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Sprache im Allgemeinen und speziell die Interaktion zwischen Fremdsprachen waren von Beginn an einer der Bereiche, auf die das, was damals schlicht als „Informatik“ bezeichnet wurde, ein besonderes Augenmerk hatte. Die Vorstellung, eine Maschine könnte einmal das menschliche Denken perfekt imitieren und sich autonom verständigen, faszinierte vom ersten Tag an und war Utopie und Ansporn zugleich. Heute ist der Traum weitgehend Wirklichkeit geworden, der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist fester Bestandteil unseres Vokabulars. Was dies für das internationale Geschäft bedeutet, ist zuweilen schwer zu überblicken. Mit diesem kleinen Abriss möchten wir unseren Kunden helfen, Tatsachen von Vermutungen und Gerüchten (Pardon: Fake News natürlich!) zu unterscheiden.

Künstliche Intelligenz und Übersetzung – von gestern bis heute

Sprachen als Spiel- und Übungsplatz der 60er und 70er Jahre

Als in Japan das erste sprechende „Elektronengehirn“, das brav grüßen und auf ein paar Grundfragen scheinbar selbständig antworten konnte, enthüllt wurde, keimte in der Presse bereits die Überlegung auf, ob in absehbarer Zeit Roboter als Dolmetscher fungieren könnten, und die Antwort der Ingenieure war ein klares optimistisches „Ja“. Gerade Übersetzer vermochten dies nicht zu glauben, zu komplex seien Sprachstrukturen und -nuancen, zu wichtig die interkulturelle Kompetenz, als dass eine Maschine sie beherrschen könne. Auch das Versprechen, mit immer größeren Computern immer mehr Daten und somit Wortschatz und Grammatik implementieren zu können, wusste die Skepsis nicht ganz zu vertreiben. Zumindest herrschte in unserer Branche darüber Konsens, dass es, wenn überhaupt jemals, nicht ganz so bald sein könne.

Von den netten Spielzeugen der 80er Jahre zu den Übersetzungshilfen der 90er

Angesichts der freundlichen kleinen weißen zweibeinigen Blechfreunde mit den lustigen blauen Augen, die auf Industriemessen mit hölzernen Sätzen und erheblicher Sprechverzögerung eher durch ihre Niedlichkeit punkteten, schien das Thema jedoch nicht im engen Sinne vorrangig.
Mitte der 90er Jahre allerdings kamen erste Programme auf, die für die Übersetzer zunächst eine große Arbeitserleichterung darstellen sollten. „CAT-Tools“ in Form von Translation Memory-Software schienen das Gebot der Stunde.

Wie das Übersetzungswerkzeug im neuen Jahrtausend zum double-edged tool wurde

Ein zweischneidiges Schwert spaltete von nun an nach und nach die Übersetzergemeinde – demographisch und kaufmännisch. Während die Mehrheit der Übersetzer darüber erfreut war, sich nicht mehr nur auf das eigene Gedächtnis verlassen zu müssen und dadurch Zeit zu gewinnen, die sie bisher für die Suche in ihrem Archiv nach bestimmten Textabschnitten, internen Firmenfachterminologien oder Formulierungen aufgewendet hatten, blickten einige mit Zurückhaltung und Misstrauen auf die neuen Arbeitshelfer. Tatsächlich sind die Pflege der Datenbanken oder die Vorbereitung von Dateiformaten auf den zweiten Blick nicht viel weniger zeitraubend als die bisherigen Prozesse; bereits übertragene Sätze können je nach Kontext nicht blind übernommen werden, wie die Werbung es versprach, sondern müssen ohnehin per Hand angepasst und redigiert werden; die benötigten materiellen und finanziellen Ressourcen sind erheblich. Erfahrene Übersetzer vor allem monierten, dass dadurch die Qualität von Übersetzungen zu sinken drohe, wenn nicht eine sehr beachtliche Mehrarbeit investiert würde, für die kein geldwerter Ausgleich angeboten würde.

Licht und Schatten: CAT-Tools im Dienste der Internationalisierung und Globalisierung

Wie immer im Leben haben Medaillen und Werkzeuge zwei Seiten.

