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Sprache im Allgemeinen und speziell die Interaktion zwischen Fremdsprachen waren von Beginn an einer der Bereiche, auf die das, was damals schlicht als „Informatik“ bezeichnet wurde, ein besonderes Augenmerk hatte. Die Vorstellung, eine Maschine könnte einmal das menschliche Denken perfekt imitieren und sich autonom verständigen, faszinierte vom ersten Tag an und war Utopie und Ansporn zugleich. Heute ist der Traum weitgehend Wirklichkeit geworden, der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist fester Bestandteil unseres Vokabulars. Was dies für das internationale Geschäft bedeutet, ist zuweilen schwer zu überblicken. Mit diesem kleinen Abriss möchten wir unseren Kunden helfen, Tatsachen von Vermutungen und Gerüchten (Pardon: Fake News natürlich!) zu unterscheiden.

Künstliche Intelligenz und Übersetzung – von gestern bis heute

Sprachen als Spiel- und Übungsplatz der 60er und 70er Jahre

Als in Japan das erste sprechende „Elektronengehirn“, das brav grüßen und auf ein paar Grundfragen scheinbar selbständig antworten konnte, enthüllt wurde, keimte in der Presse bereits die Überlegung auf, ob in absehbarer Zeit Roboter als Dolmetscher fungieren könnten, und die Antwort der Ingenieure war ein klares optimistisches „Ja“. Gerade Übersetzer vermochten dies nicht zu glauben, zu komplex seien Sprachstrukturen und -nuancen, zu wichtig die interkulturelle Kompetenz, als dass eine Maschine sie beherrschen könne. Auch das Versprechen, mit immer größeren Computern immer mehr Daten und somit Wortschatz und Grammatik implementieren zu können, wusste die Skepsis nicht ganz zu vertreiben. Zumindest herrschte in unserer Branche darüber Konsens, dass es, wenn überhaupt jemals, nicht ganz so bald sein könne.

Von den netten Spielzeugen der 80er Jahre zu den Übersetzungshilfen der 90er

Angesichts der freundlichen kleinen weißen zweibeinigen Blechfreunde mit den lustigen blauen Augen, die auf Industriemessen mit hölzernen Sätzen und erheblicher Sprechverzögerung eher durch ihre Niedlichkeit punkteten, schien das Thema jedoch nicht im engen Sinne vorrangig.
Mitte der 90er Jahre allerdings kamen erste Programme auf, die für die Übersetzer zunächst eine große Arbeitserleichterung darstellen sollten. „CAT-Tools“ in Form von Translation Memory-Software schienen das Gebot der Stunde.

Wie das Übersetzungswerkzeug im neuen Jahrtausend zum double-edged tool wurde

Ein zweischneidiges Schwert spaltete von nun an nach und nach die Übersetzergemeinde – demographisch und kaufmännisch. Während die Mehrheit der Übersetzer darüber erfreut war, sich nicht mehr nur auf das eigene Gedächtnis verlassen zu müssen und dadurch Zeit zu gewinnen, die sie bisher für die Suche in ihrem Archiv nach bestimmten Textabschnitten, internen Firmenfachterminologien oder Formulierungen aufgewendet hatten, blickten einige mit Zurückhaltung und Misstrauen auf die neuen Arbeitshelfer. Tatsächlich sind die Pflege der Datenbanken oder die Vorbereitung von Dateiformaten auf den zweiten Blick nicht viel weniger zeitraubend als die bisherigen Prozesse; bereits übertragene Sätze können je nach Kontext nicht blind übernommen werden, wie die Werbung es versprach, sondern müssen ohnehin per Hand angepasst und redigiert werden; die benötigten materiellen und finanziellen Ressourcen sind erheblich. Erfahrene Übersetzer vor allem monierten, dass dadurch die Qualität von Übersetzungen zu sinken drohe, wenn nicht eine sehr beachtliche Mehrarbeit investiert würde, für die kein geldwerter Ausgleich angeboten würde.

Licht und Schatten: CAT-Tools im Dienste der Internationalisierung und Globalisierung

Wie immer im Leben haben Medaillen und Werkzeuge zwei Seiten.

