In Zeiten von Corona an Internationalisierung und Globalisierung denken? Ein Widerspruch?

Ganz bewusst habe ich als Agenturchefin von eurolanguage Fachübersetzungen in diesen schweren Zeiten der Pandemie dieses Foto als Titelbild gewählt, es wurde von mir selbst letztes Jahr im November auf dem Rückflug eines Dolmetscheinsatzes aufgenommen, als noch niemand im Entferntesten an Corona dachte. Seit Monaten sind wir nun alle in unseren Freiheiten enorm eingeschränkt und träumen mehr oder weniger von der großen weiten Welt. Auch, ganz selbstverständlich, von unserem geschäftlichen Erfolg in der großen weiten Welt. Träume sind erlaubt und davon kann uns auch das Virus nicht abhalten, „hinterm Horizont geht’s weiter…“ singt Udo Lindenberg. Bei der Arbeit im Homeoffice wird Bestehendes kritisch beleuchtet: Unter anderem vergleichen wir die eigene Website mit der der Konkurrenten, Interna werden analysiert, und schnell wandern die Gedanken in Richtung Globalität. Ergäben sich da nicht ganz neue Möglichkeiten?

Und es keimt die Hoffnung auf, die Zeit der Krise für die internationale Positionierung NACH der Krise zu nutzen. Und gleich die erste Frage: Wo setzen wir an? Natürlich an unserem Fenster nach draussen, an unserem Fenster in die weite Welt – der WEBSITE.

Diese Punkte sind bei der Website-Übersetzung entscheidend:

1. Die Funktion einer Website hat sich verändert

Wurden Unternehmens-Websites vor wenigen Jahren noch ’nur‘ als erweiterte Visitenkarte, weiteres Schaufenster zur Präsentation des Portfolios angelegt, übernehmen sie heute deutlich komplexere und vielfältigere Aufgaben. Auf einer Website soll nicht nur ein Angebot beschrieben, sondern der immer größeren Vergleichbarkeit von Produkten und Leistungen Rechnung getragen werden. Die Website ist sowohl Imageträger als auch Ideenvermittler. Und vor allem muss sie in erster Linie dazu dienen, passiv Umsatz zu generieren: das Interesse potentieller Kunden gewinnen, Probleme aufdecken und Lösungen anbieten, Bedürfnisse wecken und befriedigen. Ob im B2B oder im B2C: Websiten haben sich de facto und unabhängig von ihrer Form zu eigentlichen Umsatzgeneratoren entwickelt, denn heute ist ihre Aufgabe nicht mehr nur zu präsentieren, sondern sie sollen und müssen auch aktiv verkaufen. Und die Ansprüche der Websitebesucher werden zusehends größer, sie wollen Individualität. Die einfache Erstellung und Handhabung einer WordPress-, Jimdo- oder Wix- Website hat den Effekt, dass sich die Seiten immer weniger voneinander unterscheiden. Das Theme, im Katalog nach Branchen wie Finanzdienstleister, Foodblogger oder Gärtner übersichtlich sortiert, wird schnell gefunden und angewählt, ist in wenigen Minuten installiert und braucht nur noch mit ein paar persönlichen Angaben ausgestattet zu werden. Fotos und Bilder werden mit Drag and Drop ganz schnell aus Stockmagazinen gezogen, Textblöcke und deren Anordnung sind vorinstalliert, Schriften bieten sich automatisiert an. Selbst bei kreativen Branchen wie Werbe- und Designagenturen sind diese austauschbaren Konzepte gang und gäbe, sind sie doch wie der normative Leisten eines Schuhs. Aber – und hier kommen wir ins Spiel – bei der zunehmenden Verwendung stereotyper Frames werden die Texte und die individuelle Ansprache des Kunden immer wichtiger. Gut für uns!

2. Websites brauchen Internationalität…

Abhängig von Branche und Umsatzzielen ist der Abschied vom regionalen und nationalen Ansatz der Kundenprospektion eine Frage des Überlebens. Doch entstehen aus dieser Notwendigkeit, die nicht selten den schalen Beigeschmack der Unumgänglichkeit in sich trägt, viele Fragen, die logistisch und finanziell beantwortet werden müssen:

  • Muss für jedes Land, in dem ich mir Kunden erhoffe, eine Website in der jeweiligen Sprache erstellt werden?
  • Genügt Englisch nicht einfach für alle Zielgruppen?
  • Müssen alle Seiten und Unterseiten meiner Website übersetzt werden?

Weltkugel auf orangem Hintergrund mit orangem Fernglas

…aber wie viel Internationalität ist sinnvoll?

Die schlechte Nachricht zuerst: Eine pauschale Antwort auf diese zugegebenermaßen quälenden Sorgen gibt es nicht.
Die positive Nachricht ist, dass eine gute Übersetzungsagentur, die nicht nur aus einem maschinell Kostenvoranschläge ausrechnenden Computer besteht, Ihnen sehr gezielt helfen kann, die Bedürfnisse Ihrer Website qualitativ und quantitativ richtig einzuschätzen. Um Ihnen vorab einen ersten Überblick zu verschaffen, stellen wir hier einige der Hauptentscheidungsfaktoren vor, kreuzen Sie in unserem Pdf die entsprechenden Aspekte an und lassen Sie sich anschließend von uns beraten.

3. Internationalität im B2B und im B2C – zwischen Bedürfnis und Imagegewinn

Ein entscheidender Faktor hierbei ist wie so oft Ihre Zielgruppe. Umfragen haben ergeben, dass Verbraucher in Online-Shops zu 80 Prozent lieber in ihrer Muttersprache einkaufen, auch wenn sie des Englischen mächtig sind. Die größtmögliche Internationalität Ihrer Website zu fördern, scheint im B2C also auf jeden Fall sinnvoll. Der Kunde fühlt sich sicherer und ist eher geneigt, den Anbieter als seriös und vertrauenswürdig einzuschätzen.
Im B2B wiederum kann dies in vielen Fällen etwas flexibler gesehen werden, doch wird von größeren Unternehmen und Konzernen mitunter erwartet, dass sie ihrem weltumspannenden Image gerecht werden. Eine breite Sprachauswahl auf der Website wird bewusst und unbewusst unter anderem als Zeichen von Höflichkeit und Dialogbereitschaft rezipiert und trägt so zum Bild eines weltoffenen und souveränen Unternehmens bei. Immer wieder wird auch ins Feld geführt, dass beim Google-Ranking mehrsprachige Websites einen Vorteil haben, aber bitte erwarten Sie sich nicht sofort den kometenhaften Aufstieg.

