Beiträge

Wenn wir uns heute umsehen, in unseren E-Mail-Eingang schauen oder telefonieren, ist nichts mehr so, wie es noch vor einigen Wochen war. Die Realität hat sich verändert, eingespielte Mechanismen funktionieren nicht mehr, Selbstverständlichkeiten werden ad absurdum geführt. Es ist schon schwierig genug, privat mit diesen unbekannten und bis dahin kaum vorstellbaren Rahmenbedingungen zurechtzukommen. Geschäftlich und beruflich ist es noch viel entscheidender, sich schnell anzupassen und souverän zu handeln. Für international tätige Unternehmen ist es ein ganz besonderes Wagnis.

Wir möchten Übersetzungskunden helfen, den Überblick zu behalten, die Wirkung ihres Verhaltens auf dem internationalen Parkett richtig einzuschätzen, potentielle Fallstricke zu erkennen und zu umgehen und ihre internationale Kommunikation geschäftserhaltend zu steuern.

Wie die Corona-Krise unseren Umgang mit der Globalisierung beeinflusst

Das Coronavirus zeigt in seiner Ausbreitung und Auswirkungen mehr als jede nüchterne Beschreibung, als jede geschichtswissenschaftliche Theorie des Handels und weit deutlicher als die exemplarisch so viel zitierte Expansion von Fastfoodketten in allen Ländern, wie engmaschig der Austausch von Waren und zwischen Menschen rund um den Globus geworden ist – ja wie eins wir alle geworden sind. Grenzen und Distanzen scheinen in den letzten Wochen für immer aus unserem Verständnis verschwunden zu sein: Es wurde uns allzu überzeugend vor Augen geführt, wie durchlässig und unbedeutend sie sind. Zum ersten Mal vielleicht begreifen wir wirklich, was Globalisierung bedeutet, was sie für jeden Einzelnen, ob im ganz kleinen oder ganz großen Maßstab, menschlich und wirtschaftlich impliziert. Manche nehmen sogar diese Entwicklungen und die so entstandene Einsicht in Prozesse, die den meisten im privaten Alltag eher verborgen geblieben waren, zum Anlass, um eine kritische oder zumindest fragende Stimme zu heben und zu einer Reflexion über unsere ökonomischen Vorstellungen, Wünsche und Pläne anzuregen.

Ob die Corona-Krise unsere Betrachtung einer globalisierten Welt verändern wird, ob wir so schnell wie möglich den eingeschlagenen Kurs fortführen werden, wenn die Situation es wieder zulässt, ob wir einen Mittelweg suchen werden – zum jetzigen Zeitpunkt vermag niemand diese Frage zu beantworten, und es erblühen diesbezüglich die unterschiedlichsten Visionen zwischen Dystopien und Utopien.

Fakt ist: Wir alle können nicht so tun, als sei nichts; wir können nicht arbeiten, als sei alles „normal“. Dies beeinflusst, bewusst oder unbewusst, unsere Art miteinander umzugehen, miteinander zu reden. Auch und vor allem im internationalen Bereich sehen sich Unternehmen daher mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, die effiziente und zuverlässige Lösungen erfordern.

Perfekte internationale Kommunikation in Zeiten von Covid-19: unsere Empfehlungen und ihre Vorteile

Empfehlung 1: Kommunizieren Sie immer in der Sprache des Ziellandes

Ob Sie Newsletter an B2C-Kunden oder eMails an Ihre B2B-Partner versenden, eine Mitarbeiterzeitung oder regelmäßige Memos nutzen, um Ihre Tochtergesellschaften zu informieren oder Verhaltensrichtlinien zu übermitteln – Sie sollten sich auf keinen Fall für den einfachen Weg entscheiden und Ihre Texte lediglich in deutscher oder englischer Sprache verfassen, auch wenn Sie es sonst immer tun und es bis heute unproblematisch war.

Lückenlos und bis ins kleinste Detail verstanden werden

Einen Text in der eigenen Muttersprache zu erhalten, entspannt jede schwierige Situation. Ihre Leser benötigen weniger Zeit, um die Inhalte zu erfassen, und können auf diese Weise sicher sein, dass sie Sie einwandfrei verstanden haben. Es bleibt nichts ungesagt, sprachbedingte Zweifel oder Rückfragen bleiben aus, was in der allgemeinen aktuellen Hektik nicht zu vernachlässigen ist. Eine Übersetzung ist zugleich Dienst am Leser und Effizienzfaktor.

Auf unternehmensinterner Ebene: Texte in der Zielsprache schaffen Nähe und Verbundenheit – mit doppeltem Nutzen

Wirtschaftsbedingte Ängste sind allgegenwärtig. Indem Sie Ihre Mitarbeiter im Ausland in ihrer Muttersprache ansprechen, zeigen Sie, dass sie Ihnen nicht gleichgültig sind. Sie vermitteln dadurch überzeugend, dass Sie Ihr Personal nicht allein mit einer grauen Umsatzzahl gleichsetzen, sondern auch Interesse an den Menschen hinter der Arbeit haben. Dies wiederum positioniert Sie als erstrebenswerten Arbeitgeber und erhöht die Bereitschaft eines jeden Einzelnen, sich in diesen schwierigen Zeiten mit mehr Motivation und zusätzlichem Einsatz für das Wohl des gesamten Unternehmens zu engagieren.

