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Was Begriffe in der Corona-Krise über die Länder Ihrer Geschäftspartner verraten.

Die Pandemie, die die Welt nun seit Monaten heimsucht, hat nicht nur unseren Alltag, unser Privat-, Arbeits- und Geschäftsleben schlagartig verändert, sondern auch die Art, wie wir miteinander reden. Dies betrifft sowohl die Kommunikationswege, die vermehrt die digitalen Optionen von Videotelefonie und Online-Konferenzen nutzen, als auch unser Vokabular. Wir haben nicht nur neue Begriffe gelernt und schon so verinnerlicht, dass sie uns in einer aus sprachgeschichtlicher Sicht verblüffend kurzen Zeit als selbstverständlich vorkommen. Aus dieser Tatsache lässt sich außerdem gewissermaßen im Zeitraffer ablesen, wie Sprache lebt, sich entwickelt und anpasst, aber auch wie unterschiedliche Sprachkulturen, der jeweiligen Mentalität entsprechend, mit den Ereignissen umgehen.

Die Pandemie bekämpfen: Kriegsvokabular

Kriegsvokabular in Zeiten von Corona

Regierungsrhetoriken und globaler PR-Trend

Besonders in der ersten Phase des Ausbruchs galt es für Regierungen, den Ernst der Lage zu vermitteln, gleichzeitig die Bevölkerungen von den notwendigen Maßnahmen zu überzeugen, sie zur freiwilligen Beteiligung anzuregen, ein Gemeinschaftsgefühl heraufzubeschwören und Zuversicht zu verbreiten – kurzum: zu mobilisieren …
Der französische Staatschef Emmanuel Macron ließ in seinen Ansprachen, ob im Fernsehen oder vor Ort, keine Gelegenheit aus, sich eines bewusst sehr scharfen militärischen Vokabulars zu bedienen. Er verkündete nicht nur in einer seiner ersten Reden, Frankreich und die Welt befänden sich im Krieg, sondern blieb auch dieser Linie treu, als er zum ersten Mal vermelden musste, dass ein Krankenhausmitarbeiter dem Virus erlegen war. Mit einem Anzug in Tarnmuster gekleidet sprach er in Mühlhausen an jenem Abend einen unvergesslichen Satz: „Aujourd’hui, le premier soignant est tombé“ – heute ist die erste Pflegekraft gefallen.
Ähnlich verhielt es sich in Italien, wo Regierungschef Conte Begriffe wie „combattere“, „battaglia“, „difendere“ (kämpfen – Schlacht – verteidigen) verwendete und auch die Pressekonferenzen von Präsident Trump strotzen nur so vor Wörtern wie „enemy“, „war“ und „weapon“.

Den Dingen einen Namen geben – die Sprache der Vergangenheit

Manche ältere Menschen in aller Welt fühlten sich sodann im Alltag an den Zweiten Weltkrieg erinnert, und die Lebensmittel- und Toilettenpapierknappheit war nicht der einzige Grund dafür. Begriffe wie „Ausgangssperre“, „Ausgangsbeschränkungen“ in breiten Teilen des deutschsprachigen Raums, „couvre-feu“ in Frankreich und das ihm angelehnte „curfew“ im Englischen hatten für viele von ihnen einen traurigen und beunruhigenden Beigeschmack.

Akzeptanz schaffen: im Schutz der Sprache

Hatte vielerorts das wenig medizinisch-sachliche Vokabular erfolgreich das Ausmaß der Gefahr in greifbare und für alle verständliche Größen übertragen (ja übersetzt!), so musste auch deutlich werden, wie Schutz aussehen könnte.

„Lockdown“: textpsychologisch durchdacht und effizient

Der Begriff „Lockdown“, der über die englischen Medien um die Welt ging und in der zweisprachigen internationalen Kommunikation weitgehend übernommen wird, kommt ursprünglich aus der Schiffs- und U-Boot-Sprache. Wird er undifferenziert für Ausgangssperren und Geschäftsschließungen verwendet, so bietet er jedoch den Vorteil, durch seine Bildhaftigkeit ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln, und sagt nichts anderes aus, als dass es möglich sei, eine Luke, eine eiserne dichte Tür, einen schweren Rollladen herunterzulassen und sich in einem kleinen, aber dichten, geschützten und sicheren Raum aufzuhalten, bis die Gefahr vorüber ist oder Rettung naht. Dies ist eine kluge sprachliche Taktik, die zum einen ein einfaches, leicht verständliches Wort nutzt, zum anderen die beruhigende Geborgenheit eines unüberwindbaren Panic-Rooms oder eines Prepper-Bunkers suggeriert. Eine solche Sprachebene ist auch wirtschaftlich hilfreich, weil der Eindruck entsteht, dass hinter dem sicher verschlossenen gepanzerten Vorhang eine relativ große Normalität möglich ist.

