Preis für Übersetzungen bei eurolanguage Übersetungsbüro

Ein kleiner Kompass durch den Preis-Dschungel

Sie haben einen Text, den Sie in eine andere Sprache übersetzt brauchen. Sie suchen im Internet, schnell tun sich unzählige Anbieter auf und Sie werden mit ganz unterschiedlichen Angeboten konfrontiert. Was steckt dahinter? Im Dschungel der verschiedenen Abrechnungsmodalitäten ist es nicht leicht, sich einen objektiven Überblick zu verschaffen.

Wir zeigen Ihnen hier die verschiedenen Kalkulationsmodelle auf – die beiden Basis-Währungen heißen zunächst: Wörter oder Zeilen.

1.   Die Berechnung nach Normzeilen

Übersetzungsleistungen im deutschen Sprachraum werden im Allgemeinen nach Normzeilen in der Zielsprache in Rechnung gestellt. Dieses System hat sich gerade deshalb jahrzehntelang bewährt, weil es für Auftraggeber und Dienstleister gleichermaßen einfach und fair ist: Auf diese Weise bezahlt der Kunde genau das, was er bekommt, nämlich den vom Übersetzer wirklich geschriebenen Text. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein wenig wie der Einkauf am Obst- und Gemüsestand: Es wird die tatsächlich gewogene Menge bezahlt – ein alltägliches und für alle nachvollziehbares und unbestritten gerechtes Vorgehen.

Definition eine Normzeile in der Übersetzung

2.   Die Berechnung nach der Anzahl der Wörter im Ausgangstext

In angelsächsischen Ländern wiederum wird der Preis einer Übersetzung seit jeher nach Wörtern in der Ausgangssprache berechnet. Im Zuge der Globalisierung setzte sich in den letzten Jahren diese Praxis auch bei uns immer mehr durch, nicht zuletzt, weil die Wahrnehmung der Textmenge für den Kunden vermeintlich besser einzuschätzen ist und Englisch eine der Hauptsprachen ist, in die und aus der übersetzt wird. Der Platzhirsch sozusagen…
Diese Angleichung an das angelsächsische Berechnungsmodell ist allerdings nicht ohne Tücke.

Bei Übersetzungen in Sprachen, die lange Wortzusammensetzungen ermöglichen – wie etwa das Deutsche – ist die Berechnung nach Wörtern für den Übersetzer de facto ungerecht. Man denke an das oft strapazierte Wort „Donaudampfschifffahrtsgesellschafts­kapitäns­mütze“ – hier kommen wir auf 48 Anschläge, die nur als ein einziges Wort zur Berechnung kämen. Auch viele juristische Fachwörter wie zum Beispiel ‚Einkommenssteuerdurchführungsverordnung‘ haben eine bemerkenswerte Länge und sind in ihrer Kompaktheit dennoch treffender als wenn man schreiben würde: die Verordnung zur Durchführung der Einkommenssteuer – was final für die Berechnung aber 6 Wörter und nach obiger Berechnung mehr Geld in der Kasse des Übersetzers bedeuten würde.

Und die Verwirrung wird noch größer, denn zu all dem wird unterschieden in:

3.   Ausgangs- oder Zielsprache als Berechnungsgrundlage?

Jede Sprache hat ihre Eigenheiten, wie oben die Mütze des Donaukapitäns schon bewiesen hat. Grundsätzlich werden zum Beispiel Texte, die aus dem Deutschen oder Englischen in eine romanische Sprache übertragen werden, immer – egal um welches Fachgebiet es sich handelt – um vieles länger, manchmal bis hin zu 20 %. Die Berechnung auf der Basis des Ausgangstextes führt in diesem Fall unvermeidlich zu einem Ungleichgewicht zwischen Leistung und Vergütung des Übersetzers, wohingegen die Berechnung auf der Basis des Zieltextes der tatsächlichen Leistung des Übersetzers entspricht.

4.   Beglaubigte Übersetzung – hier wird wieder anders berechnet

Bei einer beglaubigten Übersetzung gelten die oben genannten Berechnungen nach Wörtern oder Zeilen NICHT. Die Stempel der Ausstellungsbehörde im genauen Wortlaut werden angeführt, die Formatierung des Ausgangsdokumentes wird nachgebaut, teilweise müssen Handschriften entziffert werden. Der beeidete Übersetzer haftet für die Richtigkeit seiner Übersetzung mit der Beglaubigungsformel und seiner Unterschrift. Grundsätzlich muss hier jedes Wort auf die sprichwörtliche Goldwaage gelegt werden, denn es handelt sich um eine Übersetzung, die ein rechtsgültiges Dokument zur Vorlage bei Behörden ist.

In der Frage, ob die Berechnung von Übersetzungsdienstleistungen nach Zeilen oder Wörtern bzw. nach dem Ausgangs- oder dem Zieltext erfolgen soll, dürfen nicht Trends und Werbeargumente, sondern immer nur echter Nutzen und Mehrwert für den Kunden im Vordergrund stehen. Eine gute Übersetzungsagentur mit langjähriger Erfahrung zahlt ihren professionellen Fachübersetzern ein angemessenes Honorar, adäquat zu ihrer Qualifikation und Spezialisierung und zum Schwierigkeitsgrad des zu übersetzenden Textes – denn der Rechercheaufwand spielt bei der Vergütung ebenso eine Rolle. Die Übersetzung einer detaillierten technischen Bedienungsanleitung eines Drehofenbrenners zum Beispiel erfordert mehr Recherche- und Zeitaufwand als die Übersetzung allgemeiner Grußworte. Auch Listen einzelner Wörter, die in ihrem fachspezifischen Kontext erst durch Rückfragen abgeklärt werden müssen, können nicht streng nach dem „1 Wort kostet so und so viel“ Modus kalkuliert werden. Insofern kann die Berechnung nach Normzeilen ebenso wie die Berechnung nach Wörtern nur ein Anhaltspunkt sein, der angesichts des zu übersetzenden Textes immer modifiziert werden muss. Eine gute Übersetzungsagentur differenziert daher ihr Angebot an den Kunden genau nach Sprachkombination, Textsorte/Schwierigkeitsgrad und Dringlichkeit. Bekommen Sie als Antwort auf die Anfrage für die Übersetzung Ihrer anspruchsvollen Texte ein sofortiges, automatisiertes Angebot, das auf rein mathematischer Multiplikation beruht – egal ob Zeilen oder Wörter – lässt das darauf schließen, dass diese so wichtigen Parameter nicht miteinbezogen wurden. Gute Übersetzungen sind keine Massenware, sondern das Ergebnis sorgfältiger Arbeit eines gut ausgebildeten, talentierten, erfahrenen Übersetzers.

Von eurolanguage Fachübersetzungen werden Sie keinen 08/15 Kostenvoranschlag per Mausklick bekommen. Aber Preis und Leistung stimmt, das ist unser Versprechen, ob Wörter, Zeilen, Ziel- oder Ausgangstext.

*Der besseren Lesbarkeit halber wurde in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Selbstverständlich sind alle Geschlechter einbezogen.