CAT-Tools sind ein Segen für den Übersetzungskunden im B2B

Für Geschäftskunden sind CAT-Tools ein Segen: Sie bekommen ihre Übersetzungen schneller; sie können sicher sein, dass ihre Fachterminologie in allen Texten beachtet und systematisch verwendet wurde; sie sparen Geld, denn zu einem früheren Zeitpunkt bereits bearbeitete Textteile werden rechnungsmindernd berücksichtigt; sie können ihre Übersetzungsbudgets besser steuern, da die Berechnung oft nach der Wortzahl des Ausgangstextes erfolgt und Kostenvoranschläge in vielen Fällen überflüssig macht. Es ist Dienstleistung in Vollendung.

Es ist nicht alles Gold …

Vereinfacht ausgedrückt: Die Vorstellung auf der Bühne der Übersetzung wirkt müheloser und ist sehr viel kundenorientierter, effizienter und perfekter geworden. Dies ist nicht zu bestreiten, und Künstliche Intelligenz hat daran einen großen Anteil.
Wie im Theater oder im Ballett auch steckt hinter dieser Leichtigkeit allerdings eine große Menge sehr harter Arbeit … die hinter den Kulissen geschieht, nicht gesehen, und somit auch nicht (mehr) entlohnt wird. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Übersetzungshonorare im deutschen Sprachraum in den letzten zehn Jahren halbiert haben. Die Übersetzer müssen also, um ihre Existenz zu sichern, mehr Kunden finden und Aufträge annehmen, während ihre Leistung immer kleiner geredet wird.
Diese brancheninterne Situation bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass der Kunde mehr denn je wirklich sicher sein muss, dass er es mit einem zuverlässigen, kompromisslos seriösen Übersetzungspartner zu tun hat, der bereit ist, trotz nicht mehr uneingeschränkt blühender Arbeitslandschaft höchste Qualität zu liefern und nicht die Meinung vertritt, er müsse nur das tun, wofür er tatsächlich bezahlt würde, sondern von sich aus willens ist, zusammen mit dem Kunden die sogenannte Extrameile zu gehen, der sich dem Erfolg des Kunden verpflichtet fühlt.

In unserem nächsten Blogartikel im Februar werden wir Ihnen daher genau erklären, woran Sie eine gute Übersetzungsagentur und ein seriöses Geschäftsgebaren in der Übersetzungsbranche erkennen können.

Bei allen Vor- und Nachteilen: Natürlich tragen CAT-Tools auf sehr wirksame Weise zur Internationalisierung und zur Globalisierung bei, denn sie unterstützen einen in Corporate Language und Corporate Wording einheitlichen internationalen Auftritt. Damit sind sie allerdings nicht mehr allein.

Internationalisierung auf Knopfdruck – ein Traum der 2010er Jahre?

Automatische Übersetzung und neuronale automatische Übersetzung sind die neuen Stichwörter der letzten Jahre und lassen das Thema CAT-Tools beinahe obsolet erscheinen: Ist es möglich, ganz ohne Übersetzer auszukommen? Auf allgemein (sogar mitunter kostenfrei) verfügbare Software zurückzugreifen und Texte ganz ohne den Menschen zu übersetzen? Kann KI Sprachstrukturen mittlerweile so gut erkennen und in eine andere Sprache übertragen, dass MI entbehrlich ist?
Eine Antwort auf diese Frage kann nur seriös sein, wenn sie absolut objektiv ist – und wir haben sie an anderer Stelle in diesem Blog gegeben.

Grenzen der KI im internationalen Geschäft: Suchmaschinen verweigern die Globalisierung

Alle Kontinente sind einen Tastenklick entfernt

Das Internet als Netzwerk verbindet uns mit der ganzen Welt. Die Grenzen unserer Mikrokosmen und Universen scheinen verschwunden. Europa feiert nicht nur Thanksgiving und Halloween, sondern auch Black Friday und Cyberweek. Unsere Geschäftspartner müssen sich nicht mehr zu uns bemühen, Videokonferenzen ermöglichen die simultane Unterzeichnung von Verträgen über Tausende von Kilometern hinweg. Ob dies eher kritisch oder als beispielloser Fortschritt zu betrachten ist, spielt keine Rolle: Es ist die Realität, in der wir leben.
Doch wie international ist diese Realität wirklich? Wie nah sind unsere Geschäftspartner wirklich?