Test der Belastbarkeit einer internationalen Beziehung

Der Schritt zu einer Kommunikation in der Sprache des Ziellandes ist intern und im B2B auch ein Beweis des Wertes, der Ernsthaftigkeit und der Nachhaltigkeit der geschäftlichen oder beruflichen Bande und kann über ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden.

Empfehlung 2: Zeigen Sie interkulturelle Kompetenz

Sowohl im B2B als auch unternehmensintern sollten Sie vorübergehend auf eine allzu strenge Umsetzung von Corporate Identity, Corporate Language und Corporate Guidelines verzichten. Es ist nicht die Zeit für Rechthaberei und formelle Steifheit, sondern für eine dezidiert dem Leser zugewandten Kommunikation. Zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, auf die mentalitätsbedingten Bedürfnisse Ihrer ausländischen Ansprechpartner zuzugehen, und dass Sie diese vor Ihre eigenen Prinzipien, Leitsätze und Richtlinien stellen. Damit beweisen Sie nicht nur Menschlichkeit und schaffen eine positive Voreingenommenheit zugunsten Ihres Unternehmens und Ihrer Marke, sondern Sie positionieren sich auch im Unterbewusstsein als flexiblen Partner. Dies steigert Ihren Marktwert – jetzt, da niemand komplizierte, bürokratische oder problematische Beziehungen gebrauchen kann.

Empfehlung 3: Handeln Sie individuell und nicht global

Das Virus hat ein Netz der Ansteckung über den gesamten Planeten ausgebreitet. Keine Region der Erde kann von sich behaupten, sie sei nicht betroffen. Tourismus und Handelswege sind zum Vehikel einer Krankheit geworden, die grenzen- und kulturübergreifend Leben, Alltag und Wirtschaft ins Chaos stürzt. Die Pandemie selbst und erst recht ihre ökonomischen Auswirkungen verschärfen den Eindruck einer tatsächlich restlos globalisierten, einheitlichen Welt, in der Unterschiede nicht mehr relevant sind. Doch ist es ein trügerisches Bild, das für Ihre internationale Kommunikation fatale Folgen haben kann. In Wirklichkeit reagieren Regierungen und Bevölkerungen mit jeweils anderen Maßnahmen und Verhaltensmustern. Dies ist zum einen natürlich strukturell und politisch bedingt, zum anderen aber ebenso mentalitätsbedingt. Jedes der Zielländer, mit denen Sie als Arbeitgeber, als Geschäftspartner, als Kunde, als Zulieferer beruflich zu tun haben, bewahrt auch und gerade jetzt seine Identität, die in unterschiedlichen Rahmenbedingungen ihren Ausdruck findet. Die Vorschriften für Lockdown, Betriebsschließungen oder Hygienemaßnahmen am Arbeitsplatz sind vielfältig und schaffen eine große Bandbreite an kaum vergleichbaren Situationen.

Ihre internationale Kommunikation muss dem Rechnung tragen, dies behutsam und feinfühlig integrieren. Rundschreiben etwa sollten nicht komplett in alle Sprachen übernommen werden: Textbausteine können gegebenenfalls für die einzelnen Länder ausgearbeitet werden. Nur wenn der Dialog mit Ihrem ausländischen Ansprechpartner entsprechend persönlich ist, kann er langfristig zielführend sein.

Fallstricke und Lösungen für Ihre internationale Kommunikation unter Sars-Cov-2

Fallstrick 1: unzureichende oder fehlerhafte Informationen

Wie sieht es in dem Land wirklich aus, in dem sich Ihr Ansprechpartner befindet? Nur wenn Sie dies wissen, können Sie Ihre Kommunikation angemessen gestalten. Vertrauen Sie hier nicht auf Gerüchte oder erste Eindrücke, die Ihnen Medien und Soziale Netzwerke in filtrierter und verkürzter Form vermitteln. Stellen Sie dem Übersetzer entsprechende Fragen, oder machen Sie sie von vornherein zu einem Teilinhalt Ihrer Korrespondenz oder Ihrer Mitteilungen. Aufrichtiges Interesse und Mitgefühl sind ein wichtiges Element, das die spätere Beziehung stärken und unter Umständen grundlegend verbessern kann und Kunden bindet.

Fallstrick 2: Gesten können eine gefährliche Gratwanderung sein

Möglicherweise möchten Sie als Unternehmer anderen Ihre Hilfe anbieten, einen besonderen Beitrag leisten. Gutscheine, Preisnachlässe, Vorschüsse auf Zahlungen, kleine Zuwendungen und Geschenke, Spenden sind nur einige Beispiele dessen, was möglich ist. Bevor Sie dies tun, sollten Sie jedoch – neben dem rechtlichen Aspekt natürlich – sicherstellen, dass dies im Zielland tatsächlich positiv aufgenommen wird. Leicht kann eine großzügige und aufrichtig gemeinte Geste in einem anderen geschäftskulturellen Umfeld als Marketingmaßnahme eines Profiteurs oder als gönnerhaft, als Almosen und Beleidigung aufgefasst werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Übersetzer über die diesbezügliche Stimmung in seinem Land. Besprechen Sie mit ihm die Art, wie Sie Ihre Unterstützung semantisch anbieten und erklären können.

