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Software-Übersetzungen nehmen quantitativ an Bedeutung zu.

Es ist kaum verwunderlich: Viele Funktionen des Alltags, von der Stromversorgung bis zum Versandhandel über die Pizzazustellung, das Einchecken am Flughafen oder die täglichen Bankgeschäfte, sind computergesteuert. Die Apps, die den Feierabend versüßen, sind nichts ohne die benutzerfreundliche Fassade, die mehr oder minder aufwändige Programmierungen schmückt. In Unternehmen spielen Datenbanken in der Verwaltung, Kundenbetreuung, Buchhaltung, Warenwirtschaft längst eine wesentlich größere Rolle als der Mensch. Der Bedarf an Texten, die Eingabemasken, Nachrichtenaustausch und Softwaremeldungen erforderlich machen, wächst unaufhörlich.

Software-Übersetzungen brauchen Konsenswerkzeuge

Sollen diese Interface-Texte, die uns privat und beruflich jede Sekunde umgeben, übersetzt werden, muss nach einer praktikablen Möglichkeit gesucht werden, sie aus dem Code zu isolieren und dem Übersetzer in einer Form zukommen zu lassen, die er bearbeiten kann. Eine beliebte Möglichkeit, um Datenbanktexte zu extrahieren, ist das Exportieren in eine Excel-Tabelle.

Vorteile von Excel-Dateien in der Übersetzungsarbeit

Excel-Tabellen scheinen für solche eher lapidaren Texte das ideale Mittel zu sein: Sie sind eine Arbeitsumgebung, die sich nur wenig von einem klassischen Textverarbeitungsprogramm unterscheidet und dem Übersetzer vertraut ist. Der Text ist von allen codebedingten Überfrachtungen bereinigt und in der Menge schnell überschaubar.
Für den Kunden wiederum ist ein Rückimportieren in das ursprüngliche Format unkompliziert.

Nachteile von Excel-Dateien in der Übersetzungsarbeit

Problematisch ist allerdings, dass wichtige Angaben, die sich aus einem Fließtext ergeben und qualitativ für die Arbeit des Übersetzers maßgeblich sein können, aus einer solchen Tabelle nicht ersichtlich sind.
Die Texte erscheinen zum Beispiel nicht in dem Kontext, in dem sie später stehen werden.

Wenn grammatikalische Zusammenhänge aufgrund der Zerstückelung des Textes nicht eindeutig sind oder isolierte Begriffe nicht zugeordnet werden können und mehrere Auslegungen oder Verwendungen denkbar wären, sind viele Rückfragen unvermeidlich – sehr zu Lasten des Workflows.

Die Möglichkeit, kulturellkompetent zu übersetzen – die eine hochwertige Übersetzung auszeichnet –, ist in einer Excel-Datei nicht immer gegeben. Floskeln der Kundenansprache, Gepflogenheiten oder Fachterminologie können mitunter nicht so differenziert ausgewählt und eingesetzt werden, wie dies der Fall wäre, wenn der Übersetzer wüsste, wo die Texte genau stehen, in Verbindung mit welchen anderen Texten oder Elementen sie gelesen werden sollen und welchen Eindruck der Text nicht zuletzt optisch hinterlässt. Auch ist es für den Übersetzer aufgrund der listenartigen Präsentation zum Teil nur schwer möglich, immer einzuschätzen, wann Groß- und Kleinschreibung angebracht sind, wann ein Wort Teil einer Aufzählung oder für sich allein als Überschrift oder Stichwort steht – was kein Problem wäre, wenn er den Text „sehen“ würde. Unter Umständen bedeutet dies die Notwendigkeit von mehreren Hundert Rückfragen, was einen unverhältnismäßigen und für Übersetzungskunden, -agentur und -freelancer mitunter nicht realistischen zeitlichen und finanziellen Aufwand darstellen würde.

Durch das Fehlen eines optischen Kontexts ist es für den Übersetzer zudem kaum zu ermitteln, wie viel Platz (etwa in Formularen, Bildschirmmasken oder Message-Boxes) dem Zieltext wirklich zur Verfügung steht. Dies kann zu umfangreichen Nacharbeiten führen – entweder für den Programmierer, der seine Formate anpassen muss, oder für den Übersetzer, der seine Texte nachträglich kürzen oder umformulieren muss. All diese Detailfragen werden also schnell zum Zeit- und Kostenfaktor.

Ohne Kontext ist keine situative Arbeit möglich.