4. Einfluss und Bedeutung Ihrer internationalen Strategie

In welche Sprachen Sie Ihre Website übersetzen lassen sollten, hängt auch von Ihrer Geschäftsstrategie ab. Für einige Unternehmen sind Auslandskunden zwar willkommen, aber sie sind nicht notwendigerweise die Hauptzielgruppe, sondern werden als eine Art Laufkundschaft betrachtet, die zufällig auf die Website kommt und durchaus dort kaufen darf. Wenn dies Ihre Einstellung ist, genügt neben der deutschen Sprache in der Tat eine Version Ihrer Internetpräsenz in englischer Sprache.
Glauben oder wissen Sie hingegen, dass Ihre Produkte auf einem bestimmten Markt Erfolg haben (werden), sollten Sie gezielt eine weitere Sprache anbieten, die für den jeweiligen geographischen Bereich relevant ist. Auf dem afrikanischen Kontinent etwa sollte Ihr Angebot nicht nur in englischer, sondern mindestens auch in französischer Sprache gegeben sein. In Asien sollten Sie die Sprache des Landes oder der Länder nicht auslassen, von dem Sie sich den meisten Umsatz versprechen, etwa Chinesisch, Japanisch, Vietnamesisch… Ebenso ist zum Beispiel von unseren französischen Nachbarn bekannt, dass sie es im B2B und B2C gleichermaßen schätzen, wenn die Kommunikation in ihrer Sprache erfolgt. Vergessen Sie aber bei all diesen Überlegungen nicht, dass die potentiellen Anfragen, die Sie über den mehrsprachigen Webauftritt erhalten, dann auch in der jeweilen Sprache beantwortet werden sollten. Was nützt Ihnen eine Anfrage auf französisch, wenn Sie sie nicht verstehen und mit dem Kunden nicht kommunizieren können? (Hier finden Sie wirklich gute Tipps für Ihre E-Mail Kommunikation auf Englisch)

Ihren Übersetzungsbedarf zu definieren und einzugrenzen, kann in der Tat sehr schwierig und die Entscheidungen, die damit einhergehen, können regelrecht beängstigend sein. Als Partner Ihrer internationalen Kommunikation helfen wir Ihnen gern, ein wenig klarer zu sehen. Zudem steht Ihnen das Übersetzungsbüro eurolanguage auch in der logistischen Steuerung Ihres Projekts zur Seite und trägt durch seine langjährige Erfahrung und hochqualifizierte Sprachexperten*innen dazu bei, dass die Welt da draußen Sie so sieht, wie Sie wirklich sind. Und vielleicht können wir gemeinsam die Welt ein bisschen besser machen.

Zu unserer kostenlosen PDF  Wie viele Sprachen braucht meine Website?

Im für uns alle sehr schwierigen Jahr 2020 bieten wir Ihnen eine kostenlose (bis zu 30 Minuten) Beratungsanalyse Ihrer Website an. Senden Sie uns Ihre Webadresse, einen kurzen Abriss Ihrer Auslandsstrategie, ein paar Punkte wohin und warum Sie expandieren wollen und wir besprechen mit Ihnen, wie wir Ihnen sprachlich unter die Arme greifen können.

Machen Sie sich einen Termin aus unter: E-Mail:  office@eurolanguage.net

Ihre Ansprechpartnerin Martina Schmid

Übersetzungsbüro Wien - Martina Schmid

Fotos: @canva + Martina Schmid

Lehren aus der Corona-Krise

Ein wichtiger Begriff in letzter Zeit war das kleine Adjektiv „systemrelevant“. Es entschied darüber, welche Branchen arbeiten, welche Geschäfte öffnen durften und mussten, und welche Familien in Form von Notbetreuung der Kinder, in einigen Ländern auch von kostenlos überlassenen Mietfahrzeugen, Essensgutscheinen und dergleichen unterstützt wurden. Schließlich ging es darum, die Grundfunktionen des Lebens aufrechtzuerhalten.

Sind Übersetzer systemrelevant?

Für die Übersetzungsbranchen – und wir schreiben hier bewusst im Plural – ergab sich eine vielschichtige und paradoxe Situation.

Es gibt Dolmetscher und Dolmetscher

Als die ersten internationalen Konferenzen abgesagt und die ersten Messen und Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit verschoben wurden, waren die Dolmetscher die ersten, die die plötzlichen Veränderungen zu spüren bekamen. Bereits Ende Februar wurde ihnen mitgeteilt, dass ihre Dienste nicht benötigt würden, und gebuchte Aufträge wurden abgesagt. Nur wenigen Unternehmen gelang es, rechtzeitig die Technik für Video-Einsätze dieser Art aufzubieten.

Dolmetscher-Mikrophon-KopfhörerParallel dazu rückte ein Dolmetscherberuf gerade in den Medien als besonders systemrelevant in den Vordergrund. In einer Zeit, in der jede noch so kleine Information lebensentscheidende Wichtigkeit erlangen konnte, wurde deutlich, wie unentbehrlich Gebärdendolmetscher weltweit als Mitglieder der Krisenstäbe wurden.

Was sich hier zeigte, ist auch für die Übersetzungsbranche allgemein ein Zeichen: Die genaue und zielgruppengerechte Übertragung von essentiellen Informationen ist ohne die Arbeit eines hochqualifizierten Mittlers nicht möglich, und wenn es darauf ankommt, wissen dies auch Regierungen und Behörden zu schätzen und umzusetzen. Nicht Maschinen und KI wurden eingesetzt, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die in Sekundenschnelle die Fakten sortiert und doch lückenlos, verständlich, gezielt, einfühlsam und ohne in einer solchen Lage verheerende Zweideutigkeiten kommunizieren konnten – eben das, was auch zwischen Fremdsprachen einen guten Dolmetscher ausmacht.

Übersetzungen und internationale wirtschaftliche Beziehungen: Bilder einer Symbiose

Ebenso wurde in den letzten Monaten schmerzlich deutlich, wie sehr unsere globalisierte Welt von einer reibungslosen Funktion der Logistikketten in Industrie und Dienstleistungen abhängig ist. Warenlieferungen für den Endverbraucher und die Industrie sind unerlässlich, damit unsere Arbeit und unser Alltag gesichert sind.

Diese enge Verstrickung besteht ebenfalls zwischen Wirtschaft und Übersetzung. Ohne Übersetzer können internationale Verträge über Waren- und Personenaustausch, Bestellungen und Lieferungen nicht verhandelt werden. Im gleichen Maße ist die Übersetzungsbranche von einer beständigen internationalen Wirtschaft abhängig und untrennbar mit intensiven Import-/Export-Tätigkeiten verbunden. Es ist kein Zufall, wenn viele Übersetzungsagenturen, wie eurolanguage auch, in den 1990er Jahren gegründet wurden,als Handel und Produktion sich anschickten, zunächst innerhalb Europas, später immer mehr auf weltweiter Ebene, alle Grenzen zuüberwinden. Ohne uns ist Verständigung zwischen Ländern und Unternehmen nicht möglich, ohne das rege Leben von KMU und Konzernen, ohne Tourismus und interkulturelle Begegnungen wäre auch unsere Existenz in Frage gestellt.

Systemrelevante Übersetzungen und Dolmetscherleistungen während der Corona-Krise

Fand der unmittelbare medizinisch-wissenschaftliche Austausch in den letzten Monaten hauptsächlich direkt in englischer Sprache statt,so ergab sich jedoch in einigen Regionen eine durchaus vitale Übersetzungstätigkeit, die ein neues Licht auf die Frage wirft, ob unsere Arbeit als systemrelevant einzuschätzen wäre.

In vielen europäischen Ländern führte die Schließung von Kindertagesstätten, Kindergärten und Grundschulen zu einem kurzfristig erhöhten und dringenden Übersetzungsbedarf. Eltern mit Migrationshintergrund, die in ihrer neuen Heimat der Landessprache nicht immer ausreichend mächtig sind, um schwierige Sachverhalte mit der gebotenen Eile zu verstehen, mussten schnell und verständlich informiert werden. Auch Ratschläge für die Beschäftigung der Kinder und zu Homeschooling, Merkblätter zu verspäteten Einschulungsverfahren und dergleichen mussten – oft in Echtzeit – übersetzt werden.