Fallstrick 3: Vernachlässigung der unternehmensinternen internationalen Kommunikation

Als Unternehmer haben Sie im Moment Sorgen, und naturgemäß ist die Versuchung groß, in erster Linie die Kundenkontakte und den Erhalt eines lebensfähigen Umsatzes zu sichern. Der Austausch zwischen Ihnen und Ihren Auslandsfilialen kann dadurch aber auf eine harte Probe gestellt werden. Lieferengpässe, Liquiditätsprobleme, Personalausfälle erfordern einen täglichen Dialog, der durch die allgemein herrschende Anspannung und die Dringlichkeit der zu treffenden Entscheidungen schon in der eigenen Sprache nicht immer leicht zu führen ist und vielleicht nicht so ausgeglichen und sachlich verläuft, wie er es sollte. Doch gerade deshalb, gerade jetzt und gerade auf interner Ebene dürfen sich internationale Akteure keinerlei Fehler erlauben. Je nach geschäftskulturellem Kontext und Mentalität kann eine unzulängliche, d. h. den Besonderheiten des Ziellands nicht angepasste Kommunikation zur Verunsicherung der Mitarbeiter führen, schlimmstenfalls zu Misstrauen, und Zweifel an der Qualität der Kooperation oder an der Überlebensfähigkeit der Zusammenarbeit nach der Krise schüren. Die Unterstützung und Beratung durch einen qualifizierten Sprachmittler hilft Ihnen, auch diese Zeit ohne Image- und wirtschaftlichen Schaden zu überstehen.

Beweisen Sie gerade jetzt und noch mehr als sonst interkulturelle Kompetenz. Informieren Sie sich, lassen Sie sich beraten und vertrauen Sie auf die Meinung Ihrer Übersetzer: Als Muttersprachler mit ständigem Kontakt zu ihrem Heimatland haben nur sie einen genauen Einblick in das, was dort wirklich geschieht, in die geschäftlich-emotionale Situation in Ihrem Zielland, und können Ihnen sagen, wie Sie den richtigen Ton treffen, wie Sie Inhalte konkret, aber auch einfühlsam vermitteln können, damit Sie in dieser weichenstellenden Zeit zuverlässig einen nicht nur souveränen, sondern auch sympathischen und positiven Eindruck hinterlassen, der Ihrem Unternehmen nach der Krise weiter zugutekommen wird.

Sprechen Sie mit uns – wir beraten Sie gerne:

Sprache im Allgemeinen und speziell die Interaktion von Sprechern verschiedener Sprachen war von Beginn an ein Gebiet, auf das die, damals schlicht als „Informatik“ bezeichnete Wissenschaft, ein ganz besonderes Augenmerk legte. Die unglaublich verlockende Vorstellung, eine Maschine könnte irgendwann einmal das menschliche Denken perfekt imitieren und sich autonom verständigen, faszinierte die Denker vom ersten Tag an. Sie war Utopie und Ansporn zugleich. Und ja, heute ist der Traum in vielen Bereichen Wirklichkeit geworden, der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist das Zauberwort der Neuzeit. Was bedeutet er für das internationale Business? Schwer zu überblicken? Mit diesem kleinen Abriss möchten wir unseren Kunden helfen, Tatsachen von Vermutungen und Gerüchten –Pardon: Fake News natürlich! – zu unterscheiden.

Künstliche Intelligenz und Übersetzung – von gestern bis heute

Sprachen als Spiel- und Übungsplatz der 60er und 70er Jahre

Als in Japan das erste sprechende „Elektronengehirn“, das brav grüßen und auf ein paar Grundfragen scheinbar selbständig antworten konnte, enthüllt wurde, keimte in der Presse bereits die Überlegung auf, ob in absehbarer Zeit Roboter als Dolmetscher fungieren könnten, und die Antwort der Ingenieure war ein klares optimistisches „Ja“. Gerade Übersetzer vermochten dies nicht zu glauben, zu komplex seien Sprachstrukturen und -nuancen, zu wichtig die interkulturelle Kompetenz, als dass eine Maschine sie beherrschen könne. Auch das Versprechen, mit immer größeren Computern immer mehr Daten und somit Wortschatz und Grammatik implementieren zu können, wusste die Skepsis nicht ganz zu vertreiben. Zumindest herrschte in unserer Branche darüber Konsens, dass es, wenn überhaupt jemals, nicht ganz so bald sein könne.

Von den netten Spielzeugen der 80er Jahre zu den Übersetzungshilfen der 90er

Angesichts der freundlichen kleinen weißen zweibeinigen Blechfreunde mit den lustigen blauen Augen, die auf Industriemessen mit hölzernen Sätzen und erheblicher Sprechverzögerung eher durch ihre Niedlichkeit punkteten, schien das Thema jedoch nicht im engen Sinne vorrangig.
Mitte der 90er Jahre allerdings kamen erste Programme auf, die für die Übersetzer zunächst eine große Arbeitserleichterung darstellen sollten. „CAT-Tools“ in Form von Translation Memory-Software schienen das Gebot der Stunde.