Ernüchternde Erkenntnis: KI versteht die Globalisierung nicht

Im internationalen Geschäft – und dies betrifft gleichermaßen das B2B und das B2C – zeigt sich, dass wir nicht annähernd so weit gekommen sind, wie wir es glauben möchten. Einige Fakten machen deutlich, dass KI Internationalisierung und Globalisierung weniger fördert als behindert.

Regionale Werkzeuge täuschen die große weite Welt vor

Suchmaschinen etwa sind entgegen der geläufigen Meinung keineswegs global ausgerichtet. Die in Europa bekannteste von ihnen ist in Asien oder Russland kein Wirtschaftsfaktor, was die Automatisierung von SEO-Arbeit zunichtemachen kann.

Des Weiteren zeigen die sogenannten „Filterblasen“, wie regelrecht provinziell Künstliche Intelligenz sein kann: Grundsätzlich werden bei der organischen Suche nur Ergebnisse aus der eigenen geografischen Zone angezeigt, auch wenn die Frage in einer Fremdsprache formuliert und in Anführungsstriche gesetzt wird. Um dies zu umgehen, müssen sowohl die Zielsprache als auch das Zielland unter „Einstellungen“ speziell angekreuzt werden.
Bei diesem Schritt wiederum sind die Optionen begrenzt. Es ist nicht möglich, nach Zulieferern in allen französischsprachigen Ländern oder im gesamten hispanischen Bereich zu suchen oder mehrere Länder gleichzeitig auszuwählen. Diese Parameter müssen außerdem nach einem Sitzungsabbruch (also Schließen der Suchmaschine) neu eingegeben werden. Suchmaschinen gehen davon aus, dass der Nutzer etwas in seiner Nähe finden möchte. Die Welt da draußen bleibt für sie offenbar fern und fremd.

Social Media – liken und versinken

Gleiches ist beispielsweise auf Twitter zu beobachten. Wurde zwei oder drei Konten etwa von englischen Kulturinstitutionen gefolgt, schlägt Twitter in der Spalte „Wem folgen?“ konsequent ausschließlich Nutzer aus Großbritannien vor. Auf die Idee, dass das Interesse vielleicht dem Thema in aller Welt und nicht dem geographischen Bereich gilt, kommt das System keine Sekunde – Internationalisierung und Globalisierung … Fehlanzeige.

Andere Denkmuster sind nicht vorgesehen, und hier enthüllt KI genau die Unflexibilität und den Gespürmangel, die sie zum heutigen Stand der Technik je nach Textkategorie und Anspruch noch immer zum Übersetzer dritter, vierter und fünfter Klasse degradiert.

Künstliche Intelligenz spielt in der Globalisierung dahingehend eine Rolle, dass sie den Business-Akteuren mitunter eine schnellere, effizientere und stimmigere Umsetzung der Internationalisierungsstrategie eröffnen kann. Sie bleibt allerdings ein Werkzeug, das die Menschenhand noch braucht, und ist noch sehr weit davon entfernt, uns die Welt objektiv und kulturell angemessen zu Füßen zu legen oder Internationalität selbst und autonom zu gestalten.
Ob Chancen oder Grenzen überwiegen, könnte Gegenstand langer Diskussionen sein.

Gerne laden wir Sie dazu ein, uns Ihre Meinung zu diesem Artikel und zu den zwei Seiten der KI im internationalen Geschäft zukommen zu lassen, die wir gern unter Einhaltung eines strengen und nach Ihren Vorstellungen steuerbaren Datenschutzes in diesem Blog veröffentlichen, wenn Sie es wünschen.