In den sozialen Netzwerken ist in der Tat zu beobachten, dass in Neuseeland und England etwa insbesondere bei Kleinselbständigen und Bildenden Künstlern produktivere Arbeit aufrechterhalten blieb und bleibt, als es in anderen Ländern der Fall ist. Hier zeigt die unterbewusste Wirkung von Sprache – ein Thema, das Übersetzer vornehmlich im Marketing- und PR-Bereich besonders gut kennen und beherrschen –, wie wichtig die Wahl der richtigen Worte sein kann.

„Confinement“ – Frankreichs Liebe zu Kultur und Form

Mona Lisa mit Corona-Schutzmaske

„Confinement“ beschreibt in Frankreich die überaus beeindruckende Bandbreite von Maßnahmen, die vom kompletten Ausgangsverbot bis hin zu Betriebsschließungen reichen und insgesamt für ein Land, das „Liberté“, also Freiheit, als erstes Wort des Staatsmottos über alles stellt, überraschend strenge Verbote und enggefasste Vorschriften beinhalten. Doch Frankreich wäre nicht Frankreich, wenn nicht auch jetzt humanistische Bildung und Kultur die Rhetorik prägen würden.
„Confinement“ ist ein äußerst interessantes Wort und bedeutet eigentlich „Abgeschiedenheit“, „Abgeschlossenheit von der Welt“, „Abkapselung“. „Se confiner“ heißt im normalen Sprachgebrauch „sich in die Einsamkeit zurückziehen, sich absondern“, „se confiner chez soi“ „sich von der übrigen Welt abkapseln“, „se confiner dans quelque chose“ „sich auf etwas beschränken oder festlegen“ und „se confiner dans ses études/dans son travail“ „sich in seine Studien/seine Arbeit vergraben“. Diese Begriffsfamilie suggeriert also in erster Line ehrenhafte und gelehrte Weisheit – aus Verboten wird das freiwillige, intellektuell fördernde Dasein eines Eremiten. Zudem hat das Wort einen leicht altmodischen, „verstaubten“ Anklang, der es einer zu scharfen Eingrenzung entzieht.
Ebenso sprachkulturtypisch ist die „Attestation de déplacement“, die es ermöglicht, für unvermeidbare Besorgungen das Haus zu verlassen … und den Stellenwert präziser und für Nichtmuttersprachler nicht immer nachvollziehbarer Formulierungskunst einmal mehr offenbart.

Auch Spanien bezeichnet – ähnlich wie Frankreich – die strengen Maßnahmen zur Regulierung des Gesellschafts- und Wirtschaftsleben in Zeiten der Covid-19-Pandemie mit dem Wort „confinamiento“. Daraus haben sich Neologismen entwickelt wie „desconfinamiento“, die wohl allmähliche Beendigung der Maßnahmen in vier Phasen, und das Verb „desconfinar“ / „desconfinarse“. So sagt eine Frau, die auf den Kanaren lebt, zu ihren Geschwistern auf dem Festland: „Parece que me voy a poder desconfinar antes que vosotros“.

Schnell fand auch das Akronym EPI (equipo de protección individual), der einfache Schutzanzug des Personals im Medizin- und Pflegebereich, seinen Eingang in die Alltagssprache und Mediensprache und bildet inzwischen den Plural wie ein Substantiv („los EPIs“, „muchos EPIs“). Das Oxymoron „volver a la nueva normalidad“ (zurückkehren zur neuen Normalität) birgt die ganze Hoffnung auf ein halbwegs glückliches Ende der Pandemie und des „confinamiento“ und zugleich große Ungewissheit über das Leben danach.