Wie das Übersetzungswerkzeug im neuen Jahrtausend zum double-edged tool wurde

Ein zweischneidiges Schwert spaltete von nun an nach und nach die Übersetzergemeinde – demographisch und kaufmännisch. Während die Mehrheit der Übersetzer darüber erfreut war, sich nicht mehr nur auf das eigene Gedächtnis verlassen zu müssen und dadurch Zeit zu gewinnen, die sie bisher für die Suche in ihrem Archiv nach bestimmten Textabschnitten, internen Firmenfachterminologien oder Formulierungen aufgewendet hatten, blickten einige mit Zurückhaltung und Misstrauen auf die neuen Arbeitshelfer. Tatsächlich sind die Pflege der Datenbanken oder die Vorbereitung von Dateiformaten auf den zweiten Blick nicht viel weniger zeitraubend als die bisherigen Prozesse; bereits übertragene Sätze können je nach Kontext nicht blind übernommen werden, wie die Werbung es versprach, sondern müssen ohnehin per Hand angepasst und redigiert werden; die benötigten materiellen und finanziellen Ressourcen sind erheblich. Erfahrene Übersetzer vor allem monierten, dass dadurch die Qualität von Übersetzungen zu sinken drohe, wenn nicht eine sehr beachtliche Mehrarbeit investiert würde, für die kein geldwerter Ausgleich angeboten würde.

Licht und Schatten: CAT-Tools im Dienste der Internationalisierung und Globalisierung

Wie immer im Leben haben Medaillen und Werkzeuge immer zwei Seiten.

CAT-Tools sind ein Segen für den Übersetzungskunden im B2B

Für Geschäftskunden sind CAT-Tools ein Segen: Sie bekommen ihre Übersetzungen schneller; sie können sicher sein, dass ihre Fachterminologie in allen Texten beachtet und systematisch verwendet wurde; sie sparen Geld, denn zu einem früheren Zeitpunkt bereits bearbeitete Textteile werden rechnungsmindernd berücksichtigt; sie können ihre Übersetzungsbudgets besser steuern, da die Berechnung oft nach der Wortzahl des Ausgangstextes erfolgt und Kostenvoranschläge in vielen Fällen überflüssig macht. Es ist Dienstleistung in Vollendung.

Es ist nicht alles Gold …

Vereinfacht ausgedrückt: Die Vorstellung auf der Bühne der Übersetzung wirkt müheloser und ist sehr viel kundenorientierter, effizienter und perfekter geworden. Dies ist nicht zu bestreiten, und Künstliche Intelligenz hat daran einen großen Anteil.
Wie im Theater oder im Ballett auch steckt hinter dieser Leichtigkeit allerdings eine große Menge sehr harter Arbeit … die hinter den Kulissen geschieht, sie wird nicht gesehen, und somit auch nicht (mehr) entlohnt wird. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Übersetzungshonorare im deutschen Sprachraum in den letzten zehn Jahren halbiert haben. Die Übersetzer müssen also, um ihre Existenz zu sichern, mehr Kunden finden und Aufträge annehmen, während ihre Leistung immer kleiner geredet wird.
Diese brancheninterne Situation bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass der Kunde mehr denn je wirklich sicher sein muss, dass er es mit einem zuverlässigen, kompromisslos seriösen Übersetzungspartner zu tun hat, der bereit ist, trotz nicht mehr uneingeschränkt blühender Arbeitslandschaft höchste Qualität zu liefern. Ein Übersetzer, der nicht die Meinung vertritt, er müsse nur das tun, wofür er tatsächlich bezahlt würde, sondern von sich aus willens ist, zusammen mit dem Kunden die sogenannte Extrameile zu gehen, der sich dem Erfolg des Kunden verpflichtet fühlt.

In unserem nächsten Blogartikel im Februar werden wir Ihnen daher genau erklären, woran Sie eine gute Übersetzungsagentur und ein seriöses Geschäftsgebaren in der Übersetzungsbranche erkennen können.

Bei allen Vor- und Nachteilen: Natürlich tragen CAT-Tools auf sehr wirksame Weise zur Internationalisierung und zur Globalisierung bei, denn sie unterstützen einen in Corporate Language und Corporate Wording einheitlichen internationalen Auftritt. Damit sind sie allerdings nicht mehr allein.

Internationalisierung auf Knopfdruck – ein Traum der 2010er Jahre?

Automatische Übersetzung und neuronale automatische Übersetzung sind die neuen Stichwörter der letzten Jahre und lassen das Thema CAT-Tools beinahe obsolet erscheinen: Ist es möglich, ganz ohne Übersetzer auszukommen? Auf allgemein (sogar mitunter kostenfrei) verfügbare Software zurückzugreifen und Texte ganz ohne den Menschen zu übersetzen? Kann KI Sprachstrukturen mittlerweile so gut erkennen und in eine andere Sprache übertragen, dass MI entbehrlich ist?
Eine Antwort auf diese Frage kann nur seriös sein, wenn sie absolut objektiv ist – und wir haben sie an anderer Stelle in diesem Blog gegeben.

Grenzen der KI im internationalen Geschäft: Suchmaschinen verweigern die Globalisierung

Alle Kontinente sind einen Tastenklick entfernt

Das Internet als Netzwerk verbindet uns mit der ganzen Welt. Die Grenzen unserer Mikrokosmen und Universen scheinen verschwunden. Europa feiert nicht nur Thanksgiving und Halloween, sondern auch Black Friday und Cyberweek. Unsere Geschäftspartner müssen sich nicht mehr zu uns bemühen, Videokonferenzen ermöglichen die simultane Unterzeichnung von Verträgen über Tausende von Kilometern hinweg. Ob dies eher kritisch oder als beispielloser Fortschritt zu betrachten ist, spielt keine Rolle: Es ist die Realität, in der wir leben.
Doch wie international ist diese Realität wirklich? Wie nah sind unsere Geschäftspartner wirklich?