In Frankreich bemühten sich Gemeinden mit hohen Migrantenanteilen, die immer wieder angepassten Beschränkungsverordnungen schnellstmöglich in vielen Sprachen zur Verfügung zu stellen, um einen identischen Informationsstand aller Bevölkerungsteile zu sichern und so die Einhaltung der Regeln möglich zu machen. Städtische Wohnbaugesellschaften in den Vororten der Großstädte ließen Plakate und Wurfsendungen übersetzen, die dazu beitragen sollten, das Zusammenleben in den oft gigantischen anonymen Wohnblöcken so ansteckungsarm wie möglich zu gestalten.

In London hatten Dolmetscher in den Corona-Testzentren viel zu tun. Insbesondere in den sozial benachteiligten Schichten, die dort den Statistiken nach überdurchschnittlich vom Virus getroffen wurden, fehlt es oft an ausreichenden Sprachkenntnissen, um die zuweilen nicht ganz einfache Prozedur in Anspruch zu nehmen.

Auch in Flüchtlingslagern waren Dolmetscher unterwegs und standen Ärzten und Krankenschwestern zur Seite – worüber kaum berichtet wurde.

Doch auch eine andere Art von Übersetzungen nahm in dieser Zeit einen nicht zu unterschätzenden Platz ein und wurde zu einem wortwörtlich lebensentscheidenden Bestandteil der Kommunikation: Die Übertragung der schwierigen, sich permanent ändernden und mitunter für alle verwirrenden Neuerkenntnisse und Vorschriften in einfache Sprache war unerlässlich, um Menschen mit Behinderungen bzw. mit eingeschränktem Verständnis komplexer und abstrakter Texte barrierefrei zu informieren – eine unbestritten systemrelevante Aufgabe.

Warum Übersetzungen in Zeiten der Pandemie wichtig sind: das schlechte Beispiel Japans

Japanerin mit Corona-Maskenschutz-Übersetzer sind systemrelevantStellen Sie sich vor, Sie leben seit kurzem in einem fremden Land, sind von einer fremden Sprache umgeben, die Sie mittlerweile gerade genug beherrschen, um einkaufen zu gehen und ein unverbindliches Pläuschchen mit dem Nachbarn zu halten, deren Schrift Sie aber noch nicht lesen können. Stellen Sie sich weiterhin vor, dass Sie nicht der einzige in dieser Situation sind, sondern es Millionen wie Sie gibt. Stellen Sie sich nun vor, es käme gerade jetzt zu einer Pandemie. Um zu wissen, was wie auf Sie zukommt, brauchen Sie Informationen, die Sie verstehen, Aushänge, die Sie lesen können. Und stellen Sie sich schließlich vor, dass es so etwas nicht gibt, dass Sie keinerlei Zugang zu den Beschränkungen und Verboten in Ihrer Stadt bekommen können, dass Sie nichts über die tatsächlichen Ansteckungszahlen vor Ort erfahren können, dass Sie sich gestrandet und verlassen fühlen.

Dies erlebten ausländische Mitarbeiter und Touristen in Japan zu Beginn dieser Pandemie, und die japanische Regierung sah sich deswegen mit einer sehr harten Kritik ihres Krisenmanagements konfrontiert. Viele Verlautbarungen und Vorschriften standen nur in der Landesschrift zu Verfügung, was den unvermeidlichen Stress- und Verunsicherungsfaktor noch deutlich erhöhte. In einer zweiten Phase wurden zwar Übersetzungs-Apps eingesetzt, die jedoch höchstens in englischer Sprache angeboten wurden und – den Aussagen der Betroffenen nach – eher als Krücke denn als Hilfe zu sehen waren. Wenn es darauf ankommt, geht eben nichts über die menschliche Übersetzung.

Übersetzungen nach Corona

Übersetzungen werden zur Wiederherstellung der Logistikketten beitragen

Nach den Lockerungen und mit dem langsamen Anlauf der Wirtschaft ist ein Anstieg des Übersetzungsbedarfs zu erwarten. Der Waren- und Personenverkehr zwischen Ländern läuft noch nicht reibungslos, Messen und touristische Veranstaltungen sind noch zu planen, und es sind noch viele Detailfragen zu klären: In den unterschiedlichen Ländern ändert sich der Stand der Dinge täglich, was nur mit einer differenzierten und feinfühligen Sprache zu vermitteln ist.

Auch betriebsinterne und betriebsübergreifende Kommunikation wird in den kommenden Wochen und Monaten für einen reibungslosen Übergang zu dem, was wir Normalität nennen werden, immer entscheidender sein.

Online-Handel: die „Gewinner“ der Krise werden gute Übersetzungen brauchen

In einer Zeit, in der noch immer Menschen sterben und die Zukunft für so viele unsicher bleibt, von „Gewinnern“ zu sprechen, mag zynisch klingen. Doch wirtschaftlich haben im B2C tatsächlich die Unternehmen Glück im Unglück, denen es gelingt, ihre Produkte online zu verkaufen – ganz gleich, ob sie sich damit eine Alternative zu ihrem Ladengeschäft eröffnen wollen oder sich ganz und gar auf die digitale Welt beschränken. Für diese Händler wird es nicht genügen, auf kostenlose maschinelle Übersetzungen zurückzugreifen: Gerade weil es ihnen viele nachmachen werden, werden sie es sich nicht leisten können, sich auf den regionalen Markt zu beschränken. Im internationalen Maßstab wiederum wird angesichts der unbegrenzten Konkurrenz die Qualität der Produktvorstellungen in Text und Bild entscheidend sein.

Übersetzungen jenseits der Globalisierung

Die Pandemie hat die Globalisierung in ein neues Licht gerückt, und nicht selten wurden Skepsis und Kritik laut. Manche Ökonomen sehen Anzeichen für eine Relokalisierung einer Vielzahl von Wirtschaftsangeboten. Hierfür wird mittelfristig eine sehr dezidierte Ansprache von Kunden und potentiellen Partnern notwendig sein, die interkulturelle Kompetenz unerlässlich und unersetzlich macht.

Wissenschaft und Medizin brauchen präzise Übersetzungen

Medizinische Übersetzungen in der CoronakriseEnglisch spricht in der Wissenschaft jeder, und das reicht doch auch. Oder? Dass dem nicht so ist, zeigt dieses Beispiel. Spätestens dann, wenn eine Brücke zwischen Wissenschaft und Laien geschlagen werden soll, werden gute, zuverlässige und stimmige Übersetzungen gebraucht. Mit der zunehmenden Auswertung der Daten, der Entwicklung eines Impfstoffs oder eines Medikaments wird auch in den kommenden Monaten ein großer Übersetzungsbedarf entstehen. Sprache spielt an der Schnittstelle zwischen Forschung und Öffentlichkeit bzw. zwischen Forschung und Politik eine unermessliche Rolle. Es muss transparent informiert werden, das allgemeine Interesse ist groß, PR-Arbeit für die Akzeptanz von Ideen und Ansätzen in Bevölkerung und Politik entscheidend.