CAT-Tools sind ein Segen für den Übersetzungskunden im B2B

Für Geschäftskunden sind CAT-Tools ein Segen: Sie bekommen ihre Übersetzungen schneller; sie können sicher sein, dass ihre Fachterminologie in allen Texten beachtet und systematisch verwendet wurde; sie sparen Geld, denn zu einem früheren Zeitpunkt bereits bearbeitete Textteile werden rechnungsmindernd berücksichtigt; sie können ihre Übersetzungsbudgets besser steuern, da die Berechnung oft nach der Wortzahl des Ausgangstextes erfolgt und Kostenvoranschläge in vielen Fällen überflüssig macht. Es ist Dienstleistung in Vollendung.

Es ist nicht alles Gold …

Vereinfacht ausgedrückt: Die Vorstellung auf der Bühne der Übersetzung wirkt müheloser und ist sehr viel kundenorientierter, effizienter und perfekter geworden. Dies ist nicht zu bestreiten, und Künstliche Intelligenz hat daran einen großen Anteil.
Wie im Theater oder im Ballett auch steckt hinter dieser Leichtigkeit allerdings eine große Menge sehr harter Arbeit … die hinter den Kulissen geschieht, nicht gesehen, und somit auch nicht (mehr) entlohnt wird. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Übersetzungshonorare im deutschen Sprachraum in den letzten zehn Jahren halbiert haben. Die Übersetzer müssen also, um ihre Existenz zu sichern, mehr Kunden finden und Aufträge annehmen, während ihre Leistung immer kleiner geredet wird.
Diese brancheninterne Situation bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass der Kunde mehr denn je wirklich sicher sein muss, dass er es mit einem zuverlässigen, kompromisslos seriösen Übersetzungspartner zu tun hat, der bereit ist, trotz nicht mehr uneingeschränkt blühender Arbeitslandschaft höchste Qualität zu liefern und nicht die Meinung vertritt, er müsse nur das tun, wofür er tatsächlich bezahlt würde, sondern von sich aus willens ist, zusammen mit dem Kunden die sogenannte Extrameile zu gehen, der sich dem Erfolg des Kunden verpflichtet fühlt.

In unserem nächsten Blogartikel im Februar werden wir Ihnen daher genau erklären, woran Sie eine gute Übersetzungsagentur und ein seriöses Geschäftsgebaren in der Übersetzungsbranche erkennen können.

Bei allen Vor- und Nachteilen: Natürlich tragen CAT-Tools auf sehr wirksame Weise zur Internationalisierung und zur Globalisierung bei, denn sie unterstützen einen in Corporate Language und Corporate Wording einheitlichen internationalen Auftritt. Damit sind sie allerdings nicht mehr allein.

Internationalisierung auf Knopfdruck – ein Traum der 2010er Jahre?

Automatische Übersetzung und neuronale automatische Übersetzung sind die neuen Stichwörter der letzten Jahre und lassen das Thema CAT-Tools beinahe obsolet erscheinen: Ist es möglich, ganz ohne Übersetzer auszukommen? Auf allgemein (sogar mitunter kostenfrei) verfügbare Software zurückzugreifen und Texte ganz ohne den Menschen zu übersetzen? Kann KI Sprachstrukturen mittlerweile so gut erkennen und in eine andere Sprache übertragen, dass MI entbehrlich ist?
Eine Antwort auf diese Frage kann nur seriös sein, wenn sie absolut objektiv ist – und wir haben sie an anderer Stelle in diesem Blog gegeben.

Grenzen der KI im internationalen Geschäft: Suchmaschinen verweigern die Globalisierung

Alle Kontinente sind einen Tastenklick entfernt

Das Internet als Netzwerk verbindet uns mit der ganzen Welt. Die Grenzen unserer Mikrokosmen und Universen scheinen verschwunden. Europa feiert nicht nur Thanksgiving und Halloween, sondern auch Black Friday und Cyberweek. Unsere Geschäftspartner müssen sich nicht mehr zu uns bemühen, Videokonferenzen ermöglichen die simultane Unterzeichnung von Verträgen über Tausende von Kilometern hinweg. Ob dies eher kritisch oder als beispielloser Fortschritt zu betrachten ist, spielt keine Rolle: Es ist die Realität, in der wir leben.
Doch wie international ist diese Realität wirklich? Wie nah sind unsere Geschäftspartner wirklich?

Ernüchternde Erkenntnis: KI versteht die Globalisierung nicht

Im internationalen Geschäft – und dies betrifft gleichermaßen das B2B und das B2C – zeigt sich, dass wir nicht annähernd so weit gekommen sind, wie wir es glauben möchten. Einige Fakten machen deutlich, dass KI Internationalisierung und Globalisierung weniger fördert als behindert.