Ernüchternde Erkenntnis: KI versteht die Globalisierung nicht

Im internationalen Geschäft – und dies betrifft gleichermaßen das B2B und das B2C – zeigt sich, dass wir nicht annähernd so weit gekommen sind, wie wir es glauben möchten. Einige Fakten machen deutlich, dass KI Internationalisierung und Globalisierung weniger fördert als behindert.

Regionale Werkzeuge täuschen die große weite Welt vor

Suchmaschinen etwa sind entgegen der geläufigen Meinung keineswegs global ausgerichtet. Die in Europa bekannteste von ihnen ist in Asien oder Russland kein Wirtschaftsfaktor, was die Automatisierung von SEO-Arbeit zunichtemachen kann.

Des Weiteren zeigen die sogenannten „Filterblasen“, wie regelrecht provinziell Künstliche Intelligenz sein kann: Grundsätzlich werden bei der organischen Suche nur Ergebnisse aus der eigenen geografischen Zone angezeigt, auch wenn die Frage in einer Fremdsprache formuliert und in Anführungsstriche gesetzt wird. Um dies zu umgehen, müssen sowohl die Zielsprache als auch das Zielland unter „Einstellungen“ speziell angekreuzt werden.
Bei diesem Schritt wiederum sind die Optionen begrenzt. Es ist nicht möglich, nach Zulieferern in allen französischsprachigen Ländern oder im gesamten hispanischen Bereich zu suchen oder mehrere Länder gleichzeitig auszuwählen. Diese Parameter müssen außerdem nach einem Sitzungsabbruch (also Schließen der Suchmaschine) neu eingegeben werden. Suchmaschinen gehen davon aus, dass der Nutzer etwas in seiner Nähe finden möchte. Die Welt da draußen bleibt für sie offenbar fern und fremd.

Social Media – liken und versinken

Gleiches ist beispielsweise auf Twitter zu beobachten. Wurde zwei oder drei Konten etwa von englischen Kulturinstitutionen gefolgt, schlägt Twitter in der Spalte „Wem folgen?“ konsequent ausschließlich Nutzer aus Großbritannien vor. Auf die Idee, dass das Interesse vielleicht dem Thema in aller Welt und nicht dem geographischen Bereich gilt, kommt das System keine Sekunde – Internationalisierung und Globalisierung … Fehlanzeige.

Andere Denkmuster sind nicht vorgesehen, und hier enthüllt KI genau die Unflexibilität und den Gespürmangel, die sie zum heutigen Stand der Technik je nach Textkategorie und Anspruch noch immer zum Übersetzer dritter, vierter und fünfter Klasse degradiert.

Künstliche Intelligenz spielt in der Globalisierung dahingehend eine Rolle, dass sie den Business-Akteuren mitunter eine schnellere, effizientere und stimmigere Umsetzung der Internationalisierungsstrategie eröffnen kann. Sie bleibt allerdings ein Werkzeug, das die Menschenhand noch braucht, und ist noch sehr weit davon entfernt, uns die Welt objektiv und kulturell angemessen zu Füßen zu legen oder Internationalität selbst und autonom zu gestalten.
Ob Chancen oder Grenzen überwiegen, könnte Gegenstand langer Diskussionen sein.

Gerne laden wir Sie dazu ein, uns Ihre Meinung zu diesem Artikel und zu den zwei Seiten der KI im internationalen Geschäft zukommen zu lassen, die wir gern unter Einhaltung eines strengen und nach Ihren Vorstellungen steuerbaren Datenschutzes in diesem Blog veröffentlichen, wenn Sie es wünschen.

Foto: @canva

 

Auf in die weite Welt! In Zeiten der Globalisierung ist die internationale Positionierung für eingesessene Unternehmen genauso wie für  junge Start-ups nicht mehr nur eine Option, sondern ein absolutes Muss. Kleine Kunsthandwerker, produzierende Betriebe (sehen Sie sich unseren Folder an) mittlerer Größe, ebenso wie große Konzerne, verschiedenste Dienstleister und selbst Künstler, sie alle teilen das gleiche Los: Der regionale Verkauf genügt nicht mehr, um der wachsenden Konkurrenz zu trotzen und finanziell bestehen zu können. Das Wunschziel besteht darin, Kunden in aller Welt zu finden.

Die Funktion einer Website hat sich verändert

Wurden Unternehmens-Websites vor wenigen Jahren noch ’nur‘ als erweiterte Visitenkarte, Vitrine zur Präsentation des Portfolios angelegt, übernehmen sie heute deutlich komplexere und vielfältigere Aufgaben. Auf einer Website soll nicht nur ein Angebot beschrieben, sondern der immer größeren und undurchschaubaren Vergleichbarkeit von Produkten und Leistungen Rechnung getragen werden. Sie ist sowohl Imageträger als auch Ideenvermittler. Und vor allem muss sie in erster Linie dazu dienen, passiv Umsatz zu generieren: das Interesse potentieller Kunden gewinnen, Probleme aufdecken und Lösungen anbieten, Bedürfnisse wecken und befriedigen. Ob im B2B oder im B2C: Websiten haben sich de facto und unabhängig von ihrer Form zu eigentlichen Shops entwickelt, denn heute ist ihre Aufgabe nicht mehr nur zu präsentieren, sie sollen auch aktiv verkaufen.

Websites brauchen Internationalität…

Abhängig von Branche und Umsatzzielen ist der Abschied vom regionalen und nationalen Ansatz der Kundenprospektion eine Frage des Überlebens. Doch entstehen aus dieser Notwendigkeit, die nicht selten den schalen Beigeschmack der Unumgänglichkeit in sich trägt, viele Fragen, die logistisch und finanziell beantwortet werden müssen:

  • Muss für jedes Land, in dem ich mir Kunden erhoffe, eine Website in der jeweiligen Sprache erstellt werden?
  • Genügt Englisch nicht einfach für alle Zielgruppen?
  • Müssen alle Seiten und Unterseiten meiner Website übersetzt werden?

HHomepage mehrsprachig übersetzen

…aber wie viel Internationalität ist sinnvoll?

Die schlechte Nachricht zuerst: Eine pauschale Antwort auf diese zugegebenermaßen quälenden Sorgen gibt es nicht.
Die positive Nachricht ist, dass eine gute Übersetzungsagentur, die nicht nur aus einem maschinell Kostenvoranschläge ausrechnenden Computer besteht, Ihnen sehr gezielt helfen kann, die Bedürfnisse Ihrer Website qualitativ und quantitativ richtig einzuschätzen. Um Ihnen vorab einen ersten Überblick zu verschaffen, stellen wir hier einige der Hauptentscheidungsfaktoren vor.

Internationalität im B2B und im B2C – zwischen Bedürfnis und Imagegewinn

Ein entscheidender Faktor hierbei ist wie so oft Ihre Zielgruppe. Umfragen haben ergeben, dass Verbraucher in Online-Shops zu 80 Prozent lieber in ihrer Muttersprache einkaufen, auch wenn sie des Englischen mächtig sind. Die größtmögliche Internationalität Ihrer Website zu fördern, scheint im B2C also auf jeden Fall sinnvoll. Der Kunde fühlt sich sicherer und ist eher geneigt, den Anbieter als seriös und vertrauenswürdig einzuschätzen.
Im B2B wiederum kann dies in vielen Fällen etwas flexibler gesehen werden, doch wird von größeren Unternehmen und Konzernen mitunter erwartet, dass sie ihrem weltumspannenden Image gerecht werden. Eine breite Sprachauswahl auf der Website wird bewusst und unbewusst unter anderem als Zeichen von Höflichkeit und Dialogbereitschaft rezipiert und trägt so zum Bild eines weltoffenen und souveränen Unternehmens bei.

Wieviele Sprachen für meine Website? Übersetzungsagentur eurolanguage Wien

Einfluss und Bedeutung Ihrer internationalen Strategie

In welche Sprachen Sie Ihre Website übersetzen lassen sollten, hängt auch von Ihrer Geschäftsstrategie ab. Für einige Unternehmen sind Auslandskunden zwar willkommen, aber sie sind nicht notwendigerweise die Hauptzielgruppe, sondern werden als eine Art Laufkundschaft betrachtet, die zufällig auf die Website kommt und durchaus dort kaufen darf. Wenn dies Ihre Einstellung ist, genügt neben der deutschen Sprache in der Tat eine Version Ihrer Internetpräsenz in englischer Sprache.
Glauben oder wissen Sie hingegen, dass Ihre Produkte auf einem bestimmten Markt Erfolg haben (werden), sollten Sie gezielt eine weitere Sprache anbieten, die für den jeweiligen geographischen Bereich relevant ist. Auf dem afrikanischen Kontinent etwa sollte Ihr Angebot nicht nur in englischer, sondern mindestens auch in französischer Sprache gegeben sein. In Asien sollten Sie die Sprache des Landes oder der Länder nicht auslassen, von dem Sie sich den meisten Umsatz versprechen, etwa Chinesisch, Japanisch, Vietnamesisch… Ebenso ist zum Beispiel von unseren französischen Nachbarn bekannt, dass sie es im B2B und B2C gleichermaßen schätzen, wenn die Kommunikation in ihrer Sprache erfolgt.

Ihren Übersetzungsbedarf zu definieren und einzugrenzen, kann in der Tat sehr schwierig und die Entscheidungen, die damit einhergehen, können regelrecht beängstigend sein. Als Partner Ihrer internationalen Kommunikation helfen wir Ihnen gern, ein wenig klarer zu sehen. Zudem steht Ihnen das Übersetzungsbüro eurolanguage auch in der logistischen Steuerung Ihres Projekts zur Seite und trägt durch eine langjährige Erfahrung und hochqualifizierte Spezialisten dazu bei, dass die Welt da draußen Sie so sieht, wie Sie wirklich sind.

Zu unserer kostenlosen PDF  Wie viele Sprachen braucht meine Website?

Fotos:
www.unsplash.com und fotolia.de © Rawpixel.com

Warum die Übersetzungsbranche vielen Theorien längst voraus ist.

