übernommen werden, wie die Werbung es versprach, sondern müssen ohnehin per Hand angepasst und redigiert werden; die benötigten materiellen und finanziellen Ressourcen sind erheblich. Erfahrene Übersetzer vor allem monierten, dass dadurch die Qualität von Übersetzungen zu sinken drohe, wenn nicht eine sehr beachtliche Mehrarbeit investiert würde, für die kein geldwerter Ausgleich angeboten würde.

Licht und Schatten: CAT-Tools im Dienste der Internationalisierung und Globalisierung

Wie immer im Leben haben Medaillen und Werkzeuge immer zwei Seiten.

CAT-Tools sind ein Segen für den Übersetzungskunden im B2B

Für Geschäftskunden sind CAT-Tools ein Segen: Sie bekommen ihre Übersetzungen schneller; sie können sicher sein, dass ihre Fachterminologie in allen Texten beachtet und systematisch verwendet wurde; sie sparen Geld, denn zu einem früheren Zeitpunkt bereits bearbeitete Textteile werden rechnungsmindernd berücksichtigt; sie können ihre Übersetzungsbudgets besser steuern, da die Berechnung oft nach der Wortzahl des Ausgangstextes erfolgt und Kostenvoranschläge in vielen Fällen überflüssig macht. Es ist Dienstleistung in Vollendung.

Es ist nicht alles Gold …

Vereinfacht ausgedrückt: Die Vorstellung auf der Bühne der Übersetzung wirkt müheloser und ist sehr viel kundenorientierter, effizienter und perfekter geworden. Dies ist nicht zu bestreiten, und Künstliche Intelligenz hat daran einen großen Anteil.
Wie im Theater oder im Ballett auch steckt hinter dieser Leichtigkeit allerdings eine große Menge sehr harter Arbeit … die hinter den Kulissen geschieht, nicht gesehen, und somit auch nicht (mehr) entlohnt wird. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Übersetzungshonorare im deutschen Sprachraum in den letzten zehn Jahren halbiert haben. Die Übersetzer müssen also, um ihre Existenz zu sichern, mehr Kunden finden und Aufträge annehmen, während ihre Leistung immer kleiner geredet wird.
Diese brancheninterne Situation bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass der Kunde mehr denn je wirklich sicher sein muss, dass er es mit einem zuverlässigen, kompromisslos seriösen Übersetzungspartner zu tun hat, der bereit ist, trotz nicht mehr uneingeschränkt blühender Arbeitslandschaft höchste Qualität zu liefern und nicht die Meinung vertritt, er müsse nur das tun, wofür er tatsächlich bezahlt würde, sondern von sich aus willens ist, zusammen mit dem Kunden die sogenannte Extrameile zu gehen, der sich dem Erfolg des Kunden verpflichtet fühlt.

In unserem nächsten Blogartikel im Februar werden wir Ihnen daher genau erklären, woran Sie eine gute Übersetzungsagentur und ein seriöses Geschäftsgebaren in der Übersetzungsbranche erkennen können.

Bei allen Vor- und Nachteilen: Natürlich tragen CAT-Tools auf sehr wirksame Weise zur Internationalisierung und zur Globalisierung bei, denn sie unterstützen einen in Corporate Language und Corporate Wording einheitlichen internationalen Auftritt. Damit sind sie allerdings nicht mehr allein.

Internationalisierung auf Knopfdruck – ein Traum der 2010er Jahre?

Automatische Übersetzung und neuronale automatische Übersetzung sind die neuen Stichwörter der letzten Jahre und lassen das Thema CAT-Tools beinahe obsolet erscheinen: Ist es möglich, ganz ohne Übersetzer auszukommen? Auf allgemein (sogar mitunter kostenfrei) verfügbare Software zurückzugreifen und Texte ganz ohne den Menschen zu übersetzen? Kann KI Sprachstrukturen mittlerweile so gut erkennen und in eine andere Sprache übertragen, dass MI entbehrlich ist?
Eine Antwort auf diese Frage kann nur seriös sein, wenn sie absolut objektiv ist – und wir haben sie an anderer Stelle in diesem Blog gegeben.