Für die Arbeit des Übersetzers ist Kontext nicht minder wertvoll als Wörterbücher, Glossare und Nachschlagewerke. Zu wissen, wie der Text in welcher Situation in welchem Format erscheinen soll, welche Muster die Leser oder Nutzer im Zielland an welcher Stelle gewohnt sind, welche Begrifflichkeiten sich durch die neuen Oberflächen, die unser Leben steuern, eingebürgert haben und erwartet werden, ist unerlässlich. Das gilt auch für Software-Übersetzungen.
Eine Excel-Datei allein kann diese Informationen nicht liefern.
Eine Möglichkeit besteht natürlich darin, dem Übersetzer in einer Spalte zusätzliche entsprechende Hinweise zu geben. Allerdings ist dies ein komplexer und nicht immer zielführender Weg: Neben dem erheblichen Zeitaufwand ist für den „Laien“ nicht immer erkennbar, was der Übersetzer wirklich braucht oder welche Stellen unklar sein könnten. Ob der Übersetzer wiederum die Kommentare richtig deuten und auf seine Aufgabe übertragen kann, ist ebenfalls nicht gesichert.

Wie Screenshots die Übersetzungsarbeit unterstützen können.

Ideal ist es, wenn der Auftraggeber neben der Excel-Datei Screenshots zur Verfügung stellt.
Der Übersetzer kann daran in Sekundenschnelle alles ablesen, was für ihn und den Zieltext relevant ist: Länge, Situation, Format, Nutzung.
Screenshots sind übrigens ganz allgemein für alle Texte, die auf einem Bildschirm gelesen werden sollen, eine sinnvolle Hilfe – dies gilt also auch für Website-Texte. Hier können Screenshots die kreative Komponente der Übersetzungsarbeit aktiv fördern, indem Fonts, Schriftgrößen, Farben, Platzierung des Textes und viele andere Elemente dem Übersetzer helfen, eine perfekte Harmonie zwischen Corporate Identity und Zielland zu erreichen und die dafür notwendige Distanz zum Ausgangstext und Nähe zum Zieltext entspannter ausleben zu können: Das Layout dient als Inspirationsquelle der zweisprachigen Kreativität – für noch erfolgreichere Texte in der internationalen Kommunikation.

Für eine hochwertige Übersetzung gibt es nach wie vor keine App und keinen Allzweckandroiden. Apps und Robots wiederum bleiben ohne eine gute Übersetzung nutz- und erfolglos. Letztere kann nur in feinfühliger und dezidierter Handarbeit auf dem ganzen Umfang der Klaviatur menschlicher Kommunikation entstehen. Und diese lässt sich in der Zweckmäßigkeit einer seelenlosen Tabelle verständlicherweise nur sehr ungenügend abbilden …

Layout und Text gehören untrennbar zusammen, das sollte auch bei Software-Übersetzungen nicht vergessen werden.

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Auf die Zutaten kommt es an.

Wenn Sie in der Küche stehen und zu einem wichtigen Anlass ein aufwändiges Mahl oder ein kompliziertes Gericht zubereiten wollen und nichts schiefgehen darf, zum Beispiel weil die kritische Erbtante zum Essen kommt oder der Chef seinen Besuch angekündigt hat, kochen Sie nicht ohne Plan und Rezept drauflos. Sie denken ausführlich über eine harmonische Speisenfolge nach, berücksichtigen bei der Auswahl Vorlieben, Abneigungen und Allergien der Gäste, lesen die Rezepte mehrmals durch, stellen eine Zutatenliste zusammen, gehen rechtzeitig einkaufen, um sicherzustellen, dass nichts fehlen wird und alles in der gewünschten Qualität zu bekommen ist. Am Tag X stellen Sie griffbereit hin, was an Utensilien und Gefäßen benötigt wird, schneiden vor und folgen dem Kochbuch.

Diese Routinen, die in der Küche selbstverständlich sind, sind ein gutes Muster, um auch berufliche Projekte und ganz besonders Übersetzungen anzugehen. Soll ein Übersetzungsauftrag reibungslos ablaufen, empfiehlt es sich, genau so systematisch vorzugehen und die wichtigsten Zutaten und Utensilien zur rechten Zeit zu besorgen, vorzubereiten und bereitzustellen.

Hauptgericht des geschäftlichen Mahls ist natürlich der Text.