Gemeinplätze werden nicht dadurch unwahr, dass sie wohlbekannt sind. Die Bedeutung von Übersetzungen für den Fortschritt in vergangenen Zeiten gehört sicherlich zu jenen eher langweiligen Selbstverständlichkeiten, die vielleicht als gegebenes Grundwissen nicht unbedingt wiederholt werden müssten. Und doch sind sie ein Indikator für die Bedeutung, die die Entwicklung der Übersetzungsbranche für unsere wirtschaftliche und geschäftliche Zukunft im Hinblick auf Globalisierung und Industrie 4.0 hat. Tatsächlich arbeiten Übersetzer schon heute daran, die Welt von morgen zu erfinden.

Übersetzungen als Motor des Fortschritts

Die Handelsbeziehungen des antiken Ägyptens mit seinen Partnerländern erforderten einen schnellen und eindeutigen Austausch und trugen nicht zuletzt dazu bei, ein transparentes sprachliches, rechtliches und buchhalterisches System einzuführen, das unserer Auffassung eines geschäftlichen und kaufmännischen Regelwerks und einer erfolgreichen und gewinnbringenden internationalen Kommunikation erstaunlich nahekommt. Die Fortschritte der Archäologie und der Geschichtsschreibung dank der Entschlüsselung des Rosetta-Steins sind legendär und haben weit mehr als nur die geisteswissenschaftliche Forschung beflügelt. Die Entstehung der Seidenstraße ist für die berufliche und wirtschaftliche Netzwerkbildung des 21. Jahrhunderts noch immer ein relevantes und faszinierendes Vorbild.

Übersetzung und Buchdruck

Der gegenseitige Antrieb, den Übersetzung und Buchdruck aufeinander ausübten, hat unsere Informationsgesellschaft, wie wir sie heute kennen, begründet. In den beiden vergangenen Jahrhunderten ermöglichten Übersetzungen die rasche und effiziente Verbreitung der unzähligen neuen Erkenntnisse, durch die Chemie, Physik, Medizin, Industrie jeden Tag ein wenig mehr und in einem rasanten Tempo die Welt veränderten. Es ist also durchaus nichts Falsches daran, ein Klischee zu wiederholen: Ohne Übersetzungen sähe unser Leben im Jahre 2017 nicht so aus, wie wir es kennen.

Übersetzung als Motor einer florierenden Wirtschaft

Aber auch in den letzten 30 bis 50 Jahren trug die Übersetzungsbranche maßgeblich dazu bei, die Rahmenbedingungen für einen allgemeinen Aufschwung zu schaffen. Diplomatische und politische Verträge sicherten einen Frieden, in dem sich die Wirtschaftskraft frei entfalten konnte. Patente wurden dank Übersetzungen international zugänglich gemacht, internationale Normen, die die Qualität und Sicherheit der Produkte sichern, die wir täglich nutzen, wären ohne Übersetzungen wirkungslos.

Eine unvergleichlich rege internationale Kommunikation schließlich ermöglichte die Erschließung vielfältiger Märkte und entfachte nicht zuletzt den Wettbewerb – Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft … und somit den Umsatz. Das, was wir als Globalisierung bezeichnen, unsere heutige Wirtschaft, wurde also von Übersetzern erschaffen.

Übersetzungsprozesse als Vorbild für die künftige Arbeitswelt

Neben diesen konkreten Fakten werden zur Zeit viele Vorgehensweisen und Überlegungen, die unter dem Begriff Wirtschaft 4.0 zusammengefasst werden, bereits seit Jahren von Übersetzern erprobt, mitentwickelt und praktiziert.

Die Digitalisierung von Arbeitsvorgängen, die in Industrie und Unternehmensverwaltung als große Neuerung angepriesen wird, gehört in der Übersetzungsbranche durch die stetige Entwicklung von CAT-Tools seit fast 20 Jahren zum Alltag. Die digitale Speicherung und Archivierung, der Vergleich, die selbsttätige Analyse und Nutzung von großen Datenmengen sind hier längst gängige und funktionierende Prozesse, von denen Cloud Working und Big Data lernen können. Auch systematisches, ökonomisches und effizientes Arbeiten, wie die Kanban- und Lean-Methoden es empfehlen, sind hier seit vielen Jahren gelebte Praxis.

Genauso, wie die Branche seinerzeit als erste das Outsourcing, das Home Office, das digitale Nomadentum und die Zielgruppe erfand, musste sie nicht erst dazu ermahnt werden, dass der Mitarbeiter von morgen ohne stetige und ständige Fort- und Weiterbildung nicht mehr auskommen wird und lebenslanges Lernen notwendig wird – ein Übersetzer lernt jeden Tag bewusst und gezielt Neues hinzu, und die ganze Branche hat bereits vor geraumer Zeit hierfür entsprechende, vielfältige und wirkungsvolle Strukturen und Maßnahmen geschaffen. Agilität und Qualitätssicherung sind in einem von Dienstleistungsgedanken und sehr erheblichem Wettbewerb geprägten Beruf seit einem Jahrzehnt keine Option mehr, sondern überlebensentscheidende Wirklichkeit. Auch in diesem Bereich ist die Übersetzungsbranche den Theorien längst voraus.