Auch wenn zu vermuten ist, dass Übersetzer, Dolmetscher und Übersetzungsagenturen nicht so bald tatsächlich als systemrelevant eingestuft werden, so ist doch zu hoffen, dass noch vor der nächsten Krise begriffen wird, wie wichtig wir als Glied in der langen Kette von Zusammenleben und Wertschöpfung sind.

 

Fotos: @canva.com + @unsplash.com

Wenn wir uns heute umsehen, in unseren E-Mail-Eingang schauen oder telefonieren, ist nichts mehr so, wie es noch vor einigen Wochen war. Die Realität hat sich verändert, eingespielte Mechanismen funktionieren nicht mehr, Selbstverständlichkeiten werden ad absurdum geführt. Es ist schon schwierig genug, privat mit diesen unbekannten und bis dahin kaum vorstellbaren Rahmenbedingungen zurechtzukommen. Geschäftlich und beruflich ist es noch viel entscheidender, sich schnell anzupassen und souverän zu handeln. Für international tätige Unternehmen ist es ein ganz besonderes Wagnis.

Wir möchten Übersetzungskunden helfen, den Überblick zu behalten, die Wirkung ihres Verhaltens auf dem internationalen Parkett richtig einzuschätzen, potentielle Fallstricke zu erkennen und zu umgehen und ihre internationale Kommunikation geschäftserhaltend zu steuern.

Wie die Corona-Krise unseren Umgang mit der Globalisierung beeinflusst

Das Coronavirus zeigt in seiner Ausbreitung und Auswirkungen mehr als jede nüchterne Beschreibung, als jede geschichtswissenschaftliche Theorie des Handels und weit deutlicher als die exemplarisch so viel zitierte Expansion von Fastfoodketten in allen Ländern, wie engmaschig der Austausch von Waren und zwischen Menschen rund um den Globus geworden ist – ja wie eins wir alle geworden sind. Grenzen und Distanzen scheinen in den letzten Wochen für immer aus unserem Verständnis verschwunden zu sein: Es wurde uns allzu überzeugend vor Augen geführt, wie durchlässig und unbedeutend sie sind. Zum ersten Mal vielleicht begreifen wir wirklich, was Globalisierung bedeutet, was sie für jeden Einzelnen, ob im ganz kleinen oder ganz großen Maßstab, menschlich und wirtschaftlich impliziert. Manche nehmen sogar diese Entwicklungen und die so entstandene Einsicht in Prozesse, die den meisten im privaten Alltag eher verborgen geblieben waren, zum Anlass, um eine kritische oder zumindest fragende Stimme zu heben und zu einer Reflexion über unsere ökonomischen Vorstellungen, Wünsche und Pläne anzuregen.

Ob die Corona-Krise unsere Betrachtung einer globalisierten Welt verändern wird, ob wir so schnell wie möglich den eingeschlagenen Kurs fortführen werden, wenn die Situation es wieder zulässt, ob wir einen Mittelweg suchen werden – zum jetzigen Zeitpunkt vermag niemand diese Frage zu beantworten, und es erblühen diesbezüglich die unterschiedlichsten Visionen zwischen Dystopien und Utopien.

Fakt ist: Wir alle können nicht so tun, als sei nichts; wir können nicht arbeiten, als sei alles „normal“. Dies beeinflusst, bewusst oder unbewusst, unsere Art miteinander umzugehen, miteinander zu reden. Auch und vor allem im internationalen Bereich sehen sich Unternehmen daher mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, die effiziente und zuverlässige Lösungen erfordern.

Perfekte internationale Kommunikation in Zeiten von Covid-19: unsere Empfehlungen und ihre Vorteile

Empfehlung 1: Kommunizieren Sie immer in der Sprache des Ziellandes

Ob Sie Newsletter an B2C-Kunden oder eMails an Ihre B2B-Partner versenden, eine Mitarbeiterzeitung oder regelmäßige Memos nutzen, um Ihre Tochtergesellschaften zu informieren oder Verhaltensrichtlinien zu übermitteln – Sie sollten sich auf keinen Fall für den einfachen Weg entscheiden und Ihre Texte lediglich in deutscher oder englischer Sprache verfassen, auch wenn Sie es sonst immer tun und es bis heute unproblematisch war.

Lückenlos und bis ins kleinste Detail verstanden werden

Einen Text in der eigenen Muttersprache zu erhalten, entspannt jede schwierige Situation. Ihre Leser benötigen weniger Zeit, um die Inhalte zu erfassen, und können auf diese Weise sicher sein, dass sie Sie einwandfrei verstanden haben. Es bleibt nichts ungesagt, sprachbedingte Zweifel oder Rückfragen bleiben aus, was in der allgemeinen aktuellen Hektik nicht zu vernachlässigen ist. Eine Übersetzung ist zugleich Dienst am Leser und Effizienzfaktor.

Auf unternehmensinterner Ebene: Texte in der Zielsprache schaffen Nähe und Verbundenheit – mit doppeltem Nutzen

Wirtschaftsbedingte Ängste sind allgegenwärtig. Indem Sie Ihre Mitarbeiter im Ausland in ihrer Muttersprache ansprechen, zeigen Sie, dass sie Ihnen nicht gleichgültig sind. Sie vermitteln dadurch überzeugend, dass Sie Ihr Personal nicht allein mit einer grauen Umsatzzahl gleichsetzen, sondern auch Interesse an den Menschen hinter der Arbeit haben. Dies wiederum positioniert Sie als erstrebenswerten Arbeitgeber und erhöht die Bereitschaft eines jeden Einzelnen, sich in diesen schwierigen Zeiten mit mehr Motivation und zusätzlichem Einsatz für das Wohl des gesamten Unternehmens zu engagieren.

Test der Belastbarkeit einer internationalen Beziehung

Der Schritt zu einer Kommunikation in der Sprache des Ziellandes ist intern und im B2B auch ein Beweis des Wertes, der Ernsthaftigkeit und der Nachhaltigkeit der geschäftlichen oder beruflichen Bande und kann über ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden.

Empfehlung 2: Zeigen Sie interkulturelle Kompetenz

Sowohl im B2B als auch unternehmensintern sollten Sie vorübergehend auf eine allzu strenge Umsetzung von Corporate Identity, Corporate Language und Corporate Guidelines verzichten. Es ist nicht die Zeit für Rechthaberei und formelle Steifheit, sondern für eine dezidiert dem Leser zugewandten Kommunikation. Zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, auf die mentalitätsbedingten Bedürfnisse Ihrer ausländischen Ansprechpartner zuzugehen, und dass Sie diese vor Ihre eigenen Prinzipien, Leitsätze und Richtlinien stellen. Damit beweisen Sie nicht nur Menschlichkeit und schaffen eine positive Voreingenommenheit zugunsten Ihres Unternehmens und Ihrer Marke, sondern Sie positionieren sich auch im Unterbewusstsein als flexiblen Partner. Dies steigert Ihren Marktwert – jetzt, da niemand komplizierte, bürokratische oder problematische Beziehungen gebrauchen kann.