Grenzen der KI im internationalen Geschäft: Suchmaschinen verweigern die Globalisierung

Alle Kontinente sind einen Tastenklick entfernt

Das Internet als Netzwerk verbindet uns mit der ganzen Welt. Die Grenzen unserer Mikrokosmen und Universen scheinen verschwunden. Europa feiert nicht nur Thanksgiving und Halloween, sondern auch Black Friday und Cyberweek. Unsere Geschäftspartner müssen sich nicht mehr zu uns bemühen, Videokonferenzen ermöglichen die simultane Unterzeichnung von Verträgen über Tausende von Kilometern hinweg. Ob dies eher kritisch oder als beispielloser Fortschritt zu betrachten ist, spielt keine Rolle: Es ist die Realität, in der wir leben.
Doch wie international ist diese Realität wirklich? Wie nah sind unsere Geschäftspartner wirklich?

Ernüchternde Erkenntnis: KI versteht die Globalisierung nicht

Im internationalen Geschäft – und dies betrifft gleichermaßen das B2B und das B2C – zeigt sich, dass wir nicht annähernd so weit gekommen sind, wie wir es glauben möchten. Einige Fakten machen deutlich, dass KI Internationalisierung und Globalisierung weniger fördert als behindert.

Regionale Werkzeuge täuschen die große weite Welt vor

Suchmaschinen etwa sind entgegen der geläufigen Meinung keineswegs global ausgerichtet. Die in Europa bekannteste von ihnen ist in Asien oder Russland kein Wirtschaftsfaktor, was die Automatisierung von SEO-Arbeit zunichtemachen kann.

Des Weiteren zeigen die sogenannten „Filterblasen“, wie regelrecht provinziell Künstliche Intelligenz sein kann: Grundsätzlich werden bei der organischen Suche nur Ergebnisse aus der eigenen geografischen Zone angezeigt, auch wenn die Frage in einer Fremdsprache formuliert und in Anführungsstriche gesetzt wird. Um dies zu umgehen, müssen sowohl die Zielsprache als auch das Zielland unter „Einstellungen“ speziell angekreuzt werden.
Bei diesem Schritt wiederum sind die Optionen begrenzt. Es ist nicht möglich, nach Zulieferern in allen französischsprachigen Ländern oder im gesamten hispanischen Bereich zu suchen oder mehrere Länder gleichzeitig auszuwählen. Diese Parameter müssen außerdem nach einem Sitzungsabbruch (also Schließen der Suchmaschine) neu eingegeben werden. Suchmaschinen gehen davon aus, dass der Nutzer etwas in seiner Nähe finden möchte. Die Welt da draußen bleibt für sie offenbar fern und fremd.

Social Media – liken und versinken

Gleiches ist beispielsweise auf Twitter zu beobachten. Wurde zwei oder drei Konten etwa von englischen Kulturinstitutionen gefolgt, schlägt Twitter in der Spalte „Wem folgen?“ konsequent ausschließlich Nutzer aus Großbritannien vor. Auf die Idee, dass das Interesse vielleicht dem Thema in aller Welt und nicht dem geographischen Bereich gilt, kommt das System keine Sekunde – Internationalisierung und Globalisierung … Fehlanzeige.

Andere Denkmuster sind nicht vorgesehen, und hier enthüllt KI genau die Unflexibilität und den Gespürmangel, die sie zum heutigen Stand der Technik je nach Textkategorie und Anspruch noch immer zum Übersetzer dritter, vierter und fünfter Klasse degradiert.

Künstliche Intelligenz spielt in der Globalisierung dahingehend eine Rolle, dass sie den Business-Akteuren mitunter eine schnellere, effizientere und stimmigere Umsetzung der Internationalisierungsstrategie eröffnen kann. Sie bleibt allerdings ein Werkzeug, das die Menschenhand noch braucht, und ist noch sehr weit davon entfernt, uns die Welt objektiv und kulturell angemessen zu Füßen zu legen oder Internationalität selbst und autonom zu gestalten.
Ob Chancen oder Grenzen überwiegen, könnte Gegenstand langer Diskussionen sein.

Gerne laden wir Sie dazu ein, uns Ihre Meinung zu diesem Artikel und zu den zwei Seiten der KI im internationalen Geschäft zukommen zu lassen, die wir gern unter Einhaltung eines strengen und nach Ihren Vorstellungen steuerbaren Datenschutzes in diesem Blog veröffentlichen, wenn Sie es wünschen.

Foto: @canva