Geführte Teilautomatisierung (Industrie 4.0), wertbringende Analyse von großen Datenmengen (Big Data), effizientes und wirtschaftliches Arbeiten (Lean), weltweite Verflechtung von Wirtschaft und Kultur (Globalisierung), aktive Pflege von Beziehungen mit Spezialisten und Quellen (Networking), Steuerung der Arbeit von jedem Ort aus über Internet und Smartphone, lebenslange Lernbereitschaft, schnelle Reaktions- und Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden (Agility), gemeinsames und ortsunabhängiges Arbeiten mit anderen an einem Projekt (Cloud Working) … all diese Begriffe und Anforderungen, von denen gesagt wird, dass sie als Wirtschaft 4.0 die Produktionswege von morgen verändern sollen und werden, unsere Zukunft also, haben die Übersetzer längst erfunden.

Einmal mehr.

Gehen Sie mit uns der Zukunft entgegen:   +43 (0) 676 5625257

Foto: Martina Schmid, Astronomische Uhr – Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg

Übersetzungen unterliegen einem Wandel

Im Laufe der Jahrhunderte hat es immer wieder Wandel in der Auffassung dessen gegeben, was eine Übersetzung sein soll und welche Kriterien sie zu erfüllen hat. Man könnte und dürfte durchaus sagen, dass auch die Arbeit des Übersetzers Moden und Zyklen unterworfen ist. Dies bleibt für sein Selbstbild, seine Prinzipien und die Nutzbarkeit der Übersetzung nicht ohne Folgen.

Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts musste alles der Vorstellungswelt des Ziellandes angepasst werden. Es wurde davon ausgegangen, dass landestypische Begrifflichkeiten nicht verstanden werden würden, und so wurde Sandwiches munter zu Butterbroten und Croissants zu süßen Brötchen umdeklariert.

Lokalkolorit

In den folgenden Jahrzehnten wiederum wurde immer mehr Lokalkolorit zugelassen. Nicht nur in literarischen Werken, sondern auch in geschäftlichen Dokumenten wurde Wert darauf gelegt, die Tonalität und die Vorstellungswelt des Ursprungslands sorgfältig und detailreich und -getreu zu erhalten und so anschaulich wie möglich wiederzugeben. Dem Übersetzen kam eine exklärende und beratende Funktion zu.
Heute wird in erster Linie verlangt, dass eine Übersetzung so gelesen werden kann, als sei sie ein im Zielland entstandener Originaltext.

Berufsethos im Wandel

Der Hintergrund dieser Forderung ist verständlich und legitim und ist Ausdruck des Wunsches, einen flüssigen, syntaktisch, semantisch, stilistisch und grammatikalisch fehlerfreien Text zu erhalten, der einwandfrei und schnell verständlich ist – sozusagen „barrierefrei“, wie es sich für eine grenzüberschreitende Tätigkeit nun einmal gehört.
Dieser durchaus nachvollziehbare und berechtigte Anspruch ist jedoch nicht ohne Tücke, und dies berührt nicht zuletzt ebenso das Berufsethos des Übersetzers wie die Qualität der internationalen Kommunikation.
Wird dieser Grundsatz allerdings zu Ende gedacht und gelebt, stellt sich die Frage nach der Vollständigkeit der Textübertragung und ihren Konsequenzen. Der Ausgangstext wird bei dieser Vorgehensweise von allem „bereinigt“, was im Zielland als nicht „natürlich“ und selbstverständlich empfunden wird. Dies bedeutet nichts anderes, als dass er auf die Aspekte seines Inhalts reduziert wird, die länder- und kulturübergreifend sind. Was übrig bleibt, ist die reine Information: Daten und austauschbare Allgemeinplätze, ohne Zwischentöne, ohne ländertypische Kommunikationsmerkmale und folglich ohne Verständnis oder Interesse für das Gegenüber – ein Desaster im Marketing und auf geschäftlicher und diplomatischer Verhandlungsebene. Eine Übersetzung, die wie ein in der Zielsprache verfasster Text anmutet, ist Vieles, nur keine Übersetzung: Sie ist entweder eine Exzerption rein faktischer Inhalte, oder sie ist ein ganz neu geschriebener Text, bei dem das Original nur vage als Materialkiste dient.

Linguisten, Soziologen und Neurobiologen wissen längst, dass unterschiedliche Sprachen Bereiche unterschiedlicher Denkart und -struktur, unterschiedlicher Kultur und unterschiedlicher Wertvorstellungen kennzeichnen. Wird vom Übersetzer ein Text verlangt, der genau diese Besonderheiten weglässt, sagt dies nichts anderes aus, als dass die Begrifflichkeiten des Über-Setzens und des Sprachmittlers keinen Bestand mehr haben.

Globalisierung

Auch in Zeiten der Globalisierung und der Informationsgesellschaft ist unsere Kommunikation nicht grenzfrei geworden. Und so schillernd und vielfältig wie die Kulturen, die Menschen und ihre Texte sollten auch die Übersetzungen sein und bleiben, die sie uns zugänglich machen. Sie sollten die Unterschiede nicht zerstören, nicht „wegglätten“. Sie sollten vermitteln, wie faszinierend diese sind und wie wertvoll es ist, sie zu erspüren und zu verstehen. Nur so kann die berufliche, geschäftliche, kulturelle und politische Zusammenarbeit für alle Seiten frei von Frust, Hintergedanken und Missverständnissen und somit langfristig erfolgreich funktionieren.

Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.