Empfehlung 3: Handeln Sie individuell und nicht global

Das Virus hat ein Netz der Ansteckung über den gesamten Planeten ausgebreitet. Keine Region der Erde kann von sich behaupten, sie sei nicht betroffen. Tourismus und Handelswege sind zum Vehikel einer Krankheit geworden, die grenzen- und kulturübergreifend Leben, Alltag und Wirtschaft ins Chaos stürzt. Die Pandemie selbst und erst recht ihre ökonomischen Auswirkungen verschärfen den Eindruck einer tatsächlich restlos globalisierten, einheitlichen Welt, in der Unterschiede nicht mehr relevant sind. Doch ist es ein trügerisches Bild, das für Ihre internationale Kommunikation fatale Folgen haben kann. In Wirklichkeit reagieren Regierungen und Bevölkerungen mit jeweils anderen Maßnahmen und Verhaltensmustern. Dies ist zum einen natürlich strukturell und politisch bedingt, zum anderen aber ebenso mentalitätsbedingt. Jedes der Zielländer, mit denen Sie als Arbeitgeber, als Geschäftspartner, als Kunde, als Zulieferer beruflich zu tun haben, bewahrt auch und gerade jetzt seine Identität, die in unterschiedlichen Rahmenbedingungen ihren Ausdruck findet. Die Vorschriften für Lockdown, Betriebsschließungen oder Hygienemaßnahmen am Arbeitsplatz sind vielfältig und schaffen eine große Bandbreite an kaum vergleichbaren Situationen.

Ihre internationale Kommunikation muss dem Rechnung tragen, dies behutsam und feinfühlig integrieren. Rundschreiben etwa sollten nicht komplett in alle Sprachen übernommen werden: Textbausteine können gegebenenfalls für die einzelnen Länder ausgearbeitet werden. Nur wenn der Dialog mit Ihrem ausländischen Ansprechpartner entsprechend persönlich ist, kann er langfristig zielführend sein.

Fallstricke und Lösungen für Ihre internationale Kommunikation unter Sars-Cov-2

Fallstrick 1: unzureichende oder fehlerhafte Informationen

Wie sieht es in dem Land wirklich aus, in dem sich Ihr Ansprechpartner befindet? Nur wenn Sie dies wissen, können Sie Ihre Kommunikation angemessen gestalten. Vertrauen Sie hier nicht auf Gerüchte oder erste Eindrücke, die Ihnen Medien und Soziale Netzwerke in filtrierter und verkürzter Form vermitteln. Stellen Sie dem Übersetzer entsprechende Fragen, oder machen Sie sie von vornherein zu einem Teilinhalt Ihrer Korrespondenz oder Ihrer Mitteilungen. Aufrichtiges Interesse und Mitgefühl sind ein wichtiges Element, das die spätere Beziehung stärken und unter Umständen grundlegend verbessern kann und Kunden bindet.

Fallstrick 2: Gesten können eine gefährliche Gratwanderung sein

Möglicherweise möchten Sie als Unternehmer anderen Ihre Hilfe anbieten, einen besonderen Beitrag leisten. Gutscheine, Preisnachlässe, Vorschüsse auf Zahlungen, kleine Zuwendungen und Geschenke, Spenden sind nur einige Beispiele dessen, was möglich ist. Bevor Sie dies tun, sollten Sie jedoch – neben dem rechtlichen Aspekt natürlich – sicherstellen, dass dies im Zielland tatsächlich positiv aufgenommen wird. Leicht kann eine großzügige und aufrichtig gemeinte Geste in einem anderen geschäftskulturellen Umfeld als Marketingmaßnahme eines Profiteurs oder als gönnerhaft, als Almosen und Beleidigung aufgefasst werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Übersetzer über die diesbezügliche Stimmung in seinem Land. Besprechen Sie mit ihm die Art, wie Sie Ihre Unterstützung semantisch anbieten und erklären können.

Fallstrick 3: Vernachlässigung der unternehmensinternen internationalen Kommunikation

Als Unternehmer haben Sie im Moment Sorgen, und naturgemäß ist die Versuchung groß, in erster Linie die Kundenkontakte und den Erhalt eines lebensfähigen Umsatzes zu sichern. Der Austausch zwischen Ihnen und Ihren Auslandsfilialen kann dadurch aber auf eine harte Probe gestellt werden. Lieferengpässe, Liquiditätsprobleme, Personalausfälle erfordern einen täglichen Dialog, der durch die allgemein herrschende Anspannung und die Dringlichkeit der zu treffenden Entscheidungen schon in der eigenen Sprache nicht immer leicht zu führen ist und vielleicht nicht so ausgeglichen und sachlich verläuft, wie er es sollte. Doch gerade deshalb, gerade jetzt und gerade auf interner Ebene dürfen sich internationale Akteure keinerlei Fehler erlauben. Je nach geschäftskulturellem Kontext und Mentalität kann eine unzulängliche, d. h. den Besonderheiten des Ziellands nicht angepasste Kommunikation zur Verunsicherung der Mitarbeiter führen, schlimmstenfalls zu Misstrauen, und Zweifel an der Qualität der Kooperation oder an der Überlebensfähigkeit der Zusammenarbeit nach der Krise schüren. Die Unterstützung und Beratung durch einen qualifizierten Sprachmittler hilft Ihnen, auch diese Zeit ohne Image- und wirtschaftlichen Schaden zu überstehen.

Beweisen Sie gerade jetzt und noch mehr als sonst interkulturelle Kompetenz. Informieren Sie sich, lassen Sie sich beraten und vertrauen Sie auf die Meinung Ihrer Übersetzer: Als Muttersprachler mit ständigem Kontakt zu ihrem Heimatland haben nur sie einen genauen Einblick in das, was dort wirklich geschieht, in die geschäftlich-emotionale Situation in Ihrem Zielland, und können Ihnen sagen, wie Sie den richtigen Ton treffen, wie Sie Inhalte konkret, aber auch einfühlsam vermitteln können, damit Sie in dieser weichenstellenden Zeit zuverlässig einen nicht nur souveränen, sondern auch sympathischen und positiven Eindruck hinterlassen, der Ihrem Unternehmen nach der Krise weiter zugutekommen wird.

Sprechen Sie mit uns – wir beraten Sie gerne:

Schutzmasken und Desinfektionsmittel können wir unseren Kunden natürlich nicht verkaufen.
Was wir jedoch tun können ist, Firmen und Privatleuten gerade jetzt, wo sie mit enormen Problemen zu kämpfen haben, mit unseren Sprachdienstleistungen eine schnelle, effektive Hilfe bei ihrer Kommunikation zu ermöglichen. Gerade in der Krise zeigt sich, was Dienstleistung wirklich bedeutet.

Express-Übersetzungs-Service von eurolanguage sichert schnelle und zielgerichtete Unterstützung von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen:

  • bei medizinische Fachübersetzungen
  • bei ihrer Korrespondenz mit Geschäftspartnern in besonders betroffenen Gebieten
  • bei jeglichen Telefonaten und Videocalls durch unsere Übersetzer und Dolmetscher – zum Beispiel via Zoom oder Skype
  • für Krankenhäuser/niedergelassene Ärzte/sanitäre Einrichtungen bei der Übersetzung von Hygienebestimmungen und allgemeinen Verhaltensregeln
  • für Touristikunternehmen bei der Überarbeitung von Reiseunterlagen und Zusatzinformationen, Stornobedingungen
  • für Veranstalter bei deren Änderungsverlautbarungen von Messe- und Kongressprogrammen
  • für international tätige Firmen bei der Erstellung von Memos und Newsletters zur Information ihrer Mitarbeiter

und vieles mehr.

Aus gegebenem Anlass bieten wir unseren EXPRESS-Service für Übersetzungen in allen Sprachen bis Ende Mai zu besonders reduzierten Konditionen und OHNE Aufpreis an. 

Auch der Schutz unserer Privatkunden für beglaubigte Übersetzungen liegt uns ganz besonders am Herzen

Auch während dieser Epidemie steht das Leben nicht ganz still. Es sind Dinge und auch Behördengänge zu erledigen. Wir wissen das. Auch für uns im Übersetzungsbüro eurolanguage geht die Arbeit vom Homeoffice aus weiter.

Wer jetzt in dieser Zeit der Coronakrise Urkunden oder andere wichtige Dokumente bei eurolanguage beglaubigt übersetzen lässt, muss sich nicht persönlich zu uns bemühen. Wir übermitteln Ihre beglaubigten Übersetzungen ausschließlich per Post. Sie müssen sie nicht selbst abholen und können so das Risiko einer Ansteckung unterwegs in den Öffentlichen Verkehrsmitteln vermeiden. Die beglaubigte Übersetzung Ihrer Dokumente wird mit der Kopie zusammengeheftet, abgestempelt und signiert und hat so volle Gültigkeit bei den Behörden.

In dieser Krisensituation setzten wir uns auch gerne außerhalb der üblichen Bürozeiten für Sie ein. Unterstützung für Sie dann und dort, wann und wo sie nötig ist.

Sprechen Sie mit uns – wir beraten Sie gerne und finden eine Lösung:

Was hatte ich mir nur dabei gedacht?

Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Sprachstudium war ich nicht nur aller elterlichen Sorge trotzend und mit der Zuversicht, die allein der Jugend eigen ist, ziemlich ohne Plan B nach Wien gezogen, sondern hielt nun, an jenem kalten verregneten 6. März 1995, nach einer langen Warterei im Vorzimmer des Magistrats, meinen Gewerbeschein in Händen. 700 Schilling in Stempelmarken, das entsprach ca. 100,- DM, hatte er gekostet. Sicher, es war ein gewagtes, vielleicht sogar nicht ganz überlegtes Unterfangen, aber wenn ich heute zurückblicke, sehe ich in dieser Anekdote in erster Linie das, was eurolanguage Fachübersetzungen bis heute auszeichnen sollte und was ich in den jungen Gründern und ihren Start-ups erkenne: bedingungslose Leidenschaft und Enthusiasmus.

Ein wenig Zufall und viel Leichtigkeit

Zugegeben – alles war damals anders.

In der Dienstleistungsbranche herrschte Aufbruchstimmung. Vielmehr noch: Dienstleistung war „das ganz große Ding“ dieser Jahre, regelrecht ein Modewort, und auch wenn es heute sicher lächerlich klingt, Dienstleister zu sein war gewissermaßen „cool“ und hatte eine beinah glamouröse Aura. Es zeigte, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hatte, dass man sich bewusst für die neue Richtung entschied, die sich in der Wirtschaft als zukunftsträchtig und gewinnbringend abzeichnete. Service sollte nicht mehr eine leere Worthülse sein, der Kunde sollte endlich wirklich König werden; ihm zu dienen und alles, aber auch alles für ihn tun zu wollen, sich Tag und Nacht für ihn einzusetzen, schien Ehre und Gebot zugleich. Teil an dem Hype zu haben, machte einen so wahnsinnig stolz. Die junge Romanistin, die in der Wiener Linzerstraße ihren ersten Firmensitz haben sollte, dachte da nicht anders. Wie Sie vermutlich gerade, muss auch ich in diesem Augenblick darüber schmunzeln.

Hindernisse gab es kaum, Vorschriften nur wenige. Von DSGVO, Impressumspflicht, UWG, UrhG, Abmahnungen und Co. war nicht die Rede. Diese Aussicht, durch das eigene Geschäft auch das eigene Leben frei gestalten zu können, war allgegenwärtig und fühlte sich leicht und gut an.

Der Bedarf an Übersetzungen war zudem enorm. Die EWG war im Grunde kürzlich erst zur EG geworden, und aus den neuen Bestimmungen, Regelwerken und Verpflichtungen, die sich aus dieser Umgestaltung ergaben, erwuchs für die Übersetzungsbranche ein weit geöffneter Horizont unendlicher Möglichkeiten.

Eine Prise Glück

Die ersten Aufträge ließen nicht lange auf sich warten: Ein guter Studienfreund hatte meine neu gegründete Übersetzungsagentur empfohlen (es hieß noch nicht „Networking“ oder „Empfehlungsmarketing“ …), und so gewann ich schnell erste, erfreulicherweise sehr gute Kunden. Mit einigen von ihnen arbeite ich tatsächlich heute noch zusammen, was mich an diesem Jubiläumstag mit großer Dankbarkeit und ein wenig Rührung erfüllt.

Rasant ging es weiter

Mein Startkapital bestand aus einem bescheidenen Sparbuch, das eigentlich für den Erwerb eines gebrauchten Kleinwagens gedacht war. Aber mit einem Auto kann man nicht übersetzen und auch keine Aufträge verwalten, und nur das hatte ich im Sinn. Ich investierte also kurzerhand den gesamten Betrag in einen „Zauberkasten“, einen gebrauchten Computer mit einem aus heutiger Sicht lächerlich winzigen Speicher.

Nun blickte mir das kleine viereckige Apple-Gesichtchen lächelnd von einem kleinen Bildschirmchen entgegen, und ich konnte tatsächlich anders als mit der Schreibmaschine ganze Zeilen und Textabschnitte korrigieren, komplett löschen, neu formatieren und mehrfach ausdrucken … Der Kleine machte mich so stolz und euphorisch, wie der ursprünglich geplante VW-Käfer es niemals vermocht hätte.

Bald kam das Internet. Wurden unsere Übersetzungsarbeiten bislang per Schneckenpost oder Fax ausgeliefert, so änderte sich auf einmal alles: Es begann die zeitnahe, direkte Kommunikation mit den Kunden. Die Taktung wechselte von SLOW auf ULTRASPEED. Dienstleistung war nunmehr weniger Inhalt als zeitliche Dimension: Die Aufträge wurden nicht mehr „bis Ende dieser Woche, Anfang nächster Woche“ erwartet, sondern „heute um 14:30 Uhr“, auf die Minute genau.

Auf in Richtung Zukunft

Internationalisierung, Globalisierung, Kommunikation ohne Grenzen – dazu haben Übersetzer/innen im zurückliegenden Vierteljahrhundert einen wesentlichen und großartigen Beitrag geleistet.

Und heute?

Die Branche befindet sich (wieder einmal) im Wandel: CAT-Tools haben uns die Arbeit erleichtert, Künstliche Intelligenz und neuronale Übersetzungssoftware werden als das nächste „ganz große Ding“ gehandelt. Solange aber maschinelle Übersetzungen Komik, Ironie und Humor nicht treffend wiedergeben, juristische Texte nicht rechtssicher in eine andere Sprache übertragen können, idiomatische Ausdrücke gar nicht erst verstehen und interkulturelle Kompetenz für sie ein buntes Fragezeichen bleibt, wird es das Übersetzungsbüro eurolanguage geben.