„Kontaktsperre“ – das deutsche Wort schränkt ein und gibt gleichzeitig Hoffnung

Der Begriff ‚Kontaktsperre‘, der in Deutschland gewählt und medial verbreitet wurde, ist im internationalen Vergleich ein Kuriosum und wurde von der Presse im Ausland als solches bestaunt. Die Kontaktsperre stammt ursprünglich aus der Rechtssprache und wird als Vorsichtsmaßnahme zum Schutz vor gewalttätigen Ehepartnern, Stalkern und bedrohlichen Mitmenschen verhängt.

Was meint das Wort ‚Kontaktsperre‘ aktuell in Zeiten von Corona?

Aufgrund seiner juristischen Herkunft vermittelt der Begriff Autorität und flößt selbstredend Respekt ein. Auch lautmalerisch kommt das Wort eher wie ein knapper Peitschenhieb daher, verglichen mit dem doch wesentlich geschmeidigeren Wort „Ausgangsbeschränkungen“ in Österreich. Es verwundert also nicht, dass der eine oder andere Deutsche sich in seinen Grundrechten beschnitten fühlte, während in Österreich die Maßnahmen von Beginn an eine breite Zustimmung in der Bevölkerung fanden (die Gründe hierfür sind natürlich nicht ausschließlich in der Begrifflichkeit zu suchen).

Und das Wort ‚Sperre‘, es hat auch Potential für die Zukunft: eine Sperre ist an sich etwas Vorübergehendes. Eine Sperre wird in absehbarer Zeit – wann das sein wird, steht im Vorfeld nicht fest – aufgehoben und alles geht erwartungsgemäß wieder seinen gewohnten Gang. Man denke nur an die Sperre eines Fußballspielers nachdem er eine rote Karte erhalten hat. Es geht irgendwann wieder weiter – Hoffnung für die Zeit nach Corona.

Humor und gute Laune auch in der Coronakrise – am Beispiel der Niederlande und Österreich

Unsere holländischen Nachbarn beweisen in diesen Wochen eine ungewöhnliche Disziplin und werden ihrem Ruf gerecht, die Dinge anders, in vielen Fällen positiver zu sehen. Über 700 Wörter stellten sie in einem speziellen Wörterbuch zusammen. Darin finden sich so lustige Ausdrücke wie ‚Corona-Frisur‘, ‚Snotterschaamte‘,  ‚Schniefscham‘ oder auch ‚Händeschüttelverbot‘ oder ‚Lockdown-Kilos‘.

Und die Wiener werden natürlich ganz in der Helmut Qualtinger Tradition (wir erinnern uns an den legendären Herrn Karl) ganz besonders treffsicher, mit sarkastisch-ironischen Wortschöpfungen: Für die Schutzmasken zum Beispiel ‚Papp’n-Deckerl‘, ‚Goscherl-Vorhang‚, ‚Goscherlfetzn‘ bis hin zur degutanten ‚Schlaatzbremse‚ oder dem ‚Fotznfetzn‚. Na Servas! Gereimt wird auch der Spruch der Müllmänner der MA 48 und folgendermaßen abgewandelt: ‚Nimm ein Sackerl fürs Gackerl und bind ein Kapperl vors Papperl‘. (Brauchen Sie hierfür etwa eine Übersetzung? :-)

Andere Länder, andere Sitten

Die Art, wie einzelne Länder sprachlich mit der Pandemie umgehen, ist bei weitem nicht nur für interessierte Laien oder Linguisten relevant, sondern sie zeigt vor allem, wie wichtig, ja unerlässlich sprachkulturelles Verständnis – auch in Form von Kommunikationsberatung und hochwertiger differenzierter Übersetzungsarbeit durch Muttersprachler – für einen zielgerichteten und zielführenden internationalen Austausch ist. Auch in einer globalisierten Welt und angesichts der Gefahr bleibt die jeweilige sprachliche Interpretation jeder Situation das individuelle Abbild der Werte und der gesamtgesellschaftlichen Muster, die nicht nur „auch“, sondern „gerade“ für erfolgreiche geschäftliche internationale Beziehungen entscheidend sind.