Ob knackig, zartschmelzend, heiß oder kalt – er sollte vor allem eines sein: fertig. Werden Zutaten während des Kochens beliebig und systemlos hinzugefügt und wieder entzogen, kann der beste Koch, in diesem Falle also der Übersetzer, kein konsequent abgerundetes Gericht zustande bringen. Wenn Fisch urplötzlich durch Fleisch ersetzt wird, kann die Gewürzpalette nicht mehr stimmen. Leiten Sie Ihre Projekte also erst dann an die Übersetzungsagentur, wenn die Texte wirklich abgabefertig sind. So sparen Sie Zeit und Geld, die für Ihre Autorenkorrekturen notwendig würden, und erhalten schnell und sicher ein stimmiges und überzeugendes Ergebnis.

Sie sollten den Koch außerdem ausführlich darüber informieren, wer zum Essen kommt und zu welchem Anlass.

So kann der Koch sein Menü nicht nur den Vorlieben und Abneigungen oder Essensgewohnheiten der Gäste – sprich der Zielgruppe – anpassen, sondern auch dem Ereignis: Eine Hochzeitsfeier ist kein Picknick, eine Website kein Mailing, eine Mitarbeiterzeitung keine Kundenzeitschrift. Manchmal sind Zielgruppe und Kontext schon durch Format und Inhalt ersichtlich, doch ist es nicht immer der Fall, und eine Hochzeitsfeier ist nach Religionszugehörigkeit, Familienverhältnissen oder Biographie auch kein austauschbarer Begriff. Details zu dem, was zum Übersetzungsauftrag führt, sind unerlässlich, damit der Übersetzer weiß, wie und von wem unter welchen Umständen sein Text gelesen werden wird, und so den perfekten Ton trifft.

Aus Resten ein schmackhaftes Essen zu zaubern, wenn Sie Besuch unvermittelt überfällt, die Zeit zum Einkaufen fehlt und der Kühlschrank nicht viel hergibt, ist immer möglich und in einem familiär-freundschaftlichen Umfeld unproblematisch. Zur allergrößten Not kann man auch noch Fastfood bestellen. Kunden sind aber keine Kumpels von früher, keine spontanen Kusinen und keine schnell zufriedenzustellenden Kinder: Um sie zu überzeugen und einen guten und professionellen Eindruck zu hinterlassen, sollten Sie ihnen schon mehr bieten als schnelle einfache Gerichte aus dem, „was da ist“. Deshalb ist es sinnvoll, Ihre Übersetzungsaufträge sorgfältig und rechtzeitig vorzubereiten und dafür die besten Zutaten zusammenzustellen.

Die Qualität des Ausgangsmaterials spielt beim Kochen und beim Übersetzen eine sehr ähnliche Rolle.

Sind die Tomaten fade, das Fleisch zäh und die Gewürze überaltert, wird das Essen nur ein blasser Abklatsch dessen sein, was es hätte werden können. Ein Text, in dem Satzteile fehlen, Zusammenhänge falsch dargestellt werden, grammatikalische Fehler unbemerkt Sinnverschiebungen ergeben, oder der andere Unbeholfenheiten oder Ungenauigkeiten enthält, kann auch in der Zielsprache zu keinem zielführenden Text werden.
Bestenfalls fallen dem Übersetzer Ungereimtheiten oder Mehrdeutigkeiten auf und er fragt nach – was natürlich Zeit kostet und unter Umständen die Deadline gefährden kann.
Schlimmstenfalls aber ist der Text entweder im Ganzen qualitativ so schlecht, dass nur mit dem gekocht werden kann, was sich bietet, oder die Probleme können dem Übersetzer deshalb nicht auffallen, weil ein Satz semantisch schlüssig und sinnbringend, wenn auch inhaltlich oder fachlich falsch ist. Eine irrtümlich eingefügte Verneinung kann genauso verheerende Folgen haben, wie die Angabe von 200 g Butter anstatt 20 g in einem Rezept.
Auch wenn es natürlich Aufgabe des Übersetzers ist, einen Text zu liefern, wie er in seiner Muttersprache hätte verfasst werden können, kann und darf er nur bedingt in die Qualität eines Originals eingreifen. Die Textabsicht und das Textniveau sollten für eine getreue Übertragung erhalten bleiben, und aus ausgetrocknetem Gemüse wird nun einmal kein saftiger Auflauf.

Als Auftraggeber können Sie also durch rechtzeitige Bereitstellung hochwertiger Zutaten und eines vollständigen und unmissverständlichen Rezepts erheblich dazu beitragen, dass Ihr Übersetzungsmenü zu einem beachteten und eindrucksvollen Erfolg wird.

Wir helfen Ihnen dabei.

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