Einige ganz persönliche Zeilen

Zur Schau getragene Emotionalität ist meine Sache nicht. An einem solchen Tag aber, an dem sich doch Nostalgie und private Erinnerungen mit geschäftlicher Bilanz ein wenig vermischen, bitte ich um Nachsicht, wenn ich eine Ausnahme mache.

Ihnen allen gebührt für diesen langen Weg mein Dank: Ihnen, meinen Kunden, natürlich, aber auch den vielen Übersetzern/innen aus und in allen Ecken der Welt. Ohne Ihre Kompetenz, Ihre Zuverlässigkeit und Ihre Loyalität gäbe es eurolanguage nicht. Ich verlange von Ihnen allen sehr viel, und manches Mal mag ich überkritisch sein, aber ich hoffe, Ihnen allen dennoch eine gute Auftraggeberin und Kollegin zu sein.

Nein, ich hatte mir wirklich nicht viel dabei gedacht an jenem 6. März 1995 und mich einfach kopflos in ein Abenteuer gestürzt. Dass es allerdings so spannend und erfüllend werden würde, hätte ich mir niemals träumen lassen. Und ich würde nichts ändern wollen. In diesem Sinne:

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Warum eine „falsche“ Übersetzung manchmal genau die richtige ist und die „richtige“ Übersetzung durchaus schlecht sein kann.

In der Übersetzungsbranche hat sich in den letzten Jahren vieles verändert: Die dem Übersetzer* zur Verfügung stehenden Werkzeuge – die sogenannten CAT-Tools – wurden entscheidend weiterentwickelt, online-Übersetzungsprogramme wie Google oder Deepl machen rasante Fortschritte. Zudem sind die Anforderungen und Bedürfnisse der international orientierten Kunden in Zeiten der Digitalisierung 4.0 gestiegen: Produkte und Dienstleistungen sollen per Mausklick in den verschiedenen Sprachen verfügbar sein und auf dem internationalen Parkett einen rundum guten Eindruck vermitteln. Neben all diesen Entwicklungen bleibt eine Frage aber zu allen Zeiten präsent, ja brisant:

Wann ist eine Übersetzung „gut“?

Wie lässt sich die Qualität einer Übersetzung beurteilen?

Das sind Fragen, die ad hoc nicht einfach zu beantworten sind, wie es zunächst scheinen mag und zu ganz widersprüchlichen Antworten führen. Auch, und das ist das Entscheidende bei unserer Betrachtung, das Etikett „falsch“ ist als solches nicht eindeutig, anders als bei Rechenaufgaben!

Schwierigkeit Nr. 1 bei der Beurteilung von Übersetzungen:

Kritik präzise formulieren

⇒ Übersetzungsqualität ist Textqualität

Es klingt banal: Eine Übersetzung ist immer in erster Linie ein Text. Und Texte werden subjektiv wahrgenommen. Was einem Leser gefällt, muss anderen nicht gefallen. Diese Erkenntnis, derer sich die Gegner der Literaturkritik gern bedienen, könnte schnell zu dem Eindruck führen, dass es müßig ist, nach einer allgemeingültigen Methode zu suchen, um die Arbeit des Übersetzers bewerten zu können. Dem steht allerdings die Tatsache gegenüber, dass die Klassiker der Weltliteratur es trotz unterschiedlichen Geschmacks dennoch geschafft haben, einen Konsens zu erzielen: Sie gelten in der mehrheitlichen Vorstellung als „gute Texte“. Doch diese Formulierung enthüllt zugleich die Unmöglichkeit eines sachlichen und quantifizierbaren Urteils, denn sie bleibt fakten- und zahlenfrei. Wir können dafür keine Instrumente verwenden, keine Skala anlegen, keine Vergleiche mit einem geeichten System oder einem Sollwert anstellen.

⇒ Unscharfe Kritikpunkte schaffen Verwirrung

Daraus ergibt sich auch die Schwierigkeit, Probleme mit einer Übersetzung in Worte zu fassen. Unternehmen mit Niederlassungen im Ausland bekommen oft ein sehr vages negatives Feedback: Der Text lese sich holprig; so würde ein Muttersprachler niemals schreiben; man könne mit dem Text nichts anfangen; die Übersetzung sei allgemein schlecht.
Für den Auftraggeber ist es dann kaum möglich, zu begreifen, was genau geändert werden müsste, er weiß nicht, warum die Übersetzung als misslungen wahrgenommen wird. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich mit einer Reklamation an die Übersetzungsagentur oder den Übersetzer zu wenden. Doch selbst dann kann die Antwort komplex sein.

Schwierigkeit Nr. 2 bei der Beurteilung von Übersetzungen:

Kritik verstehen

⇒ Gute Übersetzungsagentur vs. schlechte Übersetzungsagentur

Natürlich kann es vorkommen, dass schlicht auf eine nicht ganz so seriöse Übersetzungsagentur zurückgegriffen wurde, die wenig Erfahrung in der Auswahl der geeigneten Übersetzer hat, die Personalressourcen für ein bestimmtes Themengebiet nicht hat, aus Kostengründen auf die Beschäftigung von Muttersprachlern oder recherchewilligen Mitarbeitern verzichtet oder sich schlimmstenfalls lediglich einer gängigen Übersetzungssoftware bedient und das Ergebnis weder prüft noch redigiert. Dies soll hier nicht unser Thema sein.

Wenn aber eine hochwertige Übersetzungsagentur und ein professioneller Muttersprachler beauftragt wurden, ist eine Übersetzung, die im Zielland als nicht zufriedenstellend angesehen wird, in den seltensten Fällen wirklich „falsch“ (auf diesen Begriff gehen wir im nächsten Teil dieses Artikels genauer ein), und die Probleme liegen an anderer Stelle.

Ursachen für „falsche“ Übersetzungen

1. Interkulturelle Differenzen: Der Ausgangstext passt nicht zum Zielland

Die Globalisierung hat sich mit atemberaubender Geschwindigkeit von einem theoretisch-politischen Konstrukt zu einem der wichtigsten gelebten Faktoren des wirtschaftlichen Handelns entwickelt. Vergessen wird dabei oft, dass die allgegenwärtige Präsenz von Fastfood-Filialen im Stadtbild und das immer einheitlichere Markenangebot bis in die kleinsten Ecken der Welt die regionaltypischen Denkweisen und Gewohnheiten, die geschäftlichen Gepflogenheiten und Mentalitätsunterschiede nicht von heute auf morgen „weggebügelt“ haben. Das kollektive Bewusstsein, die gemeinsame Vorstellungswelt einzelner Kulturen bleiben  nicht erheblich weniger als früher an Grenzen gebunden, auch wenn diese eher geographisch-kultureller und nicht notwendigerweise politischer Natur sind.

Für dieses Problem kann es zwei Lösungswege geben.