Fotos: @canva

Wenn wir uns heute umsehen, in unseren E-Mail-Eingang schauen oder telefonieren, ist nichts mehr so, wie es noch vor einigen Wochen war. Die Realität hat sich verändert, eingespielte Mechanismen funktionieren nicht mehr, Selbstverständlichkeiten werden ad absurdum geführt. Es ist schon schwierig genug, privat mit diesen unbekannten und bis dahin kaum vorstellbaren Rahmenbedingungen zurechtzukommen. Geschäftlich und beruflich ist es noch viel entscheidender, sich schnell anzupassen und souverän zu handeln. Für international tätige Unternehmen ist es ein ganz besonderes Wagnis.

Wir möchten Übersetzungskunden helfen, den Überblick zu behalten, die Wirkung ihres Verhaltens auf dem internationalen Parkett richtig einzuschätzen, potentielle Fallstricke zu erkennen und zu umgehen und ihre internationale Kommunikation geschäftserhaltend zu steuern.

Wie die Corona-Krise unseren Umgang mit der Globalisierung beeinflusst

Das Coronavirus zeigt in seiner Ausbreitung und Auswirkungen mehr als jede nüchterne Beschreibung, als jede geschichtswissenschaftliche Theorie des Handels und weit deutlicher als die exemplarisch so viel zitierte Expansion von Fastfoodketten in allen Ländern, wie engmaschig der Austausch von Waren und zwischen Menschen rund um den Globus geworden ist – ja wie eins wir alle geworden sind. Grenzen und Distanzen scheinen in den letzten Wochen für immer aus unserem Verständnis verschwunden zu sein: Es wurde uns allzu überzeugend vor Augen geführt, wie durchlässig und unbedeutend sie sind. Zum ersten Mal vielleicht begreifen wir wirklich, was Globalisierung bedeutet, was sie für jeden Einzelnen, ob im ganz kleinen oder ganz großen Maßstab, menschlich und wirtschaftlich impliziert. Manche nehmen sogar diese Entwicklungen und die so entstandene Einsicht in Prozesse, die den meisten im privaten Alltag eher verborgen geblieben waren, zum Anlass, um eine kritische oder zumindest fragende Stimme zu heben und zu einer Reflexion über unsere ökonomischen Vorstellungen, Wünsche und Pläne anzuregen.

Ob die Corona-Krise unsere Betrachtung einer globalisierten Welt verändern wird, ob wir so schnell wie möglich den eingeschlagenen Kurs fortführen werden, wenn die Situation es wieder zulässt, ob wir einen Mittelweg suchen werden – zum jetzigen Zeitpunkt vermag niemand diese Frage zu beantworten, und es erblühen diesbezüglich die unterschiedlichsten Visionen zwischen Dystopien und Utopien.

Fakt ist: Wir alle können nicht so tun, als sei nichts; wir können nicht arbeiten, als sei alles „normal“. Dies beeinflusst, bewusst oder unbewusst, unsere Art miteinander umzugehen, miteinander zu reden. Auch und vor allem im internationalen Bereich sehen sich Unternehmen daher mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, die effiziente und zuverlässige Lösungen erfordern.

Perfekte internationale Kommunikation in Zeiten von Covid-19: unsere Empfehlungen und ihre Vorteile

Empfehlung 1: Kommunizieren Sie immer in der Sprache des Ziellandes

Ob Sie Newsletter an B2C-Kunden oder eMails an Ihre B2B-Partner versenden, eine Mitarbeiterzeitung oder regelmäßige Memos nutzen, um Ihre Tochtergesellschaften zu informieren oder Verhaltensrichtlinien zu übermitteln – Sie sollten sich auf keinen Fall für den einfachen Weg entscheiden und Ihre Texte lediglich in deutscher oder englischer Sprache verfassen, auch wenn Sie es sonst immer tun und es bis heute unproblematisch war.

Lückenlos und bis ins kleinste Detail verstanden werden

Einen Text in der eigenen Muttersprache zu erhalten, entspannt jede schwierige Situation. Ihre Leser benötigen weniger Zeit, um die Inhalte zu erfassen, und können auf diese Weise sicher sein, dass sie Sie einwandfrei verstanden haben. Es bleibt nichts ungesagt, sprachbedingte Zweifel oder Rückfragen bleiben aus, was in der allgemeinen aktuellen Hektik nicht zu vernachlässigen ist. Eine Übersetzung ist zugleich Dienst am Leser und Effizienzfaktor.