Regionale Werkzeuge täuschen die große weite Welt vor

Suchmaschinen etwa sind entgegen der geläufigen Meinung keineswegs global ausgerichtet. Die in Europa bekannteste von ihnen ist in Asien oder Russland kein Wirtschaftsfaktor, was die Automatisierung von SEO-Arbeit zunichtemachen kann.

Des Weiteren zeigen die sogenannten „Filterblasen“, wie regelrecht provinziell Künstliche Intelligenz sein kann: Grundsätzlich werden bei der organischen Suche nur Ergebnisse aus der eigenen geografischen Zone angezeigt, auch wenn die Frage in einer Fremdsprache formuliert und in Anführungsstriche gesetzt wird. Um dies zu umgehen, müssen sowohl die Zielsprache als auch das Zielland unter „Einstellungen“ speziell angekreuzt werden.
Bei diesem Schritt wiederum sind die Optionen begrenzt. Es ist nicht möglich, nach Zulieferern in allen französischsprachigen Ländern oder im gesamten hispanischen Bereich zu suchen oder mehrere Länder gleichzeitig auszuwählen. Diese Parameter müssen außerdem nach einem Sitzungsabbruch (also Schließen der Suchmaschine) neu eingegeben werden. Suchmaschinen gehen davon aus, dass der Nutzer etwas in seiner Nähe finden möchte. Die Welt da draußen bleibt für sie offenbar fern und fremd.

Social Media – liken und versinken

Gleiches ist beispielsweise auf Twitter zu beobachten. Wurde zwei oder drei Konten etwa von englischen Kulturinstitutionen gefolgt, schlägt Twitter in der Spalte „Wem folgen?“ konsequent ausschließlich Nutzer aus Großbritannien vor. Auf die Idee, dass das Interesse vielleicht dem Thema in aller Welt und nicht dem geographischen Bereich gilt, kommt das System keine Sekunde – Internationalisierung und Globalisierung … Fehlanzeige.

Andere Denkmuster sind nicht vorgesehen, und hier enthüllt KI genau die Unflexibilität und den Gespürmangel, die sie zum heutigen Stand der Technik je nach Textkategorie und Anspruch noch immer zum Übersetzer dritter, vierter und fünfter Klasse degradiert.

Künstliche Intelligenz spielt in der Globalisierung dahingehend eine Rolle, dass sie den Business-Akteuren mitunter eine schnellere, effizientere und stimmigere Umsetzung der Internationalisierungsstrategie eröffnen kann. Sie bleibt allerdings ein Werkzeug, das die Menschenhand noch braucht, und ist noch sehr weit davon entfernt, uns die Welt objektiv und kulturell angemessen zu Füßen zu legen oder Internationalität selbst und autonom zu gestalten.
Ob Chancen oder Grenzen überwiegen, könnte Gegenstand langer Diskussionen sein.

Gerne laden wir Sie dazu ein, uns Ihre Meinung zu diesem Artikel und zu den zwei Seiten der KI im internationalen Geschäft zukommen zu lassen, die wir gern unter Einhaltung eines strengen und nach Ihren Vorstellungen steuerbaren Datenschutzes in diesem Blog veröffentlichen, wenn Sie es wünschen.

Foto: @canva

 

Das Jahr 2018 bereits hatte bei eurolanguage viele Veränderungen mit sich gebracht, und unsere Strategie für 2019 war nicht minder anspruchsvoll. Die gute Nachricht: Wir haben unsere Ziele erreicht.

Unser Blog wird zum Maßstab

Mit Genugtuung und Stolz konnten wir feststellen, dass keine andere Übersetzungsagentur vergleichbarer Größe so systematisch und konsequent publiziert, wie wir es tun. In diesem Jahr wurde unser Blog immer mehr zu einem nutzvollen Informationsportal, das Ihnen neben unseren eigentlichen Übersetzungsleistungen das internationale Geschäft noch ein wenig mehr erleichtern soll. Unsere Artikel kommen gut bei Ihnen an, wie wir aus vielen Stimmen wissen – und das ist für uns sicher das Schönste überhaupt. Wir verstehen uns als Partner Ihrer internationalen Kommunikation, und Ihre Worte haben uns gezeigt, dass Sie uns eben als solche wahrnehmen. Es freut uns, und wir nehmen dies voller Dankbarkeit zur Kenntnis.