Eine Übersetzung im eigentlichen Sinn, also die Übertragung des Ausgangstextes in die Fremdsprache unter Einhaltung der Tonalität, der Textabsicht und -details, ist nicht immer die beste Wahl. Transcreation kann sinnvoller sein, wenn zwar der essentielle Inhalt vermittelt werden soll, aber alle anderen Merkmale, die den kulturellen Ursprung des Textes erkennen lassen, angeglichen oder sogar komplett verändert werden müssen.
Zuweilen ist auch dieser Schritt ungenügend. Ist die Textvorlage mit zu vielen Gegebenheiten im Zielland und in der Zielsprache nicht vereinbar, erfordert dies eine enge Zusammenarbeit zwischen den Übersetzungspartnern: Der Kunde muss bereit sein, auf das Urteil, die Erfahrung, die Fachkenntnisse des Übersetzers zu vertrauen, seine Einwände und Vorschläge ernstzunehmen. Eine gute Übersetzungsagentur macht von vornherein auf vorhersehbare Schwierigkeiten aufmerksam und bietet von sich aus die entsprechende Unterstützung an. Ist der Kunde einer solchen sprachlichen Feinjustierung nicht aufgeschlossen, ist auch der beste Übersetzer machtlos, und der Text wird im Zielland unvermeidlich einen schlechten Eindruck hinterlassen.

2. Unternehmensinterne Fachterminologie

Auch interne Prozesse können dazu führen, dass Übersetzungen ihren Zweck nicht erfüllen. Hat das Unternehmen eine festgelegte und in den jeweiligen Ländern eingespielte und verankerte Fachterminologie und einen eigenen Sprachstil (Corporate Wording/Corporate Language) entwickelt, müssen diese Elemente dem Übersetzer von Anfang an und vollständig zur Verfügung gestellt werden. Die Übersetzung wird im Zielland andernfalls als Stilbruch, bei abweichendem Fachvokabular als „falsch“ betrachtet werden, auch wenn die Terminologie allgemein anerkannt ist und für andere Unternehmen bedenkenlos verwendet werden dürfte.

Ebenso gefährlich kann das „Recycling“ sein. Übersetzte Website-Texte sollten nicht für Imagebroschüren oder Prospekte eingesetzt werden. Dies gilt umso mehr in Ländern, in denen Formalien eine große Rolle spielen: Der Leser erwartet, dass zu jedem Format Texte anderer Tonalität der Situation entsprechend angeboten werden, und spürt instinktiv, dass der Text fehl am Platz ist – in der geäußerten unscharfen Kritik: „schlecht“. Deshalb ist es wichtig, dass bei jedem Auftrag auch ein Kontext angegeben wird: Nur so können Übersetzungsagentur und Übersetzer den Kunden effektiv beraten und ihn darauf aufmerksam machen, für den Fall, dass Text und Zweck im Zielland nicht harmonieren können.

3. Die Dinge wurden leider zu wörtlich genommen

Die lustigen Fotos aus Speisekarten und Hotelbeschilderungen, die uns in den Sozialen Netzwerken immer wieder zum Schmunzeln bringen, sind Beispiele für Fälle, in denen es nicht schwer ist, eine falsche Übersetzung zweifelsfrei zu identifizieren. Kaiserschmarrn als Emperor’s Nonsense zu übersetzen ist köstlich, jedoch eindeutig falsch.

Natürlich lassen wir auch an dieser Stelle die Gelegenheit nicht aus, anzumerken, dass ein menschlicher und professioneller Übersetzer solche Fehler nicht machen würde. Sie sind meistens das Produkt unredigierter maschineller Übersetzungen … oder das Werk eines Anfängers, der sein Text-und Sprachveständnis maßlos überschätzt.

Theorie und Praxis: Wenn eine „falsche“ Übersetzung genau die richtige ist

Tückisch kann die Diskrepanz zwischen Regeln und Leben sein, zwischen puristischer Sprachauffassung und tatsächlichem Sprachgebrauch. Grundsätzlich fühlen sich Übersetzer zwei Göttern verpflichtet: einerseits der grammatikalischen Genauigkeit, der einwandfreien Sprache, andererseits dem, was im Zielland wirklich gesagt und geschrieben wird. Daraus kann ein unangenehmes Dilemma erwachsen.

RFalsch oder richtig - Übersetzungsbüro eurolanguage Wien

Zum einen entwickeln sich Regelwerke und Sprachgebrauch nicht synchron.

Ein Beispiel: Während im Deutschen das Wort „wegen“ aus grammatikalischer Sicht ausschließlich mit dem Genitiv verwendet werden dürfte, hat sich in der Umgangssprache der Fehler „wegen dem …“ so lange unmerklich eingeschliffen, dass er mittlerweile im Mündlichen geduldet und sogar in einigen festen Ausdrücken und in journalistischen Texten als salonfähig anerkannt wird.

Sprachpurismus, die grammatikalisch richtige Formulierung, kann von Fall zu Fall komplett an der Zielgruppe vorbei gehen, ja für diese geradezu falsch klingen.

Des Weiteren kann Purismus dann kontraproduktiv sein, wenn die richtige Verwendung eines Wortes, eines Genus oder einer Schreibweise zwar von Grammatiken und Wörterbüchern normativ unumstritten sanktioniert ist, jedoch nur 2 % der gebildeten Bevölkerung dieses wissen und anzuwenden vermögen.

Soll der Übersetzer die hochsprachlich korrekte Verwendung wählen, die in den Nachschlagewerken verbrieft ist, aber dennoch so nicht verwendet wird, oder soll er sich nach dem sprachlichen Usus richten, der von 98 % seiner Landsleute gepflegt wird?

Analog stellt sich die Frage bei Rechtschreibregeln, bei denen eine „falsche“ Rechtschreibung als sinnverändernd begrenzt akzeptiert ist. Im Französischen zum Beispiel gilt die Orthographie „de tous temps“ (zu allen Zeiten) parallel zum einzig korrekten „de tout temps“ bedingt, da Semantiker einen geschichtlich gewachsenen leichten Bedeutungsunterschied einräumen: „de tous temps“ dürfe dann geschrieben werden, wenn „zu allen Epochen“ gemeint sei, während „de tout temps“ in Abgrenzung dazu eher als „schon immer“ aufgefasst werden dürfe. Einige Linguisten argumentieren sogar, dass diese Unterscheidung nicht nur sein dürfe, sondern sein solle.

Im Deutschen stellt sich ein vergleichbares Problem (wenn es auch weit weniger leidenschaftlich diskutiert wird) in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsdebatte bei dem Ausdruck „Null Emissionen“, der angesichts der Zahl „Null Emission“ heißen müsste. Oder das Luftdruckgewehr, das eigentlich ein Druckluftgewehr sein müsste.

In den meisten Fällen ist der Dialog mit dem Kunden der goldene Weg: Der Kunde entscheidet, was seine Intention besser trifft: praxisferne Korrektheit oder tatsächlicher Sprachgebrauch.

Eine gute Übersetzung ist selbstverständlich frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern – auch wenn, wie gezeigt wurde, hier Ausnahmen notwendig sein können – und hilft dem Kunden, im Zielland einen perfekten Eindruck zu hinterlassen und folglich zu überzeugen. Dies ist die Definition.

Im echten Leben aber ist eine gute Übersetzung vor allem eins: unsichtbar. Sie ist ein Text, der ganz selbstverständlich klingt…

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Beitrag das generische Maskulinum verwendet. Selbstverständlich sind alle Geschlechter miteingeschlossen.