Auf unternehmensinterner Ebene: Texte in der Zielsprache schaffen Nähe und Verbundenheit – mit doppeltem Nutzen

Wirtschaftsbedingte Ängste sind allgegenwärtig. Indem Sie Ihre Mitarbeiter im Ausland in ihrer Muttersprache ansprechen, zeigen Sie, dass sie Ihnen nicht gleichgültig sind. Sie vermitteln dadurch überzeugend, dass Sie Ihr Personal nicht allein mit einer grauen Umsatzzahl gleichsetzen, sondern auch Interesse an den Menschen hinter der Arbeit haben. Dies wiederum positioniert Sie als erstrebenswerten Arbeitgeber und erhöht die Bereitschaft eines jeden Einzelnen, sich in diesen schwierigen Zeiten mit mehr Motivation und zusätzlichem Einsatz für das Wohl des gesamten Unternehmens zu engagieren.

Test der Belastbarkeit einer internationalen Beziehung

Der Schritt zu einer Kommunikation in der Sprache des Ziellandes ist intern und im B2B auch ein Beweis des Wertes, der Ernsthaftigkeit und der Nachhaltigkeit der geschäftlichen oder beruflichen Bande und kann über ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden.

Empfehlung 2: Zeigen Sie interkulturelle Kompetenz

Sowohl im B2B als auch unternehmensintern sollten Sie vorübergehend auf eine allzu strenge Umsetzung von Corporate Identity, Corporate Language und Corporate Guidelines verzichten. Es ist nicht die Zeit für Rechthaberei und formelle Steifheit, sondern für eine dezidiert dem Leser zugewandten Kommunikation. Zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, auf die mentalitätsbedingten Bedürfnisse Ihrer ausländischen Ansprechpartner zuzugehen, und dass Sie diese vor Ihre eigenen Prinzipien, Leitsätze und Richtlinien stellen. Damit beweisen Sie nicht nur Menschlichkeit und schaffen eine positive Voreingenommenheit zugunsten Ihres Unternehmens und Ihrer Marke, sondern Sie positionieren sich auch im Unterbewusstsein als flexiblen Partner. Dies steigert Ihren Marktwert – jetzt, da niemand komplizierte, bürokratische oder problematische Beziehungen gebrauchen kann.

Empfehlung 3: Handeln Sie individuell und nicht global

Das Virus hat ein Netz der Ansteckung über den gesamten Planeten ausgebreitet. Keine Region der Erde kann von sich behaupten, sie sei nicht betroffen. Tourismus und Handelswege sind zum Vehikel einer Krankheit geworden, die grenzen- und kulturübergreifend Leben, Alltag und Wirtschaft ins Chaos stürzt. Die Pandemie selbst und erst recht ihre ökonomischen Auswirkungen verschärfen den Eindruck einer tatsächlich restlos globalisierten, einheitlichen Welt, in der Unterschiede nicht mehr relevant sind. Doch ist es ein trügerisches Bild, das für Ihre internationale Kommunikation fatale Folgen haben kann. In Wirklichkeit reagieren Regierungen und Bevölkerungen mit jeweils anderen Maßnahmen und Verhaltensmustern. Dies ist zum einen natürlich strukturell und politisch bedingt, zum anderen aber ebenso mentalitätsbedingt. Jedes der Zielländer, mit denen Sie als Arbeitgeber, als Geschäftspartner, als Kunde, als Zulieferer beruflich zu tun haben, bewahrt auch und gerade jetzt seine Identität, die in unterschiedlichen Rahmenbedingungen ihren Ausdruck findet. Die Vorschriften für Lockdown, Betriebsschließungen oder Hygienemaßnahmen am Arbeitsplatz sind vielfältig und schaffen eine große Bandbreite an kaum vergleichbaren Situationen.

Ihre internationale Kommunikation muss dem Rechnung tragen, dies behutsam und feinfühlig integrieren. Rundschreiben etwa sollten nicht komplett in alle Sprachen übernommen werden: Textbausteine können gegebenenfalls für die einzelnen Länder ausgearbeitet werden. Nur wenn der Dialog mit Ihrem ausländischen Ansprechpartner entsprechend persönlich ist, kann er langfristig zielführend sein.