Eine aufregende Reise über zwölf Monate

Im Januar haben wir die Ferien-Messe in Wien besucht und hatten die Möglichkeit, vor Ort, inmitten des Alltags unserer Kunden der Touristikbranche, zu spüren und zu sehen, wie unsere Übersetzungen zum Leben erweckt werden, wie sie aus unseren Händen in die Welt hinausgleiten, wie sie eine ganze Industrie bereichern und prägen – ein erhebendes Gefühl!

Wir haben spannende und erfolgreiche Gespräche geführt und konnten manchem potenziellem Partner aufzeigen, welchen Beitrag wir zu seiner Arbeit leisten können.

Vielleicht ist es eben so, wenn die Arbeit Spaß macht: Der Gedanke an den Urlaub schien uns wie ein roter Faden wahrhaftig durch das ganze Jahr zu begleiten.

Im Juli etwa startete unsere große Sommer-Challenge, die uns virtuell durch viele Länder führte. Das war unsere Art, unseren Bloglesern ein wenig von der guten Laune und Leichtigkeit wieder- und zurückzugeben, die wir aus der Zusammenarbeit mit Kunden und Übersetzern ziehen.

Unterwegs waren wir auch im Herbst – in Wien allerdings, wo wir die Business Maniacs, Österreichs größtes Gründer-Event (veranstaltet von der WKO), besucht haben. Es waren anregende Stunden mit vielen Begegnungen mit Gründern verschiedenster Ausrichtungen, deren Visionen, Idealismus und Motivation regelrecht ansteckend waren. Wir konnten Kontakte knüpfen und dürfen hoffen, bald vielen Start-ups bei ihren ersten Schritten auf dem internationalen Parkett helfen zu können.

Die Reise ging auch online in den Social Media zügig voran – auf Twitter vor allem, wo wir unsere Präsenz ausgebaut und verfeinert haben. Zur Zeit kehren wir also gern nach Hause zurück … unser Adventskalender auf Twitter und Facebook ist vollgepackt mit kleinen Geschenken und lustigen Weihnachtsanekdoten aller Art.

Der künftige Kurs: die ganze Welt … von morgen

Zeichnete einer unserer ersten Blogartikel im Jahre 2017 neue Wege des Übersetzens nach, so haben wir, gemeinsam mit unseren Kunden und unseren Übersetzern, seither eine bemerkenswerte Strecke zurückgelegt, haben uns in diesem Jahr intensiv mit den Bedürfnissen auseinandergesetzt, die Digitalisierung und Wirtschaft 4.0 für die Internationalisierung und die Welt der Übersetzung von morgen bedeuten. Als Dienstleistungspartner sind wir gut aufgestellt, um die neuen Entwicklungen zu begleiten.

Unsere Reiseroute für 2020 steht bereits fest. Unser Blogkalender sieht insbesondere viele Ratgeberartikel vor: Wir werden Ihnen die Zusammenhänge zwischen Künstlicher Intelligenz und Internationalisierung erklären, Ihnen verraten, was der Begriff „gute Übersetzungsagentur“ überhaupt bedeutet, warum falsch und schlecht in der Übersetzungsarbeit nicht immer gleichbedeutend sind, wie Sie bei Ihren Übersetzungsaufträgen Zeit und Geld sparen können, Probleme von Übersetzungen in der Presse aufdecken, und vieles mehr.

Der Höhepunkt unseres Jahres 2020 wird aber auf jeden Fall unser Silberjubiläum sein:

25 Jahre eurolanguage …

25 Jahre Übersetzungsbüro eurolanguage

Das muss natürlich gefeiert werden! Um unseren treuen, langjährigen Kunden zu danken, werden wir das ganze Jahr über besondere „Extrameilen“ als Gratisleistung zu Ihren Aufträgen dazugeben. Auch Neukunden können von vielen Jubiläumsrabatten profitieren. Mehr wird vorerst nicht verraten.

Doch bevor wir uns in eine spannende und agile Zukunft stürzen, möchten wir allen, die hier lesen, eine schöne Adventzeit und leuchtende und stimmungsvolle Feiertage wünschen – ganz gleich, welcher Sprachkultur, welcher Religion, welcher kleinen oder großen Ecke der Welt Sie angehören. Unseren Übersetzern danken wir für die immer begeisternde Zusammenarbeit in diesem Jahr, unseren Kunden für ihr Vertrauen und für die unvergleichlichen Möglichkeiten, Teil ihres internationales Erfolgs zu sein.

Ihnen allen eine schöne Zeit und ein glückliches, erfolgreiches Jahr 2020

wünscht Martina Schmid