Foto: @canva

 

Klischees über den Beruf des Übersetzers* gibt es viele: Sie sitzen im stillen Kämmerlein hinter einem Berg von Nachschlagewerken, sie haben wenig Kontakt mit der Außenwelt und sie konzentrieren sich in ihrem Elfenbeinturm ausschließlich auf ihre eigenen Wortgefüge und Formulierungen. Dass sie heute nicht mehr stimmen, ist nicht nur auf das durch den Computer ermöglichte papierlose Arbeiten zurückzuführen. Die Einsamkeit des Gelehrten ist aus unzähligen Gründen ein überholtes Konstrukt.

Heutzutage sind Übersetzer immer auch Teamplayer.

Wie die Übersetzungsagentur den Dialog mit dem Kunden moderiert

Übersetzungsaufträge bestehen aus vielen Elementen: sprachliche, stilistische, aber auch kaufmännische. Auch wenn der Übersetzer nicht in persönlichem Kontakt mit dem Kunden steht, entwickelt sich dennoch zu allen Aspekten des Projekts ein ausführlicher Austausch, der von der Projektleitung des Übersetzungsbüros organisiert, geführt und festgehalten wird. Fragen und Anmerkungen von beiden Seiten werden hier gebündelt, so ausformuliert, dass sie zum schnellstmöglichen Ergebnis und zur bestmöglichen Verständigung führen.

Dies entlastet den Kunden, für den die Übersetzungsagentur sozusagen „mitdenkt“, eventuelle Probleme im Vorfeld abklären kann und darauf vertrauen kann, dass hinter den Kulissen genau die Übersetzung entsteht, die seinen Erwartungen uneingeschränkt gerecht wird. Dadurch werden auch die Übersetzer entlastet: Sie können sich ganz ohne Zeitverlust auf ihre eigentliche Aufgabe – das Übersetzen – konzentrieren.

Doch auch jenseits dieser perfekt eingespielten „Dreierbeziehung“ nimmt die Teamarbeit weitere Formen an.

Teamarbeit dank CAT-Tools

In den letzten Jahren haben viele Hilfsmittel dazu beigetragen, dass die Übersetzungsarbeit im Sinne und zum Wohle des Kunden deutlich effizienter und konsistenter wurde. CAT-Tools zum Beispiel ermöglichen nicht nur die systematische Einhaltung von Firmenterminologie und Corporate Language, sondern auch wesentlich kurzfristigere Termine, denn der Übersetzer nicht mehr mühsam altes Material nach Textvergleichen durchsuchen.

Dies hat auch zur Folge, dass der Auftraggeber und seine Projekte an Unabhängigkeit gewinnen: Ist ein Übersetzer im Urlaub oder krank, kann ein Kollege ohne Einarbeitungszeit seine Aufgaben übernehmen. So ist jeder Übersetzer, der Texte für einen bestimmten Kunden bearbeitet, Teil eines Teams, das durch Software und die Übersetzungsagentur zusammengeführt und geleitet wird.

Wenn es schnell gehen muss: Arbeitsteilung im Team

Teambesprechung bei eurolanguage Fachübersetzungen

Trotz der Fortschritte in Kategorien von Wirtschaftlichkeit und Flexibilität, die CAT-Tools in die Welt des Übersetzens gebracht haben, bleiben einige Projekte eine zeitliche Herausforderung. Wenn ein Text von etlichen Seiten innerhalb von ein paar Stunden oder über Nacht bearbeitet werden soll, sind die Grenzen des Realistischen auch bei bester Ausstattung erreicht – erst recht, wenn das Thema komplex oder ungewöhnlich speziell ist und auch ein erfahrener Übersetzer eingehend recherchieren muss.
In diesem Fall muss der Ausgangstext manchmal unter mehreren Übersetzern aufgeteilt werden.
Dank der Moderation durch die Übersetzungsagentur und der von den vielen heutigen Softwares eröffneten Möglichkeiten ist dies durchaus möglich und qualitativ absolut unbedenklich. Die verschiedenen Teile werden zusammengeführt, die Einheitlichkeit von Stil und Duktus geprüft, gegebenenfalls überarbeitet und fristgerecht geliefert.

Auch für die Dauer des Auftrags müssen die Übersetzer über den Projektmanager des Übersetzungsbüros permanent miteinander in Kontakt stehen: etwa wenn Begriffe aus Gründen der Konsistenz eine Abstimmung erfordern, oder wenn ein Teil der Übersetzung für einen anderen am Projekt beteiligten Kollegen besondere Relevanz haben könnte.

Ein Übersetzungsauftrag, aber viele Themen?

Neben dem quantitativen und zeitlichen Aspekt kann auch ein anderer Umstand Teamarbeit erfordern.
Nicht jeder Übersetzungsauftrag bildet eine thematische und stilistische Einheit. Bei einer Website-Übersetzung zum  Beispiel geht es in erster Linie um Marketing. Der Text muss ansprechend und fließend, einwandfrei und idiomatisch für die vorgestellten Produkte oder Leistungen werben. In diesem Fall sind Übersetzer gefragt, die mit sprachlichem Image, Branding und interkulturellen Marktlandschaften vertraut sind. Allerdings ist dies eine etwas unvollständige Sicht der Dinge. Mitunter kann das Thema so spezifisch sein, dass ein weiterer Fachübersetzer miteinbezogen werden muss. Die Übersetzungsarbeit erfolgt redaktionell im Team: Hier verschmilzt technisches Fachwissen mit den Leseerwartungen der Zielgruppe und der Vermittlungsabsicht des Kunden.

Zudem besteht auch eine einfache Website heutzutage nicht nur aus Marketingtexten: AGB, DSGVO-gerechte Datenschutzerklärung, Impressum sind Seiten, für die eine auch im Zielland rechtssichere Übersetzung unerlässlich ist.

Ebenso verlangt eine Imagebroschüre nach einem bestimmten Schreibstil, aber wenn es sich um Investment oder Medizin handelt, ist es für einen Marketingübersetzer bei aller gebotenen Vielseitigkeit unter Umständen nicht ohne Weiteres möglich, sich die notwendige fachspezifische Wissenstiefe anzueignen. Eine enge Zusammenarbeit mit einem Kollegen ist dann nicht nur wünschenswert, sondern unumgänglich und für den Kunden eine zusätzliche Qualitätsgarantie.

Ob aus quantitativer, inhaltlicher oder organisatorischer Sicht also: Übersetzungsarbeit ist kein einsames Werk im Elfenbeinturm, sondern immer in irgendeiner Form Teamwork. Die Übersetzungsagentur ist hierbei zugleich Moderatorin, Projektleiterin und Vermittlerin zwischen den Übersetzern einerseits, interpretierendes Scharnier zwischen Kunden und Übersetzern andererseits, und als Ansprechpartnerin aller Beteiligten das lebendige Bindeglied, das – wie könnte es passender sein? – an der Schnittstelle zwischen interner Kommunikation und externer Verständigung ein Übersetzungsprojekt zu einem stimmigen und schlüssigen, einwandfreien Ganzen formt und qualitativ überwacht.

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Artikel die männliche Form gewählt, sie bezieht sich selbstverständlich auf alle Geschlechter.

Foto: @unsplash / Annie Spratt und @canva

Der Sommer ist herrlich und wir alle genießen ihn in vollen Zügen.

Doch irgendwann neigt er sich dem Ende zu, die Ferien verblassen zu einer sehnsuchtvollen Erinnerung. Was bleibt, bevor sich der Alltag endgültig wieder einstellt, sind offene Koffer und ein unvermeidlicher großer Berg Wäsche. Mancher Übersetzer blickt dabei mit verschmitztem Lächeln auf die Trommel der Waschmaschine, die unbeirrt ihre immer gleichen Runden dreht. Tatsächlich gibt es zwischen der Arbeit des Übersetzers und dem Vorgang der Wäschepflege mehr Gemeinsamkeiten, als man glauben könnte.

1. Erstmal sortieren – Bunt, Weiß, Schwarz… – und Prioritäten setzen

Wenn der Inhalt Ihrer Koffer vor Ihnen ausgebreitet liegt, werden Sie zunächst überlegen, was womit zusammengewaschen werden darf, was vielleicht zur Reinigung gebracht werden muss, was mit Vollwaschmittel und was im Schongang behandelt werden sollte …Und wenn Unterwäsche oder ein bestimmtes Hemd unbedingt für den ersten Tag im Büro wieder gebraucht wird, werden eben diese Kleidungsstücke zunächst in die Trommel geworfen.

Uns als Übersetzungsagentur geht es nicht anders. Jeden Tag sortieren wir Aufträge und ordnen sie bestimmten Kategorien zu: Welcher Übersetzer ist für Thema und Text der beste? Wie lange braucht er für einen solchen „Waschprozess“? Welche Texte werden am dringendsten gebraucht und müssen umso schneller vermittelt werden?

Der Übersetzer selbst verfährt genauso. Erst muss geklärt werden, was zu tun ist und wie, damit die Übersetzung dem Text nicht schadet, sondern er im Gegenteil strahlender denn je aus dem Vorgang kommt. Besonders eilige Aufträge werden sofort bearbeitet, während andere noch die Muße haben, über Nacht „einzuweichen“ …

2. Waschmaschine programmieren

Waschtemperatur, Schongang, Schleuderdrehzahl, Wäschemenge, Vorwäsche, Zeitsparfunktion, Spezialprogramm für Seide … Es gibt mehr zu tun, als nur auf einen Knopf zu drücken, bevor der Schmutz der Urlaubswochen sich in die Kanalisation verabschiedet. Die richtige Wahl zu treffen, ist entscheidend, wenn das tolle Shirt bald wieder in voller Schönheit erstrahlen soll und die Lieblingshose nicht einlaufen darf.

In der Übersetzungsbranche ist es nicht anders. Textabsicht, Zielgruppe, Rücksprache mit dem Kunden entscheiden über die „Einstellungen“, mit denen wir unsere Arbeit verrichten und sichern, dass Sie mit unseren Übersetzungen nicht nur zufrieden sind, sondern auch eine gute Figur machen.

3. Waschmittel einfüllen, Weichspüler auswählen

Vollwaschmittel, Pulver, Pads, Waschkugeln, Weichspüler, Hygienespüler, chemische Reinigung … Es gibt viele Produkte, die für die Säuberung Ihrer Urlaubswäsche in Frage kommen.

Auch wir Übersetzer sind nicht mit unserer Aufgabe alleine. CAT-Tools, Kunden- und eigene Glossare, mehrsprachiges Material, Recherchen … sind die Hilfsmittel, zwischen denen wir wählen können, und die zu einem perfekten Ergebnis beitragen.

Wie bei der Waschmaschine auch sind sie eine wertvolle Unterstützung, die uns aus den Zeiten von Kernseife, Waschbrettern und Waschplätzen am Fluss – Pardon: Bleistift, Schreibmaschine und Papierwörterbuch – in die heutige Arbeitswelt geführt haben und uns so täglich und selbstverständlich wie moderne Waschmittel begleiten.

4. Die Behandlung

Sie haben die Wäsche sortiert, das Waschprogramm ausgesucht, an alles gedacht, und das Waschmittel eingefüllt. Nun läuft die Trommel bereits, und Sie können sich entspannt zurücklehnen und der Maschine den Rest überlassen. Die Wäsche wird gedreht, gewendet, durchgewalkt, geschleudert … Bis sie wieder strahlend sauber und frisch duftend entnommen werden kann, müssen Sie sich um nichts mehr kümmern und können sich in Ruhe bei einer Tasse Kaffee oder einer kühlen Limonade in die Urlaubsfotos vertiefen.

Ähnlich geht es mit Ihrem Text, nachdem Sie uns den Übersetzungsauftrag erteilt haben. Während Sie sich mit anderen Dingen beschäftigen und sich ungestört dem Geschäft widmen, werden die Sätze vom Übersetzer immer wieder bearbeitet, gesäubert, wieder umgeworfen, verbessert … Am Ende sehen sie wie neu aus, ihre Farbe ist kräftig und ausdruckvoll, und man merkt ihnen den Gang durch die „Trommel“ überhaupt nicht an: Sie lesen sich wie ein Original in der Fremdsprache, als wären sie nie etwas anderes gewesen.

5. Trocknen und Bügeln

Ganz gleich, ob Ihre Wäsche nach der Waschmaschine den Weg in den Trockner findet, im Garten aufgehängt wird oder auf einem Trockenboden verweilen darf – sie darf sich zunächst entspannen. Erst dann werden Sie zum nächsten Schritt übergehen und sie gegebenenfalls bügeln, bevor Sie sie wieder tragen können.

Übersetzungsarbeit und Wäsche waschen - eurolanguage Fachübersetzungen

Genau das, was Sie mit Ihrer frischgewaschenen Urlaubskleidung tun, machen wir auch mit Ihrem Text. Nachdem die eigentliche Übersetzungsarbeit abgeschlossen ist, lassen wir ihn zunächst liegen. Je nach Dringlichkeit, Zweck, Textart-, -länge und -schwierigkeit können es wenige Stunden oder einige Tage sein. Indem der Übersetzer Ihren Text ruhen lässt, verschafft er sich die nötige Distanz, um das Übersetzungsergebnis noch besser zu beurteilen. Eventuell letzte kleine Fältchen zu entdecken, die noch besser geglättet, noch perfekter weggebügelt werden können, damit Sie sich mit unserer Übersetzung wirklich sehen lassen können, überall einen perfekten Eindruck hinterlassen und stolz auf Ihr Image und Ihre Wirkung sein dürfen.

Wenn Sie also am Ende des Sommers frustriert und missgelaunt vor dem verschmutzen Inhalt Ihrer Reisekoffer stehen, vergessen Sie nicht, dass der Übersetzer tagtäglich für jedes Ihrer Projekte genau das tut, was Ihnen nun bevorsteht – damit Sie und Ihr Unternehmen gepflegt in die Welt hinaus gehen und mit einem beeindruckend strahlendem Auftritt Ihre Leistungen und Produkte zum Erfolg führen.

Wenn auch Sie einen ‚Spezial-Vollwaschgang‘ für Ihre Texte in der Fremdsprache brauchen, rufen Sie uns an:   +43 (0) 676 5625257

Foto: www.unsplash.com – Nic Macmillan, Priscilla du Reez  Thank YOU-Merci-Gracias-Obrigado

Das Aufkommen verschiedener Typen von Übersetzungssoftware hat zu der Vorstellung geführt, der Übersetzer sei entweder ganz und gar entbehrlich, oder er sei nur noch ein Gehilfe, der die Arbeit des Computers lediglich für alle Fälle überwacht und ab und zu lässig eine Taste betätigt. Der Grund für diese Annahmen liegt in einer Reihe von Missverständnissen.

Tatsächlich muss zunächst zwischen zwei Arten von Übersetzungssoftware unterschieden werden.

In der maschinellen Übersetzung werden Texte in ein Textfeld eingegeben oder einkopiert und automatisch in der Fremdsprache ausgegeben. Unabhängig davon gibt es Werkzeuge, die eine halbautomatische, computerunterstützte Übersetzung ermöglichen, die sogenannten CAT-Tools.
Jeder, der schon versucht hat, in den Social Media oder in der entsprechenden Funktion der weltgrößten Suchmaschine Texte – und seien sie noch so kurz und einfach – selbsttätig übersetzen zu lassen, konnte feststellen, dass dies alles andere als der Weisheit letzter Schluss ist. Abhängig von dem gewünschten Sprachpaar fallen die Ergebnisse qualitativ recht unterschiedlich aus. Selbst in den vorteilhaftesten Kombinationen, was in den meisten Fällen bedeutet, dass eine der Sprache das Englische ist, darf der Zieltext als verbesserungsbedürftig betrachtet werden: Wörter mit mehreren Bedeutungen werden nach dem Zufallsprinzip übersetzt, syntaktische und grammatikalische Strukturen scheint ein Würfelwurf entschieden zu haben.
Die so erhaltenen Übersetzungen sind nicht selten als erheiternd zu bezeichnen – einige schaffen es als Urlaubsfoto in Form von Stilblütensammlungen und Horrorkabinetts auf Facebook oder führen zu nicht minder belustigenden Wutanfällen bei dem Versuch, eine Aufbauanleitung für ein Möbelstück oder ein elektronisches Gerät zu verstehen.
Solche Programme sind zwar bis zu einem gewissen Grad nützlich, um die groben Züge eines Textes in einer völlig unbekannten Sprache in etwa erahnen zu können, aber mehr als den Wert einer radebrechenden Unterhaltung mit Händen und Füßen erreichen sie nicht. Wer also einen wirklich verwendbaren Text braucht, sollte nicht auf solche Mittel vertrauen – und seien sie noch so schnell, zugänglich und kostenlos.

CAT-Tools wiederum haben einen anderen Ansatz.

Sie sollen den Übersetzer in seiner Arbeit unterstützen, und dies geschieht auf mehreren Ebenen.
Zum einen ermöglichen sie es, bereits übersetzte Texte in Datenbanken zu speichern, zu analysieren und mit neuen Texten zu vergleichen. Ist etwa in der Vergangenheit ein Absatz in identischer Form übersetzt worden oder befindet sich ein Satz in ähnlicher Form im Archiv, erkennt es das Programm zuverlässig und schlägt dem Übersetzer vor, die hierfür bereits angefertigte Übersetzung zu verwenden. Die Entscheidung, nach thematischem und stilistischem Kontext den Vorschlag anzunehmen, die gegebene Übersetzung anzupassen oder zu verwerfen, obliegt dem Übersetzer.
Für den Kunden ist die Verwendung von CAT-Tools und Translation Memory-Software durch den Übersetzer deshalb von Vorteil und heute sogar unentbehrlich, weil so die größtmögliche Einheitlichkeit seiner internationalen Kommunikation gewährleistet ist.
Ebenso kann der Übersetzer für jeden Kunden spezielle Glossare anlegen und muss sich nicht auf sein Gedächtnis verlassen, um über Jahre hinweg und angesichts einer großen Auftragsvielfalt eine einheitliche und perfekt abgestimmte Terminologie einzuhalten. Dies ist sowohl im technischen Bereich als auch bei Rechts- oder Online-Texten von eminenter Bedeutung.
Ist es dem Übersetzer eines Tages nicht möglich, einen Auftrag für einen Stammkunden zu übernehmen – zum Beispiel im Krankheits- oder Urlaubsfall – können die gespeicherte Terminologie und die grundsätzlichen Texte an einen Kollegen weitergeleitet werden: Auf diese Weise kann der Auftraggeber sicher sein, dass seine Übersetzungen immer seinem Standard und seiner individuellen Unternehmenssprache, dem Wording, entsprechen.
CAT-Tools sind für den Übersetzer also ein sprechendes Archiv und eine rasant schnelle Gedächtnisstütze, die einwandfreies und effizientes Arbeiten ermöglichen. Völlig unbekannte Texte selbstständig übersetzen können sie natürlich nicht. Des Weiteren funktionieren sie – wie alle Werkzeuge – nur dann einwandfrei, wenn sie regelmäßig und systematisch gepflegt werden, was mitunter sehr aufwändig und komplex sein kann.
Ob eine (sehr) rohe Übersetzung mit Hilfe eines maschinellen Diensts versucht wurde oder ein Übersetzer sich eines CAT-Tools bedient – Handarbeit ist im Kommunikationsbereich nicht zu ersetzen, und sie wird es mancher Hoffnung zum Trotz auch in absehbarer Zeit nicht sein. Computerprogramme sind sinnvolle Hilfsmittel, aber zu einem differenzierten Sprachgefühl, landeskundlichen Skills und stilistischen Entscheidungen, die die wirkliche stilistische Qualität und die zielführenden Eigenschaften eines Textes sichern, sind solche Systeme bei allem Fortschritt der Künstlichen Intelligenz angesichts der Komplexität des Objekts „Sprache“ weiterhin nicht fähig.