Fallstricke und Lösungen für Ihre internationale Kommunikation unter Sars-Cov-2

Fallstrick 1: unzureichende oder fehlerhafte Informationen

Wie sieht es in dem Land wirklich aus, in dem sich Ihr Ansprechpartner befindet? Nur wenn Sie dies wissen, können Sie Ihre Kommunikation angemessen gestalten. Vertrauen Sie hier nicht auf Gerüchte oder erste Eindrücke, die Ihnen Medien und Soziale Netzwerke in filtrierter und verkürzter Form vermitteln. Stellen Sie dem Übersetzer entsprechende Fragen, oder machen Sie sie von vornherein zu einem Teilinhalt Ihrer Korrespondenz oder Ihrer Mitteilungen. Aufrichtiges Interesse und Mitgefühl sind ein wichtiges Element, das die spätere Beziehung stärken und unter Umständen grundlegend verbessern kann und Kunden bindet.

Fallstrick 2: Gesten können eine gefährliche Gratwanderung sein

Möglicherweise möchten Sie als Unternehmer anderen Ihre Hilfe anbieten, einen besonderen Beitrag leisten. Gutscheine, Preisnachlässe, Vorschüsse auf Zahlungen, kleine Zuwendungen und Geschenke, Spenden sind nur einige Beispiele dessen, was möglich ist. Bevor Sie dies tun, sollten Sie jedoch – neben dem rechtlichen Aspekt natürlich – sicherstellen, dass dies im Zielland tatsächlich positiv aufgenommen wird. Leicht kann eine großzügige und aufrichtig gemeinte Geste in einem anderen geschäftskulturellen Umfeld als Marketingmaßnahme eines Profiteurs oder als gönnerhaft, als Almosen und Beleidigung aufgefasst werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Übersetzer über die diesbezügliche Stimmung in seinem Land. Besprechen Sie mit ihm die Art, wie Sie Ihre Unterstützung semantisch anbieten und erklären können.

Fallstrick 3: Vernachlässigung der unternehmensinternen internationalen Kommunikation

Als Unternehmer haben Sie im Moment Sorgen, und naturgemäß ist die Versuchung groß, in erster Linie die Kundenkontakte und den Erhalt eines lebensfähigen Umsatzes zu sichern. Der Austausch zwischen Ihnen und Ihren Auslandsfilialen kann dadurch aber auf eine harte Probe gestellt werden. Lieferengpässe, Liquiditätsprobleme, Personalausfälle erfordern einen täglichen Dialog, der durch die allgemein herrschende Anspannung und die Dringlichkeit der zu treffenden Entscheidungen schon in der eigenen Sprache nicht immer leicht zu führen ist und vielleicht nicht so ausgeglichen und sachlich verläuft, wie er es sollte. Doch gerade deshalb, gerade jetzt und gerade auf interner Ebene dürfen sich internationale Akteure keinerlei Fehler erlauben. Je nach geschäftskulturellem Kontext und Mentalität kann eine unzulängliche, d. h. den Besonderheiten des Ziellands nicht angepasste Kommunikation zur Verunsicherung der Mitarbeiter führen, schlimmstenfalls zu Misstrauen, und Zweifel an der Qualität der Kooperation oder an der Überlebensfähigkeit der Zusammenarbeit nach der Krise schüren. Die Unterstützung und Beratung durch einen qualifizierten Sprachmittler hilft Ihnen, auch diese Zeit ohne Image- und wirtschaftlichen Schaden zu überstehen.

Beweisen Sie gerade jetzt und noch mehr als sonst interkulturelle Kompetenz. Informieren Sie sich, lassen Sie sich beraten und vertrauen Sie auf die Meinung Ihrer Übersetzer: Als Muttersprachler mit ständigem Kontakt zu ihrem Heimatland haben nur sie einen genauen Einblick in das, was dort wirklich geschieht, in die geschäftlich-emotionale Situation in Ihrem Zielland, und können Ihnen sagen, wie Sie den richtigen Ton treffen, wie Sie Inhalte konkret, aber auch einfühlsam vermitteln können, damit Sie in dieser weichenstellenden Zeit zuverlässig einen nicht nur souveränen, sondern auch sympathischen und positiven Eindruck hinterlassen, der Ihrem Unternehmen nach der Krise weiter zugutekommen wird.

Sprechen Sie mit uns – wir beraten